Genius-Brief
März–April 2021

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Die Verantwortung für die Inhalte der einzelnen Lesestücke tragen deren Verfasser.
Herausgeber ist der Verein Genius-Gesellschaft für freiheitliches Denken, Wien. Von diesem wurde mit der praktischen Durchführung der Herausgabe Dr. Gerulf Stix, Ampass, beauftragt. Die Redaktion leitet Bernd Stracke, Innsbruck.
Beide sind erreichbar über verein@genius.co.at. Über die redaktionelle Linie des Mediums informiert: www.genius.co.at. Die Wiedergabe von Genius-Lesestücken ist nur mit Zustimmung der Genius-Gesellschaft gestattet. Weitere Auskünfte finden Sie ebenfalls unter: www.genius.co.at

 

Inhaltsangaben

Klimawandel – zu ernst für hysterisches Getue

Es ist heutzutage sozusagen schick, große Töne um den Klimawandel zu machen. Tatsächlich begleitet uns dieser einmal mehr und einmal weniger spürbar. Hinzu kommt der von Technik und Industrie bewirkte Klimawandel. Wie schwer in Wirklichkeit Natur- und Menschenwerk auseinander zu halten sind, zeigt Gerulf Stix in seinem groß angelegten Beitrag Klima, Wetter, Wirtschaft und Wandel auf. Im Grunde genommen geht es nur um die eine Frage, ob das Klima einfach unser Schicksal ist oder ob wir dieses Schicksal uns selbst bereiten? Da erscheint es richtig, die Hauptargumente dafür und dagegen einfach auf den Tisch zu legen und zu sichten. Soweit uns ein Ausweg aus diesem Dilemma überhaupt möglich ist, wird es ein langer und mühsamer Weg werden.
Lesestück Nr. 01/März-April 2021

Kluge Gedanken über The Great Reset

Ob die Vierte Industrielle Revolution tatsächlich zu einem „Verschmelzen unserer physischen, digitalen und biologischen Identität“ führen wird, kann nur die Zukunft weisen. Jedenfalls stellt Heinz Wohlmeyer eine Reihe kritischer Fragen in seinem Artikel The Great Reset revisited – Umbruch wieso, woher, von wem, wohin? Der Verfasser argumentiert bewusst gegen den Hauptstrom der Meinungen. Er versucht dabei, die westlichen Intellektuellen von ihrem hohen Podest einer schier allwissenden Weltdeutung mit globalem Anspruch herunter zu holen.
Lesestück Nr. 02/März-April 2021

Der abschreckende „Corona-Gaza-Streifen“

Im Jahr 2021 unseres „Virus-Mutations-Zeitalters“ macht sich der Erfolgsbuchautor Hermann H. Mitterer so seine Gedanken über auffallende Zeiterscheinungen. Als Mensch, Bürger, Beamter, Offizier: Leben in stürmischen Zeiten ist er mit dem Weltenlauf unzufrieden. Er ist unglücklich darüber, dass China „mit seinem totalitär-kommunistisch-kapitalistischem System der umfassenden Kontrolle aller Lebensbereiche… bis zur Totalüberwachung durch eine allgegenwärtige Zensur“ immer häufiger „von westlichen Politikern gelobt wird“. Die „neue Normalität“ im Zeichen der Corona-Pandemie findet H. Mitterer ebenso anstößig wie jeder von uns. Dieser Beitrag ist wie ein gewaltiger Aufschrei im Namen der Freiheit, die uns die Regierungen scheibchenweise nehmen wollen.
Lesestück Nr. 03/März-April 2021

Grundeinkommen – Der Leistungszusammenhang wird gekappt

Die unfassbare Vermehrung der Geldmenge zum Ausgleich für die brutale Stilllegung der Wirtschaft im Zeichen des Corona-Virus lässt auch die Umverteiler über die Stränge hauen. Eberhard Hamer nimmt in seiner Darlegung Vom Leistungslohn zum Grundeinkommen das völlige Verlassen jeder Produktionsbasis für Umverteilungsziele aufs Korn. Für Deutschland wurde errechnet, dass inzwischen rund zwei Drittel der Bevölkerung von nur einem Drittel, das für die gesamte Produktion aufkommt, leben. Und ausgerechnet im Namen der Pandemie-Bekämpfung wird der Mittelstand als Rückgrat der produktiven Wirtschaft massiv beschädigt, teilweise vernichtet. Eines nicht mehr fernen Tages wird die ungedeckte Geldflut über uns hereinbrechen.
Lesestück Nr. 04/März-April 2021

