Genius-Brief
Mai–Juni 2021

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Unter AUFGEBLENDET finden Sie am Ende der Inhaltsangaben aktuelle Hinweise auf besondere Zusammenhänge in Kurzfassung.

Die Verantwortung für die Inhalte der einzelnen Lesestücke tragen deren Verfasser.
Herausgeber ist der Verein Genius-Gesellschaft für freiheitliches Denken, Wien. Von diesem wurde mit der praktischen Durchführung der Herausgabe Dr. Gerulf Stix, Ampass, beauftragt. Die Redaktion leitet Bernd Stracke, Innsbruck.
Beide sind erreichbar über verein@genius.co.at. Über die redaktionelle Linie des Mediums informiert: www.genius.co.at. Die Wiedergabe von Genius-Lesestücken ist nur mit Zustimmung der Genius-Gesellschaft gestattet. Weitere Auskünfte finden Sie ebenfalls unter: www.genius.co.at

 

Inhaltsangaben

„20 Jahre Wikipedia“ – kritisch gesehen

In einem Dreiteiler, dessen erste Folge hier veröffentlicht wird, befasst sich Bernd Stracke kritisch mit Vorgeschichte und Werdegang des weltbekannten Online-Lexikons Wikipedia. Unter dem Titel Mit Vorsicht zu genießen beleuchtet unser Redaktionsleiter die kriminelle Degeneration einer an sich guten Idee. Fußend auf penibler Recherche, werden die theoretischen und praktischen Entwicklungen von Wikipedia dargestellt. Erstaunlich sind die unterschiedlichen Gewichtungen heikler Materien je nach dem Sprachraum, in welchem das übers Internet aufrufbare Online-Lexikon erscheint. Die Teile II und III werden in den nächsten Genius-Briefen erscheinen.
Lesestück Nr. 01/Mai-Juni 2021

Gegen den eingeforderten Universalismus steht die Vielfalt der Völker

Vor 150 Jahren wurde im Sinne der „kleindeutschen“ Lösung in Frankreich (!) König Wilhelm I. von Preußen zum deutschen Kaiser ausgerufen. Dazu schildert der bekannte Historiker Lothar Höbelt in seinem fulminanten Artikel Die „aufgehobene“ großdeutsche Lösung 1866/1871 anhand vieler Fakten, wie es seinerzeit aus „Mangel an einer echten politischen Alternative zur kleindeutschen Lösung“ kam. Souverän schlägt Höbelt dann die gedankliche Brücke zum heute zeitgeistig eingeforderten Universalismus und die diesem entgegenstehende Lebenskraft vielfältiger Völkerschaften. Abschließend stellt der Verfasser die rhetorische Frage: „Wieviel Berlin (oder Brüssel) braucht der Mensch?“
Lesestück Nr. 02/Mai-Juni 2021

Die Straße wird auch in Zukunft nicht von der Schiene verdrängt werden

Verkehrspolitik wird immer deutlicher zu einem Teil der Klimapolitik. Dabei spielt das Motto „Von der Straße auf die Schiene“ eine gewichtige Rolle. In seinem grundsätzlichen Beitrag „Von der Straße auf die Schiene“ – ein Aberglaube legt Gerulf Stix dar, wieso auch in Zukunft selbst eine modernisierte Eisenbahn dem Auto auf der Straße nicht den Rang ablaufen wird. Die Entwicklung „alternativer Antriebssysteme und Kraftstoffe“ wird auch dem Auto künftig alle Chancen eröffnen. Und die Straße hat der Schiene nach wie vor die Erschließung der Fläche voraus. Mit Straßen- und Streckenverkehr werden wir auch in Zukunft leben.
Lesestück Nr. 03/Mai-Juni 2021

Die Türkei im komplexen Spiel um die Vormacht in Nahost

Während alle Welt auf die mühsam gezähmte Auseinandersetzung zwischen Israel und den Palästinensern sowie auf den Konflikt mit dem Iran blickt, wird die Türkei oft übersehen. Peter Toplack tut das nicht. Im Genius-Lesestück Türkische Politik zwischen Realismus und Illusion – Teil 1 schildert er die militärische Zusammenarbeit, die die Türkei mit der Ukraine betreibt, sowie die ausschlaggebende Hilfe, die sie Aserbeidschan im Krieg gegen die Armenier leistete. Darüber hinaus werden die Ambitionen der Türkei hinsichtlich des Weltraums und als Atommacht-Aspirant, aber auch ihre gegenwärtige Finanz- und Corona-Krise sowie die innenpolitische Lage insgesamt betrachtet. Die Türkei will ihren früheren Status als Großmacht wieder erringen. Weitere Teile dieser Analyse folgen in den nächsten Genius-Briefen.
Lesestück Nr. 04/Mai-Juni 2021

