Genius-Brief
September–Oktober 2021

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Unter AUFGEBLENDET finden Sie am Ende der Inhaltsangaben aktuelle Hinweise auf besondere Zusammenhänge in Kurzfassung.

Die Verantwortung für die Inhalte der einzelnen Lesestücke tragen deren Verfasser.
Herausgeber ist der Verein Genius-Gesellschaft für freiheitliches Denken, Wien. Von diesem wurde mit der praktischen Durchführung der Herausgabe Dr. Gerulf Stix, Ampass, beauftragt. Die Redaktion leitet Bernd Stracke, Innsbruck.
Beide sind erreichbar über verein@genius.co.at. Über die redaktionelle Linie des Mediums informiert: www.genius.co.at. Die Wiedergabe von Genius-Lesestücken ist nur mit Zustimmung der Genius-Gesellschaft gestattet. Weitere Auskünfte finden Sie ebenfalls unter: www.genius.co.at

 

Inhaltsangaben

Die geopolitische Bedeutung des Rückzugs aus Afghanistan

Die USA versagen in ihrer Rolle als Weltpolizist Nr. 1. In einem geopolitischen Rundblick skizziert Gerulf Stix das Versagen des „freien Westens“ beim Fall Kabuls, der nur eines von mehreren Horrorszenarien ist: Das Ende der westlichen Vorherrschaft. Wir haben es hier mit einer Zeitenwende zu tun. Alle Großmächte orientieren sich auf sämtlichen Kontinenten jetzt um. Das taumelnde Europa gerät mehr und mehr ins Abseits.
Lesestück Nr. 01/September-Oktober 2021

Der globale Gesichtsverlust der USA

Schon wiederholte Male hat unser Genius-Autor Bertram Schurian den USA vorausgesagt, dass ihre globale Position ins Wanken gerät, und in diesem Zusammenhang Afghanistan behandelt. Diesmal fasst er seine Überlegungen unter dem Titel Der ehrlose Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan nochmals zusammen. Vom Freiheitswillen dieses „geschundenen Landes“ über dessen trostlose wirtschaftliche Lage bis zum heutigen Afghanistan als Zentrum des illegalen Drogenhandels reicht die Spanne der Fakten, die der Verfasser hier beleuchtet und kommentiert.
Lesestück Nr. 02/September-Oktober 2021

FETÖ – ein Kürzel und sein Hintergrund

Das ist der 3. Teil der durch die Ereignisse in Afghanistan mittlerweile besonders aktuell gewordenen Türkei-Serie des Genius-Autors Peter Toplack. Unter dem Titel Türkische Politik zwischen Realismus und Illusion beschreibt er diesmal die mit der offiziellen Abkürzung FETÖ gemeinte Gülen-Bewegung, deren Bekämpfung die türkische Innenpolitik beherrscht. Während anfänglich beide Männer zusammenarbeiteten, erklärte Erdoğan nach dem versuchten Putsch 2016 Gülens dessen ganze Bewegung zu seinem Feind, den er bis heute erbittert bekämpft. Parallel dazu stemmt sich Erdoğan gegen die Talfahrt der türkischen Wirtschaft und die sehr hohe Inflation in der Türkei. Auch sieht sich der autoritäre Präsident vielen anderen Schwierigkeiten gegenüber.
Lesestück Nr. 03/September-Oktober 2021

Die „Gender-Sprache“ ist nicht praktikabel

Das sagt unser Genius-Autor Rüdiger Stix, indem er „die sogenannte Gendersprache aus linguistischer und soziologischer Sicht als unsinnig und nicht praktikabel“ bezeichnet. In seinem Artikel unter dem Titel Sie gendern, um zu herrschen, nimmt er zu der „dysfunktionalen Gendersprache“ Stellung. Es gehe gar nicht mehr um die längst erreichte rechtliche Gleichstellung der Frau, sondern um die dadurch gezeigte „Fähigkeit, den Code der Eliten zu beherrschen“.
Lesestück Nr. 04/September-Oktober 2021

