„Weltkrieg der Währungen“


Daniel D. Eckert, Weltkrieg der Währungen – Wie Euro, Gold und Yuan um das Erbe des Dollar kämpfen, FinanzBuch Verlag, München 2010, 272 Seiten.

 

Eine Buchbesprechung von Gerulf Stix

„Du lebst im Abgrund und Du ahnst es nicht.“ Dieses Wort aus einem Werk des Alt-Griechen Sophokles ist dem Buch als Motto voran gestellt. Düstere Aussichten also. Doch anders als vom Leser erwartet, wird in diesem Buch keineswegs jene Panikmache betrieben, die andere Veröffentlichungen zum gleichen Thema kennzeichnen. Vielmehr besticht dieses Buch durch Sachlichkeit, umfassende Darstellung der Entwicklungen im Geldwesen seit dem 19. Jahrhundert und detailgetreue Schilderung der Fakten bis in unsere aktuelle Gegenwart hinein. Die Fachkompetenz des Verfassers – studierter Historiker nach absolvierter Banklehre – ergibt sich aus seiner jahrzehntelangen Berufstätigkeit im Wirtschaftsressort namhafter Zeitungen und Magazine. Sein journalistisches Können bekommt ebenso dem Stil wie der flüssigen Lesbarkeit des Buches gut, mitunter drastische Formulierungen inbegriffen.

Eindrucksvoll wird der Aufstieg der USA zur größten Finanzmacht der Welt geschildert. Den Durchbruch auf diesem Weg brachte der Erste Weltkrieg. Davor gab es ein halbes Jahrhundert lang eine „geradezu überirdische Festigkeit der Devisenkurse“. Durch den Ersten Weltkrieg und verstärkt danach insbesondere in Folge der unsäglichen Bedingungen des Versailler Diktatfriedens, die den Besiegten auferlegt wurden (deutsche Reparationsverpflichtungen 132 Milliarden Mark!), erstrahlte die „Dollarsonne über Europa“. Der Dollar löste das Britische Pfund, das seine Gold-Bindung 1914 aufgegeben hatte, im Laufe der Zwanzigerjahre als Langzeit-Leitwährung ab. Ein späterer Versuch Londons, wieder zum Goldstandard zurück zu kehren, scheiterte 1931. Das Abkommen von Bretton-Woods 1944, noch mitten im Zweiten Weltkrieg, hievte den US-Dollar „auf den Zenit seiner Macht“: „Die US-Zentralbank Federal Reserve war gleichsam die Notenbank der Welt.“ Alle Wechselkurse richteten sich am US-Dollar aus. Basis war die fixierte Gold-Parität des US-Dollar von 1:34 Unzen Gold.

Im Zuge des nach 1945 einsetzenden Kalten Krieges, dann des Korea-Krieges und schließlich des für die USA verlustreichen Vietnam-Krieges schlitterten die USA immer mehr in eine Defizit-Wirtschaft und verschuldeten sich zunehmend in der ganzen Welt. Zur Stützung des schwindsüchtigen Dollars verkaufte Amerika immer mehr Gold, weshalb seine Goldbestände schmolzen. Besonders das Frankreich De Gaulles’ kaufte viel US-Gold. Diese und andere weltwirtschaftliche Entwicklungen trieben den US-Präsidenten Nixon dazu, die Notbremse zu ziehen. 1971 erklärte er, dass der Dollar nicht mehr in Gold konvertierbar sei, und besiegelte damit den „Tod von Bretton Woods“. Zwei Jahre später wurde auch der Wechselkurs des US-Dollar freigegeben. Von da ab gab es praktisch nur mehr „Papiergeld“, also gemachtes Geld, auch Fiat-Geld genannt. Aber der Dollar blieb die Leitwährung der Welt …

Die Spirale zunehmender Verschuldung

In den USA wuchs die Inflation (im Jahr 1980 15 %) und das Ansehen des Dollar schwand zusehends. Da warf die FED das Ruder herum und erhöhte ihren Leitzins auf 20 %! Der Währung half diese Rosskur, allerdings um den hohen Preis einer schweren Wirtschaftsdepression. Nach deren Überwindung gerieten die USA in eine Spirale der Verschuldung. Die willigen Kreditgeber dafür fanden sich in der ganzen Welt, sie lieferten fleißig und wurden mit Fiat-Dollars bezahlt oder kauften US-amerikanische Schuldverschreibungen. Die „dämonischen Dollars“, wie sie der Verfasser benennt, ließen die Weltwirtschaft boomen. Zugleich fungierte „vor allem China, die neue Werkbank der Welt, mit seinem Millionenheer von Billigarbeitern, als gewaltige Preissenkungsmaschine“.

