Genius-Brief
März–April 2020

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Unter AUFGEBLENDET finden Sie am Ende der Inhaltsangaben aktuelle Hinweise auf besondere Zusammenhänge in Kurzfassung.

Die Verantwortung für die Inhalte der einzelnen Lesestücke tragen deren Verfasser.
Herausgeber ist der Verein Genius-Gesellschaft für freiheitliches Denken, Wien. Von diesem wurde mit der praktischen Durchführung der Herausgabe Dr. Gerulf Stix, Ampass, beauftragt. Die Redaktion leitet Bernd Stracke, Innsbruck.
Beide sind erreichbar über verein@genius.co.at. Über die redaktionelle Linie des Mediums informiert: www.genius.co.at. Die Wiedergabe von Genius-Lesestücken ist nur mit Zustimmung der Genius-Gesellschaft gestattet. Weitere Auskünfte finden Sie ebenfalls unter: www.genius.co.at

 

Inhaltsangaben

Zwei Drittel aller Menschen wohnen in Städten

Welche politisch praktischen Folgen die eingetretene Verstädterung unserer Gesellschaft hat, schildert Gerulf Stix in diesem grundlegenden Beitrag über: Die politischen Folgen der Verstädterung anhand typischer Beispiele. Ohne dass wir es richtig wahrnehmen, bestimmt die Sichtweise der Städter mehr und mehr die Politik des ganzen Landes. Das umfasst die Verkehrspolitik ebenso wie „leistbares Wohnen“ und reicht bis zum Naturschutz.
Lesestück Nr. 01/März–April 2020

Corona-Krise: Die Renaissance der Familie

Die verordnete Entschleunigung kann die Beziehungskultur verbessern. Darüber macht sich Jürgen Liminski in seinem Artikel Die Corona-Chance positiv anmutende Gedanken. Er bezeichnet die Familie als „die systemrelevanteste Gesellschaftsgruppe“. Viele Eltern und Kinder werden das spüren, meint er.
Lesestück Nr. 02/März–April 2020

Kein Fachmann kann das Klima voraussagen

Zwischen der „Klima-durch-Menschen-Religion“ und ihren Kritikern scheint es keine Verständigung zu geben. Unser Autor Mathias Holweg gibt in seinem Beitrag Das Klima nimmt seinen Lauf, weder Ochs noch Esel hält es auf den Kritikern eine Stimme. Dabei wäre es so einfach, sich auf eine sachlich begründete Verständigung zu einigen: Sowohl die Natur als auch der moderne Mensch verändern das sich stets wandelnde Klima. Das Leben folgt nun einmal nicht einem Schwarz-weiß-Schema. Die Quantifizierung der Einflussfaktoren steht freilich auf einem anderen Blatt. Hier ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung angebracht.
Lesestück Nr. 03/März–April 2020

Die Qualität von Management

Der Autor Wolfgang Caspart hat gewiss nicht an die Corona-Krise gedacht, als er den Aufsatz Politisches Management wörtlich genommen verfasste. Aber seine grundsätzliche Betrachtung könnte auf die politischen Reaktion auf die gegenwärtige Pandemie abzielen: „Die heutigen Tendenzen in der Politik führen zu einer zunehmend uferlosen Gesetzesflut, Zentralisierung und Überorganisation … und führen zu den bekannten Fehlfunktionen.“ Casparts Darlegungen sind von höchster Aktualität.
Lesestück Nr. 04/März–April 2020

Globalisierung und Universalismus

Eine philosophische Betrachtung von Universalismus und Partikularismus im Laufe unsere Geschichte bis in die Gegenwart liefert Joachim Schönknecht unter dem Titel Zwischen Vereinheitlichung und Selbstbewahrung. Unbeschadet der wechselvollen Beziehung dieser einander widerstreitenden Tendenzen sieht der Autor den „Universalismus als politische und soziale Triebfeder der Neuzeit“. Die „Widerstände und Retardierungen“ lassen die Frage berechtigt erscheinen: Zahlen die USA für ihren Import von Sklaven nicht bis heute den Preis in Form andauernder Rassenkonflikte?
Lesestück Nr. 05/März–April 2020