Das merkwürdige H. C. Strache-Urteil hat einen politischen Hintergrund

Wie durch eine gesteuerte und politisierte Medienlandschaft die Gesellschaft, die sich demokratisch wähnt, in Wirklichkeit manipuliert wird, beschreibt Mathias Holweg in seinem Beitrag Strache-Urteil markiert Schlußstein klassischer Demokratie. „Die Justiz liegt an der Leine des politischen Sachzwanges …“, so schreibt der Verfasser, und meint: „Dieser Aspekt des Strache-Urteils ist die eigentliche Offenbarung dieser Anklage- und Urteilsfindung für Leute, die heute noch mit den Heile-Welt-Vorstellungen von gestern unterwegs sind.“
Lesestück Nr. 05/September-Oktober 2021

Die Macht der Geheimdienste

Die Wikipedia-Serie unseres Redaktionsleiters Bernd Stracke findet hier mit dem Teil 3 unter dem Titel Wikipedia, die NATO und die Geheimdienste ihre Fortsetzung. Ausführlich befasst sich Bernd Stracke mit dem Fall GLADIO. Diese geheime Organisation der Nato – sie existiert heute nicht mehr – verübte in Italien, wo das Ganze schließlich ans Licht kam, einen fürchterlichen Anschlag in Bologna. Der Wiki-Text über Gladio wurde „fast tausendmal verändert“, wie der Verfasser schreibt. Abschließend berichtet Bernd Stracke über den Widerstand einer mutigen Frau und das Einschreiten eines Schweizers gegen Bemühungen des französischen Geheimdiensts, eine Wikipedia-Eintragung umzuformulieren.
Lesestück Nr. 06/September-Oktober 2021

Wahrheit in „Zeiten globalen Betrugs“ …

Eine Sammlung wahrhaft zeitloser Aussprüche herausragender Persönlichkeiten finden Sie diesmal in unserer Zitaten-Truhe zusammengestellt. Als ob aktuell für die „Experten“ in der Corona-Pandemie gemacht, erscheint der Ausspruch des „Vaters der Weltraumraketen“ Wernher von Braun gültig: „Die Wissenschaft hat keine moralische Dimension. Sie ist wie ein Messer. Wenn man es einem Chirurgen und einem Mörder gibt, gebraucht es jeder auf seine Weise.“ Wie wahr.
Lesestück Nr. 07/September-Oktober 2021

„Den Klängen der Natur und von Musik lauschen“

Fernab jeder Politik oder anderen Menschenwerks beschäftigt sich unser Autor Karl Sumereder mit den großen Fragen des Kosmos. Sein Betrag Das Schwingungsgefüge des Weltalls entführt uns in andere Sphären. Eine Lektüre für besondere Stunden. Während die Quantenphysik das Vorstellungsvermögen der meisten Menschen übersteigt, tüfteln wenige Wissenschafter bereits an den Anfängen eines Quanten-Computers. Und andere Wissenschafter entschleiern Schritt für Schritt die schier unglaublichen Fähigkeiten unseres Gehirns. Doch wie schon Sokrates sagte: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
Lesestück Nr. 08/September-Oktober 2021