Viele dieser Dollar flossen „in einer Art Recycling“ zurück und gelangten auf die Kapitalmärkte, wo sie immer wieder zu Kursexzessen führten. Im Buch wird das Bersten der verschiedenen Spekulationsblasen ebenso geschildert, wie auch das realwirtschaftliche bzw. währungspolitische Auf und Ab wichtiger Länder (u. a. Japan, Mexiko, Südamerika).

Im Kapitel „Greenspan – Gesicht einer Ära“ wird dessen zwielichtige Rolle beleuchtet: „Die Beinaheverdreifachung der Geldmenge M3 und die Dauerniedrigzinsen seiner späteren Amtszeit haben zur Entstehung der größten Spekulationsblase der Geschichte beigetragen.“ Aber, so der Verfasser, Greenspan sollte nicht zum Bösewicht hochstilisiert werden, denn er war auch Getriebener im amerikanischen Machtspiel: „Der Dollar war in dieser Zeit, nicht anders als unter Nixon oder Roosevelt, ein Machtinstrument der US-Regierung.“

Machtspiele mit der Währungspolitik als Waffe

Die große Finanzkrise der jüngsten Zeit markiert nur einen neuen Höhepunkt in einer Entwicklung, die erstens eine lange Vorgeschichte aufweist und zweitens noch lange, lange nicht zu Ende ist. Was wir heute erleben, ist „der Kampf um das Erbe des Dollar.“ Als Hauptdarsteller spielen die USA und China das tragische Stück vom Ende des amerikanischen Traums. Der allgemein bekannte Aufstieg Chinas, einem der Hauptgläubiger der USA, verändert die Weltlage: „Für den gleichen Grad an Industrialisierung, für den England 200 Jahre benötigte, brauchte das Reich der Mitte nur 30 Jahre.“ Geldpolitisch sind astronomische Summen im Spiel. Nicht nur dass China gegenwärtig 2,5 Billionen US-Dollar besitzt, es vereinigt rund 30 % aller internationalen Währungsreserven auf sich! Der chinesische Yuan ist also enorm stark, obwohl auch er nur eine Fiat-Währung ist.

So ist nur allzu verständlich, dass China – darin unterstützt von anderen asiatischen Ländern und Russland – auf eine Änderung des Weltwährungssystems hin arbeitet. Die Leitwährung soll nicht mehr allein vom US-Dollar gebildet werden, sondern von einer Art Bündel einiger auserwählter Währungen. Um dieses Ziel wird gegen den hinhaltenden Widerstand Washingtons still und zäh gerungen. „Wenn an Neujahr 2020 die Champagnerkorken knallen, soll nicht mehr New York oder London die führende Finanzmetropole der Welt sein, sondern Schanghai“, träumen die chinesischen Planer.

Die Rolle des Euro

In diesem Ringen um eine Neugestaltung der Weltwährungsordnung spielt auch der Euro eine Rolle, soll er doch mit zu dem Bündel der Reservewährungen gehören. Bevor hier näher auf den Euro eingegangen wird, muss über die Perspektive nachgedacht werden.

Wir Europäer neigen zur Nabelschau. Das Für und Wider der Gemeinschaftswährung wird fast ausschließlich unter zunächst nationalstaatlichen und danach erst unter gesamteuropäischen Gesichtspunkten diskutiert. Ja, der Euro ist sehr wohl auch kritisch zu sehen, aber es reicht bei weitem nicht aus, bloß den Maßstab der Kleinstaaterei anzulegen. Längst ist der an sich noch junge Euro ein wichtiger Faktor im weltweiten Währungspoker. Was um den und mit dem Euro geschieht, ist keineswegs mehr nur eine Angelegenheit der europäischen Nationalstaaten, sondern Teil des strategischen Tauziehens um wirtschaftliche und politische Macht in der Welt. Das muss man sehen, wenn man versucht, die vielen Ungereimtheiten im dramatischen Geschehen rund um den Euro zu verstehen[1]

Daniel Eckert widmet die Hälfte seines Buches dem „starken Schwächling und labilem Kraftprotz“ namens Euro. Von Anfang an als „Esperanto-Geld“ verschrien und von den USA mit scheelen Augen angesehen, deklassierte der Euro nach und nach den US-Dollar.