Bruno Kreisky über den Antisemitismus

Unsere Leserschaft ist es seit vielen Jahren gewohnt, in der Zitaten-Truhe ausgewählte Dichter und Ihre in Verse gegossenen Gedanken zu lesen. Diesmal ist es anders. Wir zitieren ausführlich die Worte des erfolgreichen Bundeskanzlers Dr. Bruno Kreisky zu dem nach wie vor aktuellen Phänomen des Antisemitismus. Der 1990 verstorbene Kreisky, selbst Jude, hat seine Sicht dieses Phänomens in einem langen Kapitel seiner politischen Betrachtungen „Im Strom der Zeiten“ niedergeschrieben.
Lesestück Nr. 06/März–April 2020

Verbissene Moralvorstellungen

Der Mensch neigt dazu, andere zu schubladisieren und in „gut und böse“ einzuteilen. Als Autor nimmt sich Siegfried Waschnig in seinem Beitrag Sackgasse Mensch oder eine Kritik am Moralismus an. Zwar meint der Autor, dass es nicht falsch sei, ein guter Mensch sein zu wollen. Aber er kritisiert die oft damit einher gehende Verbissenheit, die häufig in einer Verachtung des anderen endet. Vor allem dann, wenn dieser „Hypermoralismus“ mit einem als „selbstgerecht“ empfundenen politischen Auftrag verbunden wird. Genau besehen rechnet Waschnig hier mit einem moralisch verbrämten Fundamentalismus und daraus resultierenden Handlungen ab. Fundamentalisten hält er grundsätzlich für politikunfähig. Das gilt wohl in alle Richtungen.
Lesestück Nr. 07/März–April 2020

Quantencomputer – Maschine der Superlative

Der Quantencomputer als Kind der Quantenphysik wird noch viele Jahre lang nicht zum kommerziellen Einsatz gelangen. Trotzdem befasst sich Karl Sumereder in dem Lesestück Der Mensch und die Maschinen mit dessen schier unfassbaren Eigenschaften, die menschliches Vorstellungsvermögen überschreiten. Hervorgehoben wird die fundamentale Rolle der Information. Wir können niemals den totalen Zustand der Welt begreifen, weil wir selbst nur ein winziger Teil eben dieser Welt sind.
Lesestück Nr. 08/März–April 2020

Über die Vertreibung von 15 Millionen Deutschen

Diesem Thema widmet sich der US-amerikanische Völkerrechtler Alfred de Zayas in seinem Buch „80 Thesen zur Vertreibung – Aufarbeiten statt verdrängen“. Gerulf Stix bespricht dieses Buch unter dem Titel: Ein Amerikaner schreibt über die Vertreibungen. Es tut sich in dieser Frage eine Kluft zwischen den Generationen in Mitteleuropa auf. Während Millionen von Einwanderern aus fremden Kulturkreisen seitens der Verfechter einer Willkommenskultur begrüßt werden, wird über die nach dem Zweiten Weltkrieg aus unserer Nachbarschaft vertriebenen Millionen Menschen gleicher Muttersprache und gleicher Kultur kaum gesprochen. Höchstens werden völlig wirklichkeitsfremd deutlich unterscheidbare Flüchtlingsströme einfach gleichgestellt, sozusagen Äpfel mit Birnen verglichen.
Lesestück Nr. 09/März–April 2020

Corona-Krise: Massive Eingriffe in die Grund- und Freiheitsrechte

Dieser realpolitische Befund über das Handeln der österreichischen Bundesregierung unter Verletzung vieler geltenden Regeln nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Der Rechtsanwalt Lothar Stix nennt in seinem Artikel Kurz-Schluss für den demokratischen Rechtsstaat zahlreiche Rechtsverletzungen und Eingriffe in die Grundrechte beim Namen. Eine juristische Philippika gegen die von der Allgemeinheit bislang hingenommenen Maßnahmen der Bundesregierung und vieler Landesregierungen „im Namen“ der Bekämpfung der Corona-Pandemie! Wichtigste These des Autors: Die „Verhältnismäßigkeit“ von außerordentlichen Maßnahmen, die unsere Rechtsordnung für den Notfall vorsieht, wurde nachweisbar bei weitem überschritten.
Lesestück Nr. 10/März–April 2020

AUFGEBLENDET
Das dicke Ende kommt erst: Weltwirtschaftskrise!