Der „Wahnsinn des Schulalltages“ in Wien

Dass die SPÖ-nahe Volksschullehrerin Susanne Wiesinger ihr Amt als Ombudsfrau für Kulturkonflikte im Bildungsministerium schnell wieder loswurde, wundert höchsten einen Nicht-Österreicher. Ihr zweites Buch „Machtkampf im Ministerium – wie Parteipolitik unsere Schulen zerstört“ wir hier von unserem Genius-Autor Dieter Grillmayer unter dem Titel Wiesingers Buch bestätigt den Bevölkerungsaustausch besprochen. Der Dauerstreit um den zusätzlichen Deutschunterricht für Kinder, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind und die einer fremden Konfession angehören, in den Wiener Schulen dokumentiert das große Problem: Innerhalb von nur zehn Jahren haben die islamischen Volksschüler einen Anteil von insgesamt 33,5 % erreicht. Das Buch bringt weitere Zahlen, die der Verfasser interpretiert. Er schreibt dazu, dass sich „an den Schulen Denk- und Verhaltensmuster eingeschlichen (haben), die mit klarem Verstand und wachem Kulturbewusstsein nichts mehr zu tun haben“.
Lesestück Nr. 09/September-Oktober 2021

AUFGEBLENDET

Überraschende Wahlergebnisse in Deutschland und Österreich

Die Spitzenkandidaten haben ihre jeweiligen Parteien mit hinauf oder mit heruntergezogen. Abgesehen von regionalen Besonderheiten eint diese Beobachtung die an sich überraschenden Wahlergebnisse in Deutschland und Österreich. Ansonsten unterscheiden sich die Ergebnisse der Bundestags-, Landtags- und Gemeinderatswahlen deutlich voneinander. Zuerst sei Deutschland betrachtet, erstens weil es sich um Bundestagswahlen und zweitens um eine Kanzlerwahl nach der Langzeitkanzlerin Angela Merkel, die unter anderem auch die CDU herunter gewirtschaftet hat, handelte.
Die Persönlichkeitswahl um die Kanzlerschaft hat Olaf Scholz gewonnen. Er hat die SPD mit sich hinaufgezogen (25,7 %). Scholz hat somit den CDU-Spitzenkandidaten Armin Laschet überrundet und damit die Persönlichkeitswahl für das Kanzleramt gewonnen. Auch Laschet hat die CDU mit hinabgezogen und ihr mit 24,1 Prozent das schlechteste Ergebnis aller Zeiten geliefert. Bleibt festzuhalten: Weder SPD noch CDU sind heute noch das, was man einmal als „die Volksparteien“ bezeichnete. Ob Olaf Scholz tatsächlich Bundeskanzler der BRD wird oder vielleicht doch noch der eigentliche Wahlverlierer Armin Laschet, bleibt offen. Die erst anhebenden Koalitionsverhandlungen ermöglichen beide Varianten. Eine dunkelrot-rot-grüne Koalition ist dank des Absturzes der Linken auf 5 % technisch unmöglich geworden. Auch der Absturz der Linken (frühere Kommunisten) könnte mit der schwachen Ausstrahlung ihrer Spitzenkandidatin zusammenhängen.

An Stärke hat die FDP gewonnen, die auf 11,5 % zulegen konnte und in den Koalitionsgesprächen sowohl mit Laschet als auch mit Scholz eine Koalition bilden kann. Die FDP wird also zur „Kanzler-Macherin“. Die Grünen sind mit 14,5 % unter ihren Erwartungen geblieben. Obgleich sie deutliche Zugewinne erzielten, hat sie der Absturz Annalena Baerbocks von der (theoretischen) Kanzlerkandidatin zu einer „Ferner liefen-Kandidatin“ in ihrem möglichen Wachstum eingebremst. Die Grünen könnten – nach dem mehrfachen Beispiel in Österreich – mit Laschet koalieren, während deren Basis wohl Scholz bevorzugen würde. Insgesamt könnten die Grünen vermutlich mit beiden Kanzlerkandidaten regieren. Hingegen ist die FDP erkennbar näher bei Laschets Wirtschaftsvorstellungen, was für die FDP möglicherweise entscheidend ist, nicht zuletzt wegen ihrer Großspender. Wenn die FDP und/oder die Grünen aber zu hoch pokern, könnte letzten Endes doch eine zwar ungeliebte „Groko“ entstehen, also eine rot-schwarze große Koalition. Im Falle einer „Jamaika-Koalition (schwarz-grün-gelb) könnte Deutschland vielleicht mit einem anderen Mann als seinem Kanzler aufwachen, als es der Wähler nach der Persönlichkeit des Kanzlerkandidaten eigentlich gewollt hatte.