Legaler und illegaler Waffenbesitz

Nur weil sich rechtstreue Bürger an das geltende Waffengesetz halten, ist das noch lange kein Grund für ein rigoroses Waffenverbot. Unter dem Titel Ein Gesetz, das unsere Gesellschaft spaltet, legt Georg Zakrajsek seine Überlegungen dar. Auch ein strenges Waffenverbot kann Verbrechen mit Schusswaffen nicht verhindern. Offenbar greift das Waffengesetz kaum in den anschwellenden Kreisen von Immigranten. Ein legaler Waffenpass ist für die zuständigen Behörden nur mehr „Ermessenssache“. Damit steht praktisch das Recht auf Notwehr nur mehr auf dem Papier. Muss bald wirklich jeder psychiatriert werden?
Lesestück Nr. 05/März-April 2021

Der Mathematiker Kurt Gödel aus Brünn

Er war keineswegs der einzige aus alt-österreichischen Landen, der die moderne Wissenschaft verändert hat. Rüdiger Stix stellt den Mathematikprofessor Gödel in der kulturhistorischen Abhandlung Der Geist der altösterreichischen Sudetenländer prägt das 21. Jahrhundert in eine Reihe mit Mendel, Mach und Einstein. Besonders das enge Verhältnis zwischen Gödel und Einstein hat es dem Verfasser angetan. Das jüngst ins Zentrum der praktischen Forschung gerückte Bemühen um die Verwirklichung der Künstlichen Intelligenz (KI) hat dem Gedankenaustausch der beiden Geistesgrößen viel zu verdanken.
Lesestück Nr. 06/März-April 2021

EU-Parlament liefert Puigdemont aus

„Was sind das für Parlamentarier, welche die Menschen im Parlament in Brüssel vertreten?“ Diese Frage stellt entrüstet Siegfried Dillersberger in seiner Philippika: Was ist denn das für ein Parlament? Und der frühere Rechtsanwalt und Kufsteiner Bürgermeister gibt sich gleich selbst die Antwort: „Politiker, die für das Selbstbestimmungsrecht, das ihre Bürger reklamieren, eingetreten sind, werden von der Mehrheit der Volksvertreter also als Verbrecher betrachtet. Unglaublich!“ Der Verfasser tritt als Staatsbürger dafür ein, dass Österreich den verfolgten Politikern aus Katalonien politisches Asyl gewährt.
Lesestück Nr. 07/März-April 2021

„Bedroht von lästigen Coronen, die mutieren oder klonen …“

Die Leute können von dem Wirbel um Corona kaum noch etwas hören – so satt haben sie die ganze Sache. Angesichts dessen findet unser Sepp Koller noch den Mut und den Humor, um in unserer Zitaten-Truhe spöttische Reime zu den Viren zu formen. Alle Achtung! Da können wir uns nur seinen Schlussversen anschließen: „Alle Helfer sind zu loben in diesem Kampf gegen Mikroben; man darf sich in der Hoffnung wiegen, die Angst und Viren zu besiegen.“
Lesestück Nr. 08/März-April 2021

Der Wald als Seelenlandschaft

In Grimms Märchen verlaufen sich nicht nur Hänsel und Gretel im Wald, sondern auch Schneewittchen wird in ihn verbracht, und auch Rotkäppchen muss den gefährlichen Wald durchqueren. In seinem Beitrag Die Deutschen und der Mythos Wald setzt sich der Historiker Fabian Walch mit dem Wald als Seelenlandschaft auseinander. Abgesehen von der kulturpolitischen Seite reicht die Spannbreite der Darlegungen vom Aufkommen der Forstwirtschaft bis zur heutigen Klimabewegung, die den „natürlichen“ Mischwald einfordert.
Der Wald als eine der Fixgrößen im deutschen Geistesleben entzieht sich in seiner Unergründlichkeit jedem primitiven Links-Rechts-Schema.
Lesestück Nr. 09/März-April 2021

