Zitaten-Truhe


Von Inge Valentin-Zimek*

Es gibt kein Licht, das reiner ist als die Wahrheit.

Manche Menschen glauben, das Leben mache den Menschen. Manche erkennen, dass der Mensch das Leben macht.

Ein Mensch, der sich in der Einsamkeit wohlfühlt, ist nicht allein.

Manche Männer bekommen deshalb eine Glatze, weil es Frauen gibt, die kein gutes Haar an ihnen lassen.

Das Geld ist wie ein Anker ohne Kette.

Der Wissende ist immer noch der Fragende, denn kein Wissen ist vollkommen.

Die Nahrung der Seele suchen, ist Berufung. Die Nahrung des Körpers suchen, das ist Beruf.

Es ist die Demut, die dich beugt, die Erkenntnis, die dich trägt, und der Glaube, der dich richtet.

Leben müssen wir, um zu erkennen, dass alles vergänglich ist.

Es ist immer noch besser, an sich als an anderen zu zweifeln.

Diplomatie ist, wenn man jemandem eine Ohrfeige so gibt, dass er sich geschmeichelt fühlt.

Das Leben gibt oft, indem es nimmt.

Wir kommen alle mit einem Fragezeichen auf die Welt und sterben mit tausend.

Die Enttäuschung, die du einem Mitmenschen ersparst, ersparst du dir selbst.

Tote müssen erst begraben werden, bevor sie auferstehen.

Indem du Selbstironie zeigst, nimmst du der Umwelt den Stachel.

Versuche deine Fehler stets eher zu finden als deine Umwelt.

Es gibt Dinge, die wir nie verstehen werden, weil wir sie einfach nicht verstehen wollen.

Man muss sehr viel Vergangenheit in sich haben, um die Zukunft verstehen zu können.

Sich mit Tatsachen abzufinden ist wohl das Schwerste, das der Mensch lernen muss.

Keine Kunst kann die Seele so unmittelbar zum Ausdruck bringen wie die Musik.

Auf welche Frage ist der Mensch wohl die Antwort?

Es ist leichter, den Körper als die Seele zu entblößen.

Am besten ist es, man macht die angenehmen Dinge zuerst. Vielleicht hat man dann für die unangenehmen keine Zeit mehr.

Liebe ist das gegenseitige Suchen seines Selbst im Anderen.

Der Abschied beginnt mit dem ersten Gruß.

Solange man mehr Fragen hat als Antworten, ist man jung.

Man muss sich ab und zu neue Schuhe kaufen, damit man weiß, was man an den alten hat.

Der Wunsch nach Vollendung ist besser als die Vollendung selbst.

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen, und die Gäste feuern, wenn sie lallen.

*Inge Valentin-Zimek, geboren 1943 in China, seit 1946 in Graz. Abenteurerin: 1970 Ararat, 1985 Elefantentreck Thailand-Burma, 1990 zu den Gorillas im Ruwenzorigebirge. Künstlerin: Schreibt seit dem 17. Lebensjahr Lyrik, Kurzprosa, Aphorismen. Seit 1991 intensive Beschäftigung mit Glas und Objekten aus antiken Glasfunden. Trägerin des Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark. Die vorliegenden Aphorismen sind ihrem Buch „Mosaik – Im Schatten – Inter Legere – Im Wind“ (Edition Strahalm, Graz, 1994) entnommen.

Bearbeitungsstand: Samstag, 27. November 2021

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