Die AfD hat zwar geringfügig verloren, steht jetzt bei 10,3 %, ist aber stabil geblieben. Sie muss angesichts der undemokratischen Verweigerungshaltung der „koalitionsfähigen“ anderen Parteien auf Zeit spielen. Ihre Stunde wird kommen, sofern die AfD als Partei so lange durchhält.
Ein Wort noch zu den so genannten Wechselwählern. Im Großen und Ganzen sind die Wähler und Wählerinnen im Vergleich zu früher beweglicher geworden. Die Wechselstromanalysen belegen, dass bei allen Parteien die Stammwählerschaft deutlich zurück geht. Eine auf die Spitzenkandidaten abstellende Wahlanalyse zeigt aber auch, dass sich die Wechselwähler häufiger nach der jeweiligen Spitzenpersönlichkeit entscheiden. Echte Demokraten beruhigt das. Die Grenzen eines so genannten Parteien-Staates werden am Horizont sichtbar. Wie immer auch diese Entwicklung beurteilt werden mag, eines macht sie deutlich: Das Ende der großen Volksparteien zeichnet sich ab.

Österreich: Oberösterreich und Graz – große Unterschiede

Die Landtagswahlen gewann der ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer mit 31,7 % bei geringen Zugewinnen. Anders als sein Grazer Bürgermeister-Kollege, der nach dem schier unglaublichen Absturz der ÖVP auf fast 26 % zurücktrat, konnte Stelzer gut halten. Graz wir noch gesondert zu behandeln sein. Nur weil Thomas Stelzer ein guter und engagierter Nachfolger des früheren Landeshauptmannes Pühringer ist, konnte er seine Partei vor einem Desaster bewahren, aber seine Hoffnung, der ÖVP wenigstens die Marke von 4o Prozent zu erringen, war vergebens. Immerhin konnte Stelzer seinen Führungsanspruch klar untermauern. Weder in Linz noch in Graz war ein besonderer Bonus des Bundeskanzlers Sebastian Kurz zu verspüren. Doch auch die SPÖ konnte weder in Oberösterreich noch in Graz deutlich punkten. Weder Rendi-Wagner als Bundesvorsitzende der SPÖ noch die oberösterreichische Spitzenkandidatin der SPÖ Birgit Gersdorfer zeichneten sich durch überdurchschnittliche Anziehungskraft aus. Die Sozialdemokraten schafften eine mühsame Bestandserhaltung bei nur leichten Zugewinnen, aber nicht mehr. Weder ÖVP noch SPÖ kommen an die Maßstäbe früherer „Volksparteien“ heran.
Die FPÖ konnte trotz erheblicher Verluste den zweiten Platz in Oberösterreich bewahren. Mit 19,8 % konnte sich der erklärte Realist Haimbuchner angesichts eines Stimmenverlustes von 10,5 % aus einem Traumergebnis, das unter völlig anderen politischen Umständen im Jahre 2015 erzielt worden war, relativ gut halten. Jedenfalls sicherte er vor SPÖ und den Grünen den Freiheitlichen Platz 2 und damit vermutlich auch die Fortsetzung der schwarz-blauen Regierungskoalition in OÖ.
Was auffällt, ist das gute Abschneiden einer neuen Partei. Die MFG (Mensch — Freiheit — Grundrechte) unter ihrem Spitzenmann Joachim Aigner zog mit ihren 6,7 % auf Anhieb in der Landtag ein. Die MFG operierte einseitig mit der Eigenverantwortung gegen einen drohenden Impfzwang (Corona). Es bleibt müßig, darüber zu diskutieren, ob der Bundesobmann der FPÖ mit der Betonung der gleichen Aussage als der immerhin offiziellen Linie der FPÖ nicht mehr für die Freiheitlichen in OÖ erreichen hätte können, als mit seinem (durch Fakten belegten) einseitigen Kampf gegen das Covid19-Impfen überhaupt. Impfgegner kommen aus allen Richtungen und keineswegs nur aus den „rechten“ Parteien. So gesehen konnte auch die ÖVP bei den Wählern der MFG nicht punkten.