Wie den Pädophilen praktisch zugearbeitet wird

In einem vom bundesdeutschen Familienministerium finanzierten Portal für „Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“ finden sich u. a. sexuelle Hinweise. Junius erwähnt im Artikel Vorbereitung zum Kindesmissbrauch, dass sich – laut dem Portal – schon kleine Kinder für „Hetero-, Homo- und Bisexualität“ und andere Formen der „sexuellen Orientierung“ interessieren würden. „De facto wird unverblümt für Frühsexualisierung geworben.“ Es werden verschiedene Beispiele gebracht. So gab die Berliner Senatsverwaltung über Jahrzehnte Straßenkinder zu pädosexuellen Männern in Pflege. Und welche Rolle spielen die staatlichen Jugendämter?
Lesestück Nr. 10/März-April 2021

Wie die Südtiroler nach 1918 unterdrückt wurden

Reinhard Olt baut in seinem hier veröffentlichten Beitrag Unters Joch zwingen auf dem Buch „Repression – Wie Südtirol 1945/46 wieder unter das Joch gezwungen wurde“ von Helmut Golowitsch auf. Olt zitiert auch Gabriele Marzucco, der sich wortmächtig für die Identität seiner neapolitanischen Mitbürger einsetzte. Im Kampf um die angestammte Identität steht uns natürlich Südtirol näher. Im Mittelpunkt des besprochenen Buches steht hauptsächlich die Zeit vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 bis zur Entscheidung der alliierten Außenminister vom 1. Mai 1946, die Forderung Österreichs nach Rückgliederung Südtirols abzuweisen. Der ungebrochene Selbstbehauptungswille der Deutschen Südtirols bis in unsere Gegenwart nötigt angesichts aller Knebelungsversuche Bewunderung ab.
Lesestück Nr. 11/März-April 2021

AUFGEBLENDET
KURZ verblasst und MERKEL verdämmert

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz strahlt bei weitem nicht mehr so hell wie noch zu Beginn der Corona-Pandemie. Viele Medien berichten über die abflauende Meinung in der Bevölkerung zu seinen Regierungsmaßnahmen. Beispielsweise schreibt das PROFIL am 13. Februar 2021: „Sebstian Kurz fällt auf den niedrigsten Wert seit Sommer 2019.“ Aber nicht nur die überzogenen Anti-Corona-Maßnahmen tragen zum Verblassen des Glanzes von Kanzler Kurz bei. Seine Attacken gegen die Justiz, die Verwicklung der ÖVP in undurchsichtige Spendenaffären und das harte Vorgehen seines Innenministers gegen friedliche Demonstranten erwecken viel Unmut. Den Vertrauensschwund bewirken zusätzlich schwerwiegende Fehler im Impfmanagement. Um von seinen Versäumnissen bei der Impfstoffbeschaffung abzulenken, griff S. Kurz sogar die EU unsachlich an, weswegen er sich bei deren Mitgliedsländern in die Nesseln setzte. Überhaupt ist die Stellung Österreichs im internationalen Ranking der Pandemie-Bekämpfung trist. Bei der Durchimpfung seiner Bevölkerung schaffte Österreich mit Stand Mitte März mit Ach und Krach gerade einmal 9 %. Die massiven Freiheitsbeschränkungen, von denen der Verfassungsgerichtshof einige aufhob, tragen nach wie vor zur wachsenden Erbitterung in der Bevölkerung bei. Hinzu kommt der knallharte Oster-Lockdown in Wien, Niederösterreich und Burgenland.
Augenscheinlich hatten sich die Wähler des S. Kurz deutlich mehr vom ihm erwartet, als er letztlich in der Praxis vorzeigen konnte. Die Enttäuschung ist umso größer, als der noch recht junge Bundeskanzler mit seiner Message Control praktisch alle maßgeblichen Medien an die Kandare genommen hatte und quasi im Rahmen einer runden Verdoppelung des Werbeaufwandes seitens der Bundesregierung – natürlich auf Kosten der Steuerzahler – durch eine Flut an öffentlichen Inseraten immerhin mögliche Kritik verstummen machte.
Doch seit einiger Zeit lässt sich beobachten, dass auch wieder und auch vermehrt kritische Stimmen in führenden Medien laut werden. Deswegen stellt sich die Frage, ob das Knistern im Gebälk der türkis-grünen Bundesregierung sich zu einem Zerfall der Koalition ausweiten wird? Aber der angeschlagene S. Kurz kann, so oder so, kaum an Neuwahlen interessiert sein. Seinem Spiel auf Zeit steht freilich die sich ausweitende Wirtschaftskrise entgegen. Und diese kommt ganz gewiss! Auf der anderen Seite weiß die SPÖ, die seine Signale wohl zu deuten versteht, nicht recht, was sie tun soll. Die schwarzen und roten „Sozialpartner“ haben sehr wohl ihre eigene Meinung dazu. So sorgen sie eben für ein heftiges Tauziehen innerhalb der SPÖ.

