Ungereimtes – gereimt


Von Pannonicus

Quousque tandem...?

Er ist ein Teil von jener Kraft,
die’s dürstet nach Zerstörung,
er schießt verquer aus Leidenschaft
und suhlt sich in Empörung.

Er ist der Geist, der stets vermint,
wo andre pflügen, säen,
er liebt es – er, der dran verdient! –
die Zahler noch zu schmähen.

Die Richtung wies sein Frankfurt-Test
mit Publikumsbeschimpfung –
ja, gegen solche Bühnen-Pest
versagt bis heut’ die Impfung.

Da wundert’s kaum: Er hat nun mal
’nen Hang für Terroristen
statt bloß fürs Küchenpersonal
wie fromme Helenisten.

Mit Eifer schnorrte dieser Held
für Ensslins neue Zähne,
doch rausgeschmissen war das Geld –
sie hatte andre Pläne.

Die Bochum-Tage brachten klar
ihn näher seinen Zielen:
Bei Wackernagel konnt’ er gar
Verjährungshelfer spielen!

Dann kam ein roter Ruf aus Wien,
die größte deutsche Bühne
in zeitgeisttiefen Schlamm zu ziehn
mit Zwietracht und Ranküne.

Er hat’s im Vandalismus-Drang
sich nicht entgehen lassen
und durfte dreizehn Jahre lang
in Narrenfreiheit prassen!

Sein Ausgedinge in Berlin
ist eher knapp bemessen,
er müht sich aber weiterhin,
dass wir ihn nicht vergessen:

Der Wirtschaft hat er ein Gedicht
Tucholskys angepriesen,
nur hat sich als Verfasser schlicht
ein andrer dann erwiesen.

Es war halt leider kein Skandal
und höchstens was zu lachen,
doch Täterschutz hilft allemal,
um wieder Wind zu machen:

Drum holte er sich ungeniert
den Klar als Praktikanten –
wie lang noch, frag’ ich, toleriert
man solche Intendanten?

 
(Der Wiederholungstäter Claus Peymann kümmerte sich wieder einmal eifrig um einen RAF-Terroristen.) 

Bearbeitungsstand: Freitag, 14. Jänner 2011
 
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