Ungereimtes – gereimt


Von Pannonicus

 

Der Nachbar

Mein Nachbar ist ein Terrorist,
ein ungemein verdeckter,
der allzu unverdächtig ist –
und folglich noch suspekter!

Er grüßt mich freundlich, plaudert gar,
doch lästig wird er selten –
er will im Hause offenbar
als guter Bürger gelten.

Er trennt den Müll, so wie’s gehört,
bemüht sich zu vermeiden,
was Auge, Ohr und Nase stört,
und gibt sich sehr bescheiden.

Dass er die Zeitung abonniert,
die hier wir alle lesen,
ist ganz besonders raffiniert
und zeugt von seinem Wesen.

Er nützt zudem den Billigpreis
bei Ausverkäufen immer –
muss das nicht reichen an Beweis?
O nein, es kommt viel schlimmer:

Ihm fehlt Migranten-Hintergrund
und mangelt’s an Kontakten
zum Mullah-Muselmännerbund –
das stützt erst recht die Fakten!

Er lässt sogar nach Christenbrauch
zum Kirchgang sich verleiten
und zwar – genau wie andre auch –
nur alle heil’gen Zeiten!

Drum frag’ ich mich voll Angst und Trutz
nun schon seit zwei, drei Wochen:
Was wartet der Verfassungsschutz,
den Burschen einzulochen?

 

Die Speisekarten-Fahndung

Fluggastdaten zu verknüpfen,
nämlich mittels Eh-De-Vau,
das lässt Fahnderherzen hüpfen,
sind Programme doch recht schlau.

Selbst die Essenswünsche gehen
in die Datenbanken ein,
weil die Amis draus ersehen,
wer ein Freund ist, wer ein Schwein.

Ob’s jedoch in allen Fällen
mit der Schurkensuche klappt?
Seht, oft liegt’s an Bagatellen,
dass ein Rechner überschnappt:

Falls ein Hindu Rindfleisch ordert,
meldet „Sünde“ das System,
und wer Unerlaubtes fordert,
kriegt natürlich ein Problem.

Will ein Zuckerkranker Torten,
hat er gleichfalls den Salat,
denn dann schrillt es allerorten:
Achtung, Selbstmordattentat!

Aber wetten, durch die Lappen
geht Bin Laden allemal:
Der bestellt beim Flug die Happen
immer „koscher“ statt „halal“…

Bearbeitungsstand: Freitag, 14. Jänner 2011

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