Die Merkel-Dämmerung ist angebrochen

Dass Angela Merkel nach 16 Jahren Regierungstätigkeit irgendwie ermattet ist, kann man ihr nachfühlen. Merkels jüngste Entschuldigung bei den Bürgern für den von ihr angestrebten und schließlich doch vermasselten Oster-Lockdown macht die eingetretene Ermattung deutlich. Diese Entschuldigung war übrigens die erste in der langen Regierungszeit und spricht daher für die stattgefundene Ermüdung. Ausgestattet mit einem weit überdurchschnittlichen Machtinstinkt, hat sich Merkel unbeachtet schwerer Fehler wie ihrer „Willkommenskultur“ für Millionen von Masseneinwanderern aus fremden Kulturkreisen in Deutschland eine enorme politische Stellung geschaffen, die nun allmählich abbröckelt. Die neue Situation lässt einen an den alten Spruch denken: „Unter alten Bäumen wächst nur Gras“. Genau so sieht es hinsichtlich der Nachfolge für Frau Merkel aus. Die eine, Kramp-Karrenbauer, die vorgesehen war, ist schon als Verteidigungsministerin ruhmlos gescheitert. Später dann nochmals als Parteivorsitzende der CDU. Die zweite der in Aussicht genommenen Nachfolgerinnen, Ursula von der Leyen, bekleckerte sich auch keineswegs mit Ruhm im deutschen Verteidigungsministerium. Zum Dank wurde sie dann noch in das hohe Amt einer Kommissionspräsidentin der Europäischen Union gehievt. Charles Michel wird dabei insgeheim gelächelt haben. Mittlerweile ist auch dem Durchschnittseuropäer klar geworden, dass Frau von der Leyen in Brüssel schlicht und einfach eine Fehlbesetzung ist.

Nachdem Frau Kramp-Karrenbauer das Handtuch der CDU-Vorsitzenden geworfen hatte, war die Bühne für drei Männer frei. Von diesen machte Armin Laschet das Rennen, was den Verfasser dieser Zeilen eine Wette gewinnen ließ. Laschet passte eben genau in das „traditionelle Bild“ eines CDU-Vorsitzenden: bieder, schlau, intelligent, aber nicht allzu weit herausragend, nach oben loyal und mit dem nötigen „Stallgeruch“ ausgestattet. Vielleicht hätten die CDU-Mitglieder einen anderen Mann zu ihrem Vorsitzenden gewählt, aber diese Wahl war so nicht vorgesehen. Für den kleineren „virtuellen“ Wählerkreis war Laschet der Richtige.
Nun bleibt natürlich das Rennen um die Kanzlerin-Nachfolge offen. Auch Spahn und Söder (CSU) sollen sich Hoffnung machen. Sicher ist nur, dass noch viel Wasser den Rhein und die Donau hinunterfließen wird, bevor eine Nachfolgeentscheidung geschieht. Wollen wir über ihren Ausgang wieder eine Wette abschließen?