Durch Viren ausgelöste Pandemien werden uns auch in Zukunft begleiten

Der Preis für Weltverkehr und Massentourismus werden globale Pandemien sein. Müssen wir uns also dauerhaft auf abwechselnd Lockdowns und Öffnungen einstellen? Diese Frage stellt Eberhard Hamer und er gibt auch gleich die Antwort: Nein! Unter dem Titel Die Pandemie verlässt uns nie setzt sich Hamer kritisch mit den Maßnahmen der bundesdeutschen Regierung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und den Reaktionen der Bevölkerung darauf auseinander. Eine gelenkte Staatspropaganda hatte laut Hamer vermutlich auch seinerzeit zum Nachlaufen der Mehrheit hinter Diktatoren wie Hitler usw. geführt, was bis heute kaum verstanden wird. Abgesehen von diesem Mechanismus prognostiziert der Verfasser, dass wir darauf eingestellt sein müssen, auch künftig mit Pandemien zu leben, und zwar ohne Lockdowns.
Lesestück Nr. 05/Mai-Juni 2021

Was bedeutet „Woke Capitalism“ ?

Dieser von Stephan Soucup geschaffene neue Begriff veranlasst unseren Autor Jan Mahnert, in seinem Artikel Die Zukunft der Arbeit in der linksliberalen Gesellschaft aufzuzeigen, mit welchen Hürden Nicht-Linke bei ihrer Suche nach einem Arbeitsplatz zu kämpfen haben. „Unkorrekte Gesinnung“ führt immer häufiger zur Ablehnung des Arbeitssuchenden. Die mehr und mehr gefragte „korrekte“ Gesinnung schwappt wie viele Modeerscheinungen von den USA auf Europa über. Aus diesem Grund ist es wichtig, die rege Kapitalismus-Sozialismus-Diskussion in den USA genau zu verfolgen. Was scheinbar nur theoretisch erörtert wird, zeitigt knallharte praktische Auswirkungen, die bereits konkret zu spüren sind.
Lesestück Nr. 06/Mai-Juni 2021

Eine antisowjetische Fabel

Unsere Leser sind zwar gewohnt, unter der Rubrik Zitaten-Truhe Gedichte und Verse serviert zu bekommen, doch diesmal ist das anders. Es kommt ein skeptischer Zeitbeobachter zu Wort, der hier als Satiriker eine sarkastische Fabel aus der untergegangenen Sowjetunion wiedergibt. Am Ende dieser Fabel wird der Leser wohl sehr nachdenklich werden: Sitzen in gar vielen etablierten oder im Entstehen begriffenen Diktaturen nicht wiederum „Esel auf den Amtsposten der Löwenkommission“?
Lesestück Nr. 07/Mai-Juni 2021

Naturereignisse und Verantwortungslosigkeit

Auch bei diesem Lesestück wird unsere Leserschaft erstaunt sein. Bertram Schurian legt in diesem Artikel unter dem Titel Atomenergie ist unerlässlich – will man Klimaziele erreichen Argumente vor, die Fukushima zwar als Naturkatastrophe, jedoch nicht als Atomenergie-Unfall sehen. Im Vorspann erklärt die Redaktion, warum sie dieser Argumentation ungeachtet ihrer nach wie vor gültigen Ablehnung großer Atomkraftwerke Raum gibt. Der Leser soll sich seine eigene Meinung bilden.
Lesestück Nr. 08/Mai-Juni 2021

Gedanken über die Entstehung von Spiritualität

Mit einem schwierigen Thema im Verlauf der evolutionären Entstehung des Homo Sapiens befasst sich Mathias Holweg in seinem Beitrag Gesellschaftsverträge und Weltbilder. Dem Verfasser geht es um nichts Geringeres als um den Versuch, die Entstehung der Religionen, wie sie bis heute menschliche Gesellschaften gestalten, zu erklären. Dieser Erklärungsversuch landet schließlich bei den modernen Ideologien Kapitalismus und Sozialismus, die in aktuell gesellschaftlicher Ausformung selbst fast schon die Position von Religionen einnehmen oder auf dem Weg dorthin sind. Eine Lektüre, die nachhaltig zum Überdenken anregt.
Lesestück Nr. 09/Mai-Juni 2021