Die Corona-Krise wird in einer gigantischen Wirtschaftskrise enden, und das weltweit.
„Unverhofft kommt oft“, wie eine alte Weisheit besagt, und das trifft diesmal auf die Corona-Pandemie zu. Ob die drakonischen Absperrungen nötig waren oder besser der Theorie der „Herdenimmunisierung“ zu folgen gewesen wäre, darüber streiten sich die Fachleute. Wir können das nicht entscheiden. Ausgehen müssen wir aber von der Realität, dass in ganz Europa und letztlich auf praktisch allen Kontinenten massive Ausgangssperren eingeführt – zum Teil für 6 Wochen und länger – und die Grenzen gesperrt wurden. Inwieweit dabei die Regeln des Rechtsstaates eingehalten wurden, wird im Genius-Lesestück Nr. 10 abgehandelt. Zu den Grenzsperren schreibt der bekannte Philosoph Konrad P. Liessmann: „Das Virus ruft nicht nur in Erinnerung, was Grenzen tatsächlich bedeuten, es demonstriert, dass Grenzenlosigkeit nicht immer und nicht unter allen Umständen ein Wert sein muss“ (in „Das neue Lob der Grenze“, Die Presse v. 21. März 2020). In diesem Kommentar hier soll der Schwerpunkt allerdings auf die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie gelegt werden.

Jedenfalls hat die wirtschaftliche Seite der Globalisierung einen schweren Rückschlag erlitten. Die Abhängigkeit riesiger Lieferketten von der weltweiten Dislozierung ganzer Produktionsstätten, der Auslagerung von Zulieferungen und das bloße Schielen auf niedrige Lohnkosten hatte bisher schon für viel Kopfschütteln gesorgt. Nun ist das bittere Erwachen aus der globalen Arbeitsteilung innerhalb des eigenen Unternehmensbereichs zum blanken Entsetzen mutiert. Und wieder bewahrheitet sich die alte Erkenntnis, dass auch hochbezahlte Manager nicht vor Irrtümern gefeit sind. Die Vorratshaltung durch eine Just-in-time-Produktion zu ersetzen, dürfte nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Freilich darf man das Kind nicht mit dem Bad ausschütten. Insgesamt wird die globale Arbeitsteilung auch nach der Krise zunehmen. Es kommt dabei auf das Augenmaß an. Derzeit stehen die Abschottungen im Vordergrund; mit allen ihren Konsequenzen. Eine bittere Lehre.
Die Schließung der Grenzen insbesondere in Europa durch praktisch alle nationalen Regierungen lässt noch eine Vermutung aufkeimen. Ungeachtet vieler düsterer Geschichten und auch fakenews von „biologischen Waffen“, die aus geheimen Labors „entkommen“ seien, könnte die Corona-Pandemie von einigen Staaten stillschweigend zum Anlass genommen worden sein, eine Art von Großübung zur Eindämmung denkmöglicher Angriffe mit biologischen Waffen in Zukunft zu veranstalten. Umfang wie Rigorosität der getroffenen Maßnahmen stützen diese Vermutung. Aber, wie schon gesagt, das bleibt eine Annahme.

Keine Annahme, sondern bittere Wahrheit hingegen sind die umfangreichen Zwangspausen für ganze Branchen, insbesondere Tourismus, Einzelhandel (ohne Lebensmittel und Medikamente) sowie den gesamten Kulturbereich. Dabei geht es um das Eingemachte. Denn nicht allein Liquiditätsfragen sind aufgeworfen, sondern es handelt sich um massive Umsatzverbote, letztlich Leistungsverbote. Brechen Umsätze weg, so entfallen auch Einkommen und das betreffende Unternehmen – egal ob Körperschaft oder Einzelperson – steht vor der Existenzfrage. Ja, es ist zunächst auch die bloße Liquidität gefordert, also die Zahlungsfähigkeit. Aber rasch wird bald auch der Einkommensentfall spürbar werden. Dieser zehrt das Eigenkapital auf. Firmen mit hohem Eigenkapital können Verluste, die das Eigenkapital schmälern, über eine befristete Durststrecke überleben. Firmen mit niedrigem Eigenkapital können das nicht, sie werden pleitegehen. Wir werden erleben, dass in den nächsten Monaten der Reihe nach viele Firmen das Handtuch werfen werden.