Die Grünen taumeln ihrem Höhepunkt entgegen

Obgleich die Grünen in Deutschland unter ihren Erwartungen blieben, erzielten sie immerhin 14,5 % und überflügelten damit sowohl die AfD als auch die FDP. Hingegen schafften die Grünen in Oberösterreich gerade einmal 12,2 %. Ihr Spitzenkandidat Stefan Kaineder machte keinen großen Stich, wenngleich er das zeitgeistige Thema des Klimawandels strapazierte. In Linz erzielten die Grünen mehr als im Land, nämlich 16,4 %. Mehr noch die Grünen in Graz. Dort erreichten sie nach einem kräftigen Zuwachs sogar 17,3 %.
Nimmt man das grüne Ergebnis der Nationalratswahl 2019, bei der die Partei ihr bestes Ergebnis erreichte, hinzu, so liegen die Grünen österreichweit derzeit bei 13,9 %. Es darf daher vermutet werden, dass die Grünen bei etwa 17–18 Prozent ihren Plafonds erreichen.
Dabei verleiht ihnen der Zeitgeist enormen Rückenwind, während derselbe Wind den Freiheitlichen kräftig ins Gesicht bläst. Während die Grünen auf dem die Medien beherrschenden Thema des „Klimawandels“ reiten, müssen sich die Freiheitlichen andauernd gegen den so genannten „Kampf gegen Rechts“ wehren. Trotzdem behauptet sich die FPÖ, während die Grünen taumeln. Trotz Unterstützung durch den Zeitgeist schaffen es die Grünen kaum, ihre lautstark verkündeten Ziele mit der Realität, geschweige denn mit ihrer „Basis“ in Einklang zu bringen. Ob die Grünen als Partei jene FPÖ, die seit weit über 100 Jahren aus ihren nationalliberalen Wurzeln schöpfen kann, überflügeln oder gar langfristig überleben werden, erscheint ungewiss. Verra qui vivra.

Der Sonderfall Graz

Der dortige und von allen unerwartete Sieg der Kommunisten, die in der Stadt Graz nach 20 % jetzt fast 29 % erreichten, ist nicht zuletzt der sehr guten Arbeit und der persönlichen Ausstrahlung ihrer Spitzenkandidatin Elke Kahr zu verdanken.
Wohl nur wenige waren nicht überrascht vom Ausmaß, in dem die Kommunisten die Grazer Gemeinderatswahlen gewannen: 28,84 Prozent der Wähler (Wahlbeteiligung 53 Prozent) in Österreichs zweitgrößter Stadt votierten nicht nur für die 59jährige Stadträtin Elke Kahr, die medienwirksam von ihrem monatlichen 6.000-Euro-Stadtratsgehalt 4.050 Euro an Bedürftige weitergibt, sondern auch für jene Partei, die vollmundig „Geht’s den Flüchtlingen gut, geht’s uns allen gut“ plakatierte und im Wahlprogramm die unbegrenzte Aufnahme illegaler Migranten stehen hat.