AUFGEBLENDET

Peinliche Ausrutscher von KURZ bis CORONA und Nahost

Auf Wienerisch gesagt: Es ist ein richtiges „Gfrett“ mit Sebastian Kurz, dem jungen Bundeskanzler Österreichs. Wenn er vor den Medien auftritt, die er dank der message control gut im Zaum hält, so hängt nach wie vor die Mehrheit der Österreicher an seinen geschickt gedrechselten Worten. Das ist immer noch so, obgleich Kurz sich in der Wählergunst einem Abwärtstrend gegenüber sieht und insgesamt sein Glanz nunmehr verblasst. Dafür gibt es objektive Gründe.
Seit Sebastian Kurz mit einer Anklage seitens der von ihm mit sehr fragwürdigen Methoden angegriffenen Justiz rechnen muss, gelingt es ihm nur mit zunehmender Mühe, auf dem glatten Wiener Parkett nicht auszurutschen und seine Dominanz aufrecht zu erhalten. Sein Konflikt mit der von ihm kritisierten Justiz, insbesondere der rötlich eingefärbten Staatsanwaltschaft gegen Korruption, ist keineswegs ausgestanden. Im Zuge der Auseinandersetzungen, die mittlerweile die Öffentlichkeit erreicht haben, ist mehr und mehr zutage getreten, wie sehr es – im Hintergrund seit Langem – um knallharte Machtpolitik der ÖVP bei der Besetzung (oder Wiederbesetzung) von Beamten- und Vorstandsposten geht. Was die propagandistisch angekündigte „neue Politik“ durch den glamourösen Bundeskanzler anbelangt, so ist von dieser im Licht der jüngst offenkundig gewordenen Fakten nichts mehr übrig geblieben. Ob es um Einflussnahmen beim Verfassungsschutz geht – einem Dauerbrenner, bei dem jetzt nichts mehr scheinheilig dem freiheitlichen Klubobmann Herbert Kickl in die Schuhe geschoben werden kann – oder im Justizministerium, ob es um angebliche Reformen im Innenministerium geht oder um das einseitig harte Durchgreifen des Innenministers bei Demonstrationen, die nicht auf Regierungslinie liegen. Überall wird sichtbar, dass die Bundesregierung brutale Machtpolitik wie eh und je betreibt. Das betrifft auch finanzielle bzw. Sachspenden an die ÖVP, wie jüngst der bekannt gewordene Fall der ÖVP-Abgeordneten Michaela Steinacker zeigt.
Der Rechtsstaat spielt nur in den salbungsvollen Reden des aalglatten S. Kurz eine wichtige Rolle. In der Praxis wird der Rechtsstaat ausgehöhlt. Selbst der Bundespräsident sah sich nach langem Schweigen zu den unerbaulichen Vorkommnissen endlich doch veranlasst, mahnende Worte „in alle Richtungen“ auszusprechen. Zwar war es höchste Zeit dafür, erfolgte aber ziemlich unbestimmt in der Sache selbst. Keine überzeugende Performance.

Das Abdrehen des parlamentarischen Unterausschusses

Die Grünen machen entgegen ihren früheren Aussagen dem großen Koalitionspartner die Mauer. Wie lange sie diesen Spagat der Widersprüche durchhalten, lässt die Gerüchteküche brodeln. Jedenfalls murrt die grüne Basis immer vernehmlicher. Gipfelpunkt bisher war das Abdrehen des parlamentarischen Unterausschusses, als es um dessen Verlängerung durch Parlamentsbeschluss ging. Ursprünglich als „Ibiza“-Untersuchungsausschuss eingesetzt, um die Freiheitlichen quasi unter Dauerbeschuss zu nehmen, entwickelte sich dieser Untersuchungsausschuss, anders als vorgesehen, zu einem Tribunal für die laufend aufgedeckten Machenschaften der ÖVP. Als sogar der türkise Bundeskanzler selbst ins Fadenkreuz geriet und dabei wirklich keine gute Figur machte, wurde das der Bundesregierung zu bunt. Die schwarz-grüne Bundeskoalition sorgte mit ihrer Mehrheit im Parlament dafür, dass der „Ibiza“-Untersuchungsausschuss nicht mehr verlängert wurde. Und die Grünen stimmten mit. Da half keine Gegenstimme der Opposition. Die türkis-grüne Koalition wollte nicht dulden, dass der bereits angepatzte Vorzeigekanzler noch weiter entblättert wird.