Stand die Parität in den Anfangsjahren in etwa 1 : 1 und fiel kurzfristig sogar darunter, so konnte man im Jahr 2008 mit 1 Euro bereits über 1,60 US-Dollar kaufen. In den internationalen Devisenbeständen entfielen rund 25 % auf den Euro! Eine Erfolgsgeschichte. Doch dann kam es anders. In der großen Finanzkrise 2008/2009 sackte der Euro auf ein Kursverhältnis von pendelnd um die US-Dollar 1,30 ab. Nun kamen die Geburtsschwächen der europäischen Gemeinschafswährung zum Vorschein.

Die Geschichte der Gemeinschaftswährung

Nochmals lässt der Autor die Währungsgeschichte Englands, Frankreichs und Deutschlands Revue passieren, ehe er auf „das wahr Wunder“ der D-Mark eingeht, wobei er das Jahr 1957 als die „Wasserscheide in der neueren Geschichte des deutschen Geldes“ bezeichnet. Die neue Hartwährung sieht er hauptsächlich als Frucht der Stabilitätskultur, die von der Bundesbank als einer wirklich unabhängigen Institution entwickelt wurde. An diesem währungspolitischen Erfolg rankte sich allmählich ein neuer Stolz der politisch schwer geschlagenen und nach 1945 auch wirtschaftlich am Boden liegenden Deutschen empor. Das damit verbundene „Wirtschaftswunder“ wurde zum Mythos.

Doch parallel dazu entwickelten sich schon Visionen von einer kontinentalen Gemeinschaftswährung. Sie wurzelten neben anderen in Gedanken von Victor Hugo (1802–1885), auch des deutschen Politikers Stresemann Ende der Zwanzigerjahre und führten nach dem Chaos der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkrieges zu einer abgestimmten Währungspolitik der sechs Gründungsmitglieder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG 1957). 1970 kam es zum Werner-Plan, der konkret eine Einheitswährung anstrebte. Doch das Ende von Bretton Woods 1971, die erste große Ölkrise 1973, der Vietnam-Krieg sowie der Rückzug Frankreichs und anderer europäischer Länder aus der gemeinsamen „Währungsschlange“ machte alle Pläne zunichte.

Recht gut arbeitet der Verfasser den deutsch-französischen Dauer-Dualismus auch in der Wirtschafts- und Geldpolitik heraus. Vielleicht ein Schlüsselsatz: „Indem die deutsche Wiedervereinigung näher rückte und schließlich am 3. Oktober 1990 Realität wurde, war es vor allem der Präsident der Französischen Republik (Mitterand), der darauf drang, die Mark zu europäisieren.“ So ist der Euro vielleicht ein Preis für die deutsche Wiedervereinigung?

Ein mit Krisen voll gepflasterter Weg

Im Herbst 1992 zwang der amerikanisch-ungarische Großspekulant George Soros das Britische Pfund in die Knie. England musste zähneknirschend aus dem europäischen Währungsverbund ausscheiden. Trotz aller Turbulenzen wurde am Ziel einer Gemeinschaftswährung festgehalten und auch entgegen allen volkswirtschaftlichen Warnungen, die zwecks Regulierung der real vorhandenen Ungleichgewichte zwischen den verschiedenen Ländern flexible Wechselkurse als unverzichtbare „entscheidende Stellschraube“ einmahnten. Die Parole des politischen Zeitgeistes hieß: Der Euro, das ist Europa! Beschworen wurde die Notwendigkeit von „Konvergenz“ und im Vertrag von Maastricht legte man die bekannten „Kriterien“ zur Aufrechterhaltung der Stabilität fest. Dennoch gab es massive Kritik: „Kurz vor dem für den 1. Januar 1999 angesetzten Start der Währungsunion forderten 155 deutschsprachige Ökonomen, … den Start des Euro-Projektes wegen solcher Ungereimtheiten zu verschieben.“ Allein, das Projekt wurde politisch gewagt.

Schwieriger Start, dann überraschender Erfolg – bis zur Krise

Eckert schildert eingehend die holprigen Anfangsjahre des Euro. Er beschreibt auch die unfassbare Kurzsichtigkeit privater (!) Anleiheinvestoren in Bezug auf Griechenland und verschweigt nicht den laxen Umgang mit den „Stabilitätskriterien“ – ein