Erinnerung an die deutschen Heimatvertriebenen


Das ‚Zentrum gegen Vertreibungen‘ als gemeinsames Anliegen

 

Von Gerhard Zeihsel

Durch die Stiftung ‚Zentrum gegen Vertreibungen‘ (ZgV) ist es mehr als 60 Jahre nach Kriegsende gelungen, die deutsche Bundesregierung davon zu überzeugen, dass eine Erinnerungsstätte in Berlin geschaffen werden muss.

Für die Erlebnisgeneration ist es am Ende eines sehr schweren Lebens tröstlich, dass ihr Schicksal nicht vergessen ist, sondern einen festen Ort im kollektiven Gedächtnis der Deutschen haben wird.

Mit der Einweihung und Arbeitsfähigkeit eines würdevollen Dokumentationszentrums wird ein weiterer Schritt zur Vollendung der Integration der Heimatvertriebenen und zum Zusammenwachsen unserer Gesellschaft geleistet werden können.

Im Berliner Bundeskabinett ist der Gesetzentwurf dazu beschlossen worden. Das Deutschlandhaus in der Stresemannstraße ist ein wirklich guter Ort für dieses Erinnerungs- und Dokumentationszentrum. Einen richtigen Namen hat dieses Kind jetzt auch. Der Arbeitstitel „Sichtbares Zeichen“ ist abgelöst: „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ wird diese Stiftung der Bundesregierung künftig heißen und im Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof in der Trägerschaft des Deutschen Historischen Museums errichtet. Nach den parlamentarischen Verfahren und der Verabschiedung des Gesetzes durch den Bundestag kann endlich mit der Verwirklichung begonnen werden. Darin spiegeln sich die Anliegen treffend wider.

Der BdV (Bund der Vertriebenen) wird mit drei Sitzen im entscheidenden Gremium vertreten sein. Wer uns aus Österreich vertritt, wird allein der BdV bestimmen. Darüber gab es von Anbeginn an Einigkeit sowohl mit Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch mit Staatsminister Neumann. Die Bundeskanzlerin hat auch dem gesamten Präsidium des BdV gegenüber sehr deutlich gemacht, dass es das selbstverständliche Recht unseres Verbandes ist, solche Entscheidungen autonom zu treffen.

Mit der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ erlöschen nicht die Aufgaben des BdV und des ZgV. Das ZgV wird und muss weiter treibende Kraft bleiben. Es will und muss aufrütteln und weiter sensibilisieren. Im kommenden Jahr wird die Stiftung deshalb eine Ausstellung über die Kultur- und Siedlungsgeschichte der Deutschen außerhalb des seinerzeitigen Reiches in Berlin zeigen.

„Wenn dieses Vorhaben der Bundesregierung gut gelingt – und ich bin sehr zuversichtlich, dass es gelingt – dann werden die deutschen Heimatvertriebenen sich hier angekommen und angenommen fühlen können. Und für die Erlebnisgeneration wird es am Ende ihres Lebens ein tröstliches Gefühl sein, dass ihr Schicksal nicht vergessen ist, sondern einen festen Ort im kollektiven Gedächtnis unseres Vaterlandes hat“, zeigte sich BdV-Präsidentin Erika Steinbach überzeugt. „Dieses Dokumentationszentrum werde ein Zeichen der Solidarität aller Deutschen mit den Vertriebenen, die mit ihrem Schicksal nicht allein gelassen werden dürfen, denn die angemessene Erinnerung daran ist eine gesamtdeutsche Aufgabe.“

Die österreichische Dachorganisation der deutschen Altösterreicher, der Verband volksdeutscher Landsmannschaften (VLÖ) unterstützte die Bemühungen des BdV in Berlin und hofft auf eine aussagekräftige Dokumentationsstelle.

 

Abg. a. D. Gerhard Zeihsel, Wien, ist Obmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich und Vizepräsident der Sudetendeutschen Landsmannschaften in Deutschland.

Bearbeitungsstand: Montag, 10. Jänner 2011
 
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