Der schwarz-grüne Eiertanz um die Corona-Pandemie

In der Sache an sich betroffen, versucht S. Kurz, „gute Miene zum bösen Spiel“ zu machen. Nach dem Ausrutscher der ÖVP-Ministerin Köstlinger im ORF, die viele der amtlichen Corona-Maßnahmen als „sehr entbehrlich“ bezeichnete, und der komplizierten Teil-Öffnung zu Pfingsten erlebt die staunende Öffentlichkeit den Schlagabtausch zwischen dem Bundeskanzler und seinem neuen Gesundheitsminister Mückstein. Während S. Kurz eigenmächtig über den Termin der nächsten Öffnungsschritte redete, widersprach ihm Mückstein zunächst, um wenige Tage danach mit seiner Festlegung auf einen noch früheren Termin als vom Bundeskanzler angekündigt zum Gegenangriff überzugehen. Ein geradezu klassisches Ringen um die jeweilige Position! Auch dieser Fall belegt die wankend gewordene Stellung von S. Kurz. Abgesehen davon wird das Wettrennen zwischen Schwarzen und Grünen um die Gunst der Wähler eifrig fortgesetzt. Ein Beispiel dafür sind die Ankündigungen des Vizekanzlers über die Verlängerung der Sperrzeiten. An diesem Wettlauf beteiligt sich nun sogar die SPÖ, indem sie am 26. Mai dem unausgegorenen „Grünen Pass“ Marke Österreich zustimmte, ohne den bereits beschlossenen europäischen „Grünen Pass“ abzuwarten, obgleich der schon in ein paar Wochen kommen soll. Das Fiasko rund um die Grünen Pässe ist abzusehen.
Zurück zum Ausrutscher der Ministerin Köstinger. In Wirklichkeit hat sie damit zu gegeben, was im Genius-Brief mehrfach gesagt, aber von den schwarz-grünen Koalitionen im Bund und den westlichen Bundesländern stets verneint wurde: Die Anti-Corona-Maßnahmen waren deutlich zu weit gehend und insgesamt ganz und gar nicht „verhältnismäßig“. Abgesehen davon, dass der Verfassungsgerichtshof gleich einige der erlassenen Verordnungen rückwirkend aufheben musste, waren auch die verschiedenen Lockdowns überflüssig. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass viele Regierungen in Europa und in aller Welt im Zusperren nachgerade wetteiferten, wobei sie unausgesprochen jeweils auch auf die Nachbarstaaten schielten. „Koste es, was es wolle!“ – Nach diesem Motto wurde die Corona-Pandemie ohne Rücksicht auf massive Kollateralschäden (z. B. Patienten mit Nicht-Corona-Erkrankungen, freiheitliche Bürgerrechte, ganze Branchen der Wirtschaft) zum schier einzigen Feind aufgeblasen. Das gesamte Gesellschaftsleben wurde der vorgeblichen Pandemie-Bekämpfung untergeordnet.
Das türkis-grün regierte Österreich machte da keine Ausnahme. Und seine Bundesregierung unter S. Kurz bekleckerte sich dabei keineswegs mit Ruhm.
Schon am 30. November 2020 schrieb die „Augsburger Allgemeine“ unter dem Titel „Krisenmanager? Die Entzauberung des Sebastian Kurz“ in einem längeren Artikel: „Kurz‘ Botschaft lautet eins ums andere Mal: Wir sind besser als die anderen“.
Obwohl die Berichterstattung bzw. die veröffentlichten Statistiken zur Covid-19-Pandemie praktisch unübersehbar geworden sind, zeigt ein vergleichender Blick auf die Entwicklung in der Welt die eher mittelmäßige Stellung unseres Landes. Die Entwicklung ändert sich laufend, einmal liegt ein Land günstiger, während das gleiche Land ein anderes Mal zurückfällt. Österreich liegt meist im Mittelfeld Europas. In einer Statistik des österreichischen Sparkassenverbandes vom Mai 2021 liegt Österreich anhand von 80 erfassten Kriterien beispielsweise hinter Deutschland, Frankreich und Großbritannien auf Rang 11. Deutlich besser liegt das Nachbarland Schweiz mit dem 1. Platz. Ganz zu schweigen von Schweden, das nie einen Lockdown hatte und auch mit Stand Pfingsten 2021 in Europa gut mithalten kann. In der Sparkassen-Statistik rangiert Schweden vor der Schweiz auf Rang 2. Bei den Corona-Toten mit 1.413 je einer Million Einwohner liegt Schweden nach Belgien und so großen Ländern wie Italien, Spanien und Frankreich auf dem 13.  Platz eines globalen Vergleichs.