Bild: Haeferl/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Die Austro-KPÖ, bislang zweitstärkste Fraktion in der Murmetropole, zertrümmerte die regierende ÖVP geradezu und veranlasste deren Bürgermeister Siegfried Nagl noch am Wahlabend zum Rücktritt.
Die Grazer haben nun, nachdem sie in der Vergangenheit die Parteienpalette weitgehend „durchprobiert“ hatten – etwa die SPÖ mit Bürgermeister Gustav Scherbaum (1960-1973), die FPÖ mit Bürgermeister DDr. Alexander Götz (1973-1983) und zuletzt die ÖVP mit Bürgermeister Siegfried Nagl (2003-2021), mit der Kommunistin Elke Kahr potenziell eine vierte Stadtführungs-Option.
Kahr signalisierte zwar versteckt ihr Liebäugeln mit dem Amt des Bürgermeisters, ließ bis Redaktionsschluss aber offen, ob sie tatsächlich Bürgermeisterin in „Stalingraz“ werden wolle. Eine KPÖ-ÖVP-Koalition haben beide Seiten ausgeschlossen. Möglich wäre, dass es mit Hilfe der weiter erstarkten Grünen (17,32 Prozent) und der marginalisierten Sozialdemokraten (9,53 Prozent) Rot-Rot-Grün in Graz geben könnte.
In einzelnen Grazer Stadtbezirken scheint das der Wähler zu wollen: In der Innenstadt sowie in den Nobelbezirken St. Leonhard und Gleisdorf übersprangen die Kommunisten – zum Teil deutlich – die 30-Prozent-Marke, ganz zu schweigen vom „bunten“ und kriminalitätsdurchwachsenen Bezirk Gries mit 37,8 Prozent KP-Stimmen.
Mario Eustacchio, bisher blauer Vizebürgermeister und ebenfalls – wohl unverdienter – Wahlverlierer, kommentierte trocken: „Wir (Grazer) rutschen damit gewaltig nach links und machen uns zum Gelächter in ganz Europa.“ Die FPÖ werde eine starke und scharfe Opposition sein und in fünf Jahren würden die Karten neu gemischt. Kleine blaue Hoffnungsschimmer bilden die Bezirke Puntigam, Gösting und Liebenau mit aktuell jeweils 16 bis 19 Prozent FPÖ-Wähleranteil.
Was man nicht übersehen sollte: Die Austro-Kommunisten verfügen über eines der größten Geldvermögen aller Parteien im Land. Aus heutiger Sicht lässt sich nicht abschätzen, wohin die Reise dereinst noch geht, wenn die KPÖ, nun animiert durch das Graz-Ergebnis, ihr gewaltiges Kapital für Kandidaturen bei künftigen Wahlen in anderen Bundesländern und im Bund einsetzt.

Wegen der möglichen Koalitionen da wie dort bleiben die an Überraschungen wahrlich reichen Wahlen in Deutschland und Österreich hinsichtlich der Besetzung der Ämter (Ausnahme: Oberösterreich) bis auf Weiteres offen. Vor allem die Frage, wer in Berlin nun wirklich Kanzler wird, ist nach wie vor ungelöst. Ihre Beantwortung bleibt bis zuletzt spannend.

 

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Die nächste Ausgabe für die Monate November–Dezember 2021 wird am 1. Dezember 2021 herauskommen.

Bearbeitungsstand: Freitag, 1. Oktober 2021

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Dieter Grillmayer
Dritte Kraft mit neuem Schwung
Österreichs Innenpolitik
2006–2016
im internationalen Kontext
GENIUS-EDITION, Band 4
Wien, 2017
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Preis: 19,90 Euro

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Demokratie und Homokratismus
Wie die Gleichheits-
ideologie der Menschen-
rechte die Demokratie
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GENIUS-EDITION, Band 3
Wien, 2011
ISBN 978-3-9502238-2-8
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Karl Claus
Die Parteien in der Sackgasse
Das Finale der klassischen Ideologien
GENIUS EDITION, Band 2
Wien, 2007
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Dieter Grillmayer
National und Liberal
Die Geschichte der Dritten Kraft in Österreich
GENIUS EDITION, Band 1
Wien, 2006
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ISBN 978-3-9502238-0-4
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Dieter Grillmayer
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ISBN 978-3-86386-234-3, 248 Seiten, Restexemplare zum Preis von € 15,00 beim Autor unter dgm@a1.net erhältlich

 
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