Zitaten-Truhe


Wilhelm Lahres: Progressive Testeritis

(Difficile est, satiram non scribere)

Einen Aufsehen erregenden Vorschlag hat unlängst die Vorsitzende der Ethikkommission der Öffentlichkeit präsentiert: Es genüge nicht, das Volk permanent gegen Covidinfektionen zu impfen, man müsse auch gegen alle anderen Infektionskrankheiten Zwangsimpfungen ins Auge fassen.

Dieser Impuls einer außerordentlich klugen Frau ist zwar sehr erfreulich, greift aber leider zu kurz! Zur Verbesserung und dauernden Sicherstellung der Volksgesundheit und des Wohlergehens der medizinisch-pharmazeutischen Industrie muss weit mehr getan werden als nur zu impfen!

Der Leiter einer kürzlich abgeschlossenen Studie zum Gesundheitsthema hat daher folgende noch viel zweckmäßigere Maßnahmen vorgeschlagen:

1. Regelmäßige (mindestens quartalsweise) Ganzkörper-Röntgenuntersuchungen für den gesamten Pöbel (© ein Familienmitglied). Man könnte sich ja irgendwann und irgendwo unbemerkt einen gefährlichen Knochenbruch zugezogen haben, den es aufzuspüren gilt.

2. Ebenso regelmäßige (mindestens halbjährige) Ganzkörper-Magnetresonanz-Untersuchungen zur Feststellung im Entstehen begriffener Krebszellen, die vom Röntgen noch nicht und vom Patienten schon gar nicht entdeckt werden können. Man weiß ja, je früher solche Krankheiten diagnostiziert werden, desto leichter sind sie heilbar.

3. Permanente Schwangerschaftsuntersuchungen, mindestens alle 9 Monate, bei allen Frauen, Transvestiten, Diversen und sonstigen Personen, die gerne in Frauenkleidern umher oder auf Bälle gehen. Auch dazu ist allgemein bekannt, je eher eine Schwangerschaft entdeckt wird, desto leichter kann sie korrigiert werden – um das böse und rechtsextreme Wort „Abtreibung“ zu vermeiden.

4. Regelmäßige Trepanationen bei stark vulnerablen Gruppen wie z. B. bei den Wahlberechtigten. Dieses sogar schulmedizinisch gesicherte Verfahren besteht darin, ein Loch in die Schädeldecke des Patienten zu bohren und dann durch diesen Zugang künstlichen Sauerstoff ins Gehirn zu blasen. Damit werden sowohl die Wahrnehmungsfähigkeit des Patienten als auch seine Denkleistung erheblich verbessert.
Hätte man diese Therapie großflächig schon vor der letzten Wahl praktiziert, wäre es weder zu Knockdowns der gesamten Wirtschaft noch zu Pflichtimpfungen gekommen.

5. Alkotests an den Eingängen zu gesetzgebenden Körperschaften, um sicherzustellen, dass aktuell nur total nüchterne Abgeordnete bei Beschlussfassungen mitwirken können. Dieses so genannte „parlamentarische Reinheitsgebot“ dürfte bei den letzten Gesetzgebungsverfahren offensichtlich nicht sehr strikt beachtet worden sein.

6. Wie Experten, Expertinnen und diverse Experten in zahlreichen Selbstversuchen herausgefunden haben, hilft gegen Migräne und andere Kopfschmerzen ein Nagel, mindestens 8 cm lang, den man sich ins Knie schlägt. Das lästige Kopfweh ist danach garantiert sofort wie weggeblasen. Sollte die Nagelwirkung später allmählich nachlassen, kann man sich ohne Bedenken weitere Boosternägel in Knie, Ferse oder Schläfe einschlagen. Sogar die der Regierung unentgeltlich als Berater beigestellten Fachleute der Eisenwarenindustrie unterstützen diese Empfehlungen und raten zu regelmäßigen Boosternagelungen. Dazu hat die Regierung fürsorglich bereits 40 Millionen Nägel bestellt und aus dem notorischen Budgetüberschuss bezahlt. Diese müssen klarerweise jetzt zwangsvernagelt werden!
Alle diese Wohlsfahrtsmaßnahmen sollten selbstverständlich auf Kassenkosten durchgeführt werden, um den bereits erheblichen Unmut der Menschen nicht noch weiter zu steigern.
Wer sich den vorgeschriebenen Behandlungen nicht stellt, muss in einem Anhaltelager isoliert werden und geht seiner Bürgerrechte verlustig. Dies solange, bis der gütige und weise Präsident, vielleicht in einer Rauchpause, auf dem Begnadigungsweg seine Amnestierung verfügt.

PS: Übrigens haben die Erhebungen des einzigen wirklich parteiunabhängigen Forschungsinstitutes zweifelsfrei ergeben, dass die auf dem Handy eines allerhöchsten Würdenträgers und Familienmitgliedes der Republik abgespeicherten angeblich über 2000 Dickpics nicht dem homoerotischen Lustgewinn gedient haben. Sie waren vielmehr im Zuge der „Wissenschaftlichen Studie zu den fortschreitenden Stadien der Geschlechtskrankheiten Tripper und Syphilis und ihrer Erkennbarkeit am Beispiel des männlichen Penis“ aufgenommen worden. Die WKStA hätte daher weder das Handy als wissenschaftliches Untersuchungsinstrument noch die fraglichen Wissenschaftsbilder sicherstellen dürfen. Immerhin weiß jedes Kind: „Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei“. Dies sollte sich schon auch bis zu den Strafverfolgungsorganen durchgesprochen haben.

PPS: Sollte die Regierung einen oder mehrere der oben entwickelten Vorschläge umsetzen wollen, was durchaus nicht unwahrscheinlich ist, wird sich der Verfasser dagegen im Zivilrechtsweg über eine Urheberrechts- und Unterlassungsklage zur Wehr zu setzen wissen.

PPPS: Dem Vernehmen nach haben dieser Tage die Botschafter der Demokratischen Republik Rachitistan, des Ogo-Ogilandes und der Volksrepublik Transokeanisches Lemmingen der Bundesregierung zu ihrer fortschrittlichen und festen Haltung in der Impfpflichtfrage gratuliert und ihr den Abschluss eines Freundschafts- und Kooperationsvertrages auf Augenhöhe angeboten. Inwieweit welche Altpolitiker dabei helfend vermittelt haben ist noch nicht bekannt. Die diesbezüglichen Handyauswertungen sind aber bereits im Laufen.

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Bearbeitungsstand: Sonntag, 27. März 2022

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