Wie steht es um die bekannten „3 G“?

Was die Durchimpfung der ganzen Bevölkerung betrifft, sieht Österreich im europäischen Vergleich nicht gut aus. Hingegen steht es beim massenhaften Testen relativ gut da. Das ist zweifellos dem Mantra „Testen, testen, testen“ von S. Kurz zu verdanken. Natürlich wirft das verschiedene Fragen auf.
Bekanntlich darf man mit dem Nachweis, dass man eines der „3 G“ (Getestet, Genesen oder Geimpft) hinter sich habe, nach dem 19. Mai mit gewissen Einschränkungen überall Einlass begehren. Allerdings muss man die jeweiligen Limits beachten, was in der Praxis oft nicht einleuchtet. Die wichtigste Frage aber lautet anders: Wieso ist „Getestet“ den anderen beiden G gleichgestellt? Sowohl „Genesen“ als auch „Geimpft“ heißt doch, dass man die Corona-Erkrankung überstanden hat oder gegen sie immunisiert ist. Beide Varianten bedeuten also: Corona erledigt! Ganz anders stellt sich das beim Testen (negativ!) dar. Dieses ist eine sehr kurze Momentaufnahme und besagt nur, dass die getestete Person momentan nicht infiziert ist – wenn der Test stimmt, was in rund 30 % aller Fälle nicht so sein soll. Der Test signalisiert also keine Heilung von bzw. Immunisierung gegen Covid-19. Warum wird mit den 3 G das Testen den beiden anderen G gleichgestellt? Hat die Bundesregierung vielleicht zu viel Testmaterial eingekauft?

Die Flagge Israels über dem Bundeskanzleramt

Der aktuell wieder aufgeflammte Konflikt zwischen Israel und den Arabern besteht seit etwa 70 Jahren. Trotz seiner Schrecken ist er nicht neu. Historisch betrachtet geht es dabei um die Landnahme durch ein Volk zu Lasten eines anderen Volkes. Das Phänomen Landnahme durchzieht die Geschichte aller Erdteile, aller Völker und aller Zeiten. Vertreibung ist häufig eine der Folgen. Meist wird Landnahme durch Waffengewalt entschieden, seltener durch Kompromisse, Unterwerfung oder Übersiedelung.
Als Außenstehender kann man der Landnahme in Nahost nur traurig zusehen, besonders wenn man sich als neutral versteht. Österreich hat sich formal durch Parlamentsbeschluss, der nach wie vor gilt, als neutraler Staat erklärt. Die Vorgeschichte dieser Neutralitätserklärung steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls gilt diese Neutralitätserklärung auch heute. Und genau diese hat S. Kurz mit dem Hissen der Flagge Israels auf dem Bundeskanzleramt in Wien gebrochen. Auguren wollen wissen, dass der amtierende Bundespräsident nur durch eine Intervention des Alt-Bundespräsidenten Dr. Fischer, der selbst mit einer jüdischstämmigen Österreicherin gut verheiratet ist, davon abgehalten wurde, es der Bundesregierung auf seinem Amtsgebäude gleich zu tun. Ein Ondit, welches Bände spricht. Wie dem auch sei, der Bundeskanzler hat Österreichs Neutralität verletzt. Sebastian Kurz hat sich damit international in die Nesseln gesetzt. Daran ändert auch die ebenso unangemessene Verfluchung Österreichs durch Erdoğan nichts.
Auch diese Episode trug dazu bei, dass, alles in allem genommen, das Image des österreichischen Bundeskanzlers an Glanz verliert.

 

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