Ungereimtes – gereimt


Von Pannonicus

 

Ende gut, alles gut

Man fragte sich, um was es geht –
ums Paragraphen-Reiten,
um Ehre, Souveränität,
um bloße Eitelkeiten?

Ein jeder konnte nach Geschmack
den eignen Reim sich machen –
doch ist die Katz’ jetzt aus dem Sack,
und da vergeht das Lachen:

Die alte Tschechoslowakei,
zerfallen und von hinnen,
ist sichtlich noch posthum dabei,
den Weltkrieg zu gewinnen!

Den Eurokraten, die sonst gern
Moral-Apostel spielen,
liegt diesmal die Empörung fern –
man dient ja höhern Zielen.

Der Grundrechts-Charta, die gewiss
einst gut gemeint gewesen,
empfiehlt man schlicht, weil Hindernis,
bleib’ in der Ecke Besen.

Und im Vertrag, dem Mogel-Werk,
auf das sie alle schwören,
darf hinterdrein ein Randvermerk
doch wohl erst recht nicht stören.

So läuft letztendlich alles glatt,
vergeben werden Sünden,
und wie man’s vorgesehen hat,
sind sicher nun die Pfründen.

Der Weg wird frei für die Türkei
– man hätt’s zwar gern verschwiegen –
und Václav Klaus als Beneš Zwei
wird auch sein Denkmal kriegen …

Macht und Ohnmacht

Zu oft wird die Phrase gedroschen
vom „mächtigsten Mann dieser Welt“,
drum fällt nicht und fällt nicht der Groschen:
Um Macht ist’s nicht ganz so bestellt!

Der Bibi – grad wieder erwiesen –
macht nämlich nur das, was ihm passt,
und weil von den Seinen gepriesen,
ist’s schnuppe, dass sonst man ihn hasst.

Er kann ohne Müh’ was versprechen,
denn halten dran muss er sich nicht –
die andern bezahlen die Zechen,
und keiner nimmt ihn in die Pflicht.

Man kann halt den Bibi nicht zwingen,
– versucht man es, beißt man auf Holz –
doch ihm heiße Luft abzuringen,
macht trotzdem die Mächtigsten stolz!

Ja, Hillary nennt’s Konzessionen,
die beispiellos seien sogar!
Ein Hohn dort für viele Millionen –
nur seht, es ist logisch und klar:

Auch sie möchte eben mal werden
zur „mächtigsten Frau dieser Welt“ –
sie wird doch ihr Ziel nicht gefährden
und weiß, wie man da sich verhält …

 

(Die USA sind mit ihrem Drängen auf einen israelischen Siedlungsstop abgeblitzt und sehen diesen jetzt nicht mehr als Voraussetzung für „Friedensgespräche“ mit den Palästinensern. Trotzdem lobte Hillary Clinton in Jerusalem Benjamin Netanyahu und bezeichnete dessen vage und völlig unverbindliche Versprechungen als „unprecedented concessions“.)

Bearbeitungsstand: Freitag, 14. Jänner 2011

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