Die Landtagswahlen in Deutschland

Ebenfalls einen Strich durch die Rechnung im Nachfolge-Merkel-Spiel machten die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz sowie in Baden-Württemberg. In Rheinland-Pfalz gewann die amtierende Sozialdemokratin Malu Dreyer und in Baden-Württemberg der grüne Winfried Kretschmann. Beide sind ausgewiesene und zugleich erfahrene Praktiker, keine besonders ausgeprägten Ideologen. Und beide straften den im Falle der SPD abwärts gerichteten und im Falle der Grünen auf leichte Zugewinne gerichteten Trend in diesem offenkundig bei den Wahlen zutage getretenen Ausmaß als Lüge.
Die CDU wurde durch die Geschäftemacherei von CDU-Abgeordneten rund um das an sich als hysterisch zu beurteilende Getriebe um die Corona-Pandemie genau in der heiklen Wahlphase in eine fatale Lage gebracht. Sogar die sonst systemkonforme TT titelte: „Union verliert weiter an Boden“. Nach ihrer Schlappe bei den Landtagswahlen dürfte die CDU jetzt nur noch bei knapp 29 % liegen, wenn man Umfragen glauben darf.
Abgesehen von Parteipräferenzen zeigen Wahlen in Deutschland und Österreich, aber auch in anderen Ländern, dass immer dann, wenn besondere Persönlichkeiten die betreffende Wahl anführen, die Mehrheit der Wähler dazu neigt, auch jener Partei die Stimme zu geben, für die die Führungspersönlichkeit antritt. Erfreulicherweise ist es allen Unkenrufen zum Trotz doch so, dass herausragende Persönlichkeiten auch in festgefahrene Parteiensysteme wieder Bewegung bringen. Das erlaubt eine gewisse Hoffnung für die Zukunft der Demokratie. Es ist glücklicherweise nicht so, dass unsere Staaten unwiderruflich einer historisch irgendwie entstandenen Parteienherrschaft ausgeliefert sind. Freilich besteht immer die Gefahr, dass charismatische Führungspersönlichkeiten die Demokratie zu einer bloßen Fassade machen und sich selbst in Richtung Autokratie entwickeln.

Um die Zukunft der Grünpartei

Da den Grünen verschiedentlich unerwartete Höhenflüge zuteil wurden, sind bei ihnen Hoffnungen auf eine Ampel-Koalition entstanden. Schwarz-grün wie in Österreich reicht nicht mehr, es soll nach parteigrünen Vorstellungen Bundesregierungen aus Rot und Grün geben, eventuell noch durch ein irgendwie „liberal“ gefärbtes Gelb ergänzt. In Wirklichkeit geht es um rot-grüne Mehrheiten. Zwar geben das die Verhältnisse in Österreich nicht her, aber für Deutschland wird davon geträumt. Dies liegt weniger an der Strahlkraft des grünen Landeshauptmannes in Stuttgart, der bekanntlich eine grün-schwarze Landesregierung präferierte, und auch kaum an der sozialdemokratischen Landeshauptfrau in Rheinland-Pfalz mit ihrer im Lande praktizierten Ampel-Koalition, sondern mehr an den zwei neuen Führungskräften der Grünpartei, nämlich Annalena Baerbock und Robert Habeck. Beide sind bekennende Sozialisten, um nicht den Ausdruck Kommunisten zu gebrauchen. Deren Wahl zur grünen Führungsspitze in Verbindung mit den Ergebnissen der beiden Landtagswahlen und unter Berücksichtigung des in führenden Medien sehr weit nach „links“ gerückten Zeitgeists liefert das Substrat für die erwähnten Ampel-Hoffnungen. Aber dieses Substrat ist doch ziemlich dürftig, die Realität in der Gesellschaft eine andere. Näher als die Jacke beispielsweise einer Rettung des Weltklimas ist den Leuten das Hemd der wirtschaftlichen Existenz. Freilich ist das zugleich ein kritischer Punkt. Denn wie die USA gegenwärtig vorzeigen, will Präsident Biden die bereits spürbare Wirtschaftskrise auf unamerikanische Art und Weise vorrangig mit sozialistischen Rezepten bekämpfen, so ungefähr nach dem Motto: „Einen Scheck für jedermann!“ Trotz des weltweiten Scheiterns dieser Methode überall dort, wo Verstaatlichung und Zentrallenkung der Wirtschaft bereits praktiziert wurden, kann es sein, dass die sozialistischen Schalmeientöne bei den „kleinen Leuten“ nun doch wieder verfangen. Marxistisch geschulte „Studenten“ werden das befeuern. Leider ist geschichtliches Erfahrungswissen in allen diesen Kreisen dünn gesät.
So bleibt die für Deutschland und damit auch für Europa wichtige Kanzlerfrage vorerst ungeklärt. Aber nicht um diese Frage allein geht es. Die ganze Gesellschaft befindet sich inmitten einer ausgedehnten Zerreißprobe zwischen Pandemie-Bekämpfung und Wirtschaftsstillstand. Die Gesellschaft gleicht mehr und mehr einem Gärbottich, in dem sich unkontrolliert explosive Gase ansammeln. Hoffentlich gibt es da keine Explosion.

 

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