Anders als bei früheren Großkrisen versprechen die Regierungen und Notenbanken erfreulicher Weise praktisch überall großzügige Finanzhilfen, Förderungen, Garantien, Stundungen usw. In Österreich ist die Rede von (derzeit) 38 Milliarden Euro. Aber fast alle diese Finanzhilfen sind in Wirklichkeit nur Liquiditätshilfen. Nur der kleinere Teil davon sind verlorene Förderungen, die eben deswegen auch Kapitalverluste wenigstens teilweise ersetzen können. Reichen werden diese Zuschüsse nicht. Was nützt einem Unternehmen beispielsweise die Stundung von Schuldentilgungen, wenn das nur einen Zahlungsaufschub bewirkt, doch einen handfesten Umsatzverlust kein bisschen ausgleicht? Und die angebotenen Verstaatlichungen beispielsweise bei bankrotten Fluggesellschaften? Verstaatlichungen sind genau genommen Enteignungen – zu Lasten der Steuerzahler! Bei den „Kleinen“, etwa den hunderten Hotels usw., ist nicht einmal die Verstaatlichung ein Thema. Was den insgesamt bedauernswerten Kulturbereich betrifft, so leben die „Staatskünstler“ sowieso schon vom Steuerzahler, wie übrigens auch der ORF.
Die Masse der Unternehmen muss leider davon ausgehen, dass auch die großzügigen Hilfsversprechen der Staaten nicht die Umsatzverluste durch Öffnungsverbote, Leistungsverbote, Lahmlegung der europäischen wie der globalen Arbeitsteilung usw. ausgleichen werden.
Besser sind die Arbeitnehmer dran. Für sie stellt sich nur die Frage, inwieweit sie ihren gewohnten Lebensstandard aufrecht erhalten können, aber es stellt sich nicht die nackte Existenzfrage wie z. B. für Freiberufler. Arbeitslosengeld, soziale Kurzarbeitszeitregelung und Mindestsicherung werden die kommende Massenarbeitslosigkeit halbwegs erträglich machen. Es sei denn, die gleichfalls drohende Inflation vermindert die nominal gebundenen Hilfsgelder, die ohnedies beschränkt sind. Leider ist genau das zu befürchten.
Damit verlassen wir die betriebswirtschaftliche bzw. einzelwirtschaftliche Betrachtung und wenden uns der volkswirtschaftlichen, der makroökonomischen zu.

Makroökonomisch gesehen bauen sich wirtschaftspolitisch böse Szenarien auf. Mit dem Motto whatever it takes werden sämtliche Schleusen für praktisch unbeschränktes Drucken von Papiergeld geöffnet. Die Europäische Zentralbank mit ihren erklärten 750 Milliarden Euro an Freigaben gibt für Europa den Ton an. Die USA toppen das mit 2 Billionen Dollar; die FED will 1 Billion Dollar bereit halten. Zurück nach Euro-Europa. Hatte die EZB schon unter Draghi mit sturer, unbelehrbarer Minus-Zins-Politik und indirekten Anleihekäufen bei normalem Konjunkturverlauf (!) de facto für die unerlaubte Finanzierung hochverschuldeter Staaten gesorgt, so wird unter Draghis Nachfolgerin Madame Lagarde diese Politik der praktisch unbegrenzten Staatsfinanzierung durch aus dem Nichts geschaffenes Papiergeld fortgesetzt. Die Verantwortlichen können weder politisch noch durch die Justiz dafür belangt werden. Die (gewählten) Parlamente sind ohnmächtig, sie hatten seinerzeit selbst naiv an ihrer eiskalten Ausbootung mitgewirkt. (1)
Die EU öffnet gleichfalls die Geldschleusen, indem sie die an sich ohnedies zu wenig strengen Budgetregeln für Staatsschulden jüngst aufhob. Und die neue EU-Kommissarin, Frau von der Leyen, orakelte von einer europäischen Haftungsgemeinschaft, gegen die sich bislang einige der halbwegs vernünftig budgetierenden Staaten nördlich der Alpen erfolgreich sträubten. Überhaupt hat sich die EU in der ganzen Corona-Krise fast nur durch Versagen bemerkbar gemacht. Da hilft kein Schönreden.

Um der Objektivität willen sei ausdrücklich betont, dass die berühmte Theorie von John M. Keynes, wonach bei großen Wirtschaftskrisen der Geldhahn aufgedreht werden müsse anstatt zu sparen, grundsätzlich richtig ist. Aber J. M. Keynes hat nicht gesagt, dass die Geldschleusen schon lange vorher aufgedreht werden sollten! Eben genau das haben nicht nur der EMS und die EZB gemacht, sondern gleich mehrere Staaten in Europa. Draghi hat sein Pulver zur Unzeit verschossen. Deshalb steht die EZB jetzt mit dem Rücken zur Wand. Und hinsichtlich der Staaten ist das finanzielle Drama rund um die „Rettung“ Griechenlands nur allzu gut in Erinnerung. Viel schwerer noch wiegt das budgetäre Schlamassel, in dem derzeit Italien und Spanien stecken. Italien beispielsweise ist weit über sein Bruttosozialprodukt hinaus verschuldet, hat also keinen finanziellen Spielraum mehr. Italiens Schulden etwa betragen derzeit rund 140 % des Bruttosozialprodukts. Die Schweiz, um ein Gegenbeispiel zu bringen, mit einem Verschuldungsgrad von nur 40 % tut sich da wesentlich leichter, höhere Staatsschulden in Kauf zu nehmen! Keynes hätte seine helle Freude an der Schweiz und übrigens auch an Schweden mit seinen nur 30 % Staatsschulden gemessen an der gesamten Wirtschaftsleistung.
Italien wie Spanien sind verglichen mit Griechenland Schwergewichte im europäischen Wirtschaftsleben. Ausgerechnet beide Staaten werden von der Corona-Krise besonders arg gebeutelt. Aber schon lange vor der Corona-Krise hat besonders Italien als Kandidat für die Auslösung der nächsten großen Finanzkrise nach dem Jahr 2008 gegolten. Umso dramatischer wird sich nunmehr die Kumulierung von unbeherrschbar gewordenen Staatsschulden und anrollender Geldflut auswirken. Zu allem Übel kommen noch die unvermeidlichen Steuerausfälle (siehe oben!) hinzu. Nach menschlichem Ermessen werden sich aus diesen kaum bezifferbaren Diskrepanzen stufenweise enorme Verteuerungen und letzten Endes eine gewaltige Inflation auftürmen. Dann sind Schuldenschnitte und Währungsreformen nicht mehr auszuschließen. Die Leidtragenden werden alle sein; auch die gegenwärtig noch einigermaßen solide gebarenden Staaten nördlich der Alpen.

Nach diesem düsteren Szenario, das schrittweise unseren Alltag beherrschen wird, sollen abschließend kurz noch ein paar Punkte erwähnt werden, die auf eine teilweise Abmilderung hoffen lassen. An erster Stelle sei die in der ganzen Menschheitsgeschichte bisher nie dagewesene PRODUKTIVITÄT genannt. Technologisch hat die Produktion einen Stand erreicht, der weit über die Abdeckung selbst eines höheren Lebensstandards hinaus reicht. Gemessen an der allgemeinen Produktivität wird ein spürbarer Einbruch für viele Menschen schmerzhaft, aber verkraftbar bleiben. Leider nicht für alle.
An zweiter Stelle sind neuzeitliche Errungenschaften wir Strom- und Gasnetze sowie ganz besonders das INTERNET und die Mobiltelefonie zu nennen. Nicht auszudenken, wie die Corona-Krise verlaufen wäre, wenn diese Netze zusammengebrochen wären! Glücklicherweise ist ein solcher Blackout nicht eingetreten. Er wäre ein Menetekel für unsere Zivilisation. Die Auswirkungen auf das Klima müssen hier ausgeklammert bleiben.
Drittens darf nicht der mittlerweile erreichte Grad der wirtschaftlich-technischen GLOBALISIERUNG übersehen werden. Man erinnere sich, dass die Corona-Pandemie in China ausgebrochen ist, aber es war China, das nach deren erster Überwindung gleich Hilfslieferungen mit medizinischem Material und auch ärztliches Personal bis nach Europa geschickt hat. Ohne Globaliserung, ohne Weltluftverkehr, ohne weltweite Zusammenarbeit in Forschung, Technik und Wirtschaft hätte das nicht so rasch organisiert werden können.
Wie schon gesagt: Alle die genannten Punkte bringen lediglich eine Abmilderung der großen Weltwirtschaftskrise, in die wir nun hineinschlittern. Das Leben wird irgendwie weitergehen. Nur die „Spaßgesellschaft“ wird zu Ende sein. Die Spielkarten werden neu gemischt werden und danach wird das schmutzige politische Spiel weiter gehen. In einigen Jahren wird die Wirtschaft trotz allem wieder florieren – aber anders als zuvor.

 
Anmerkung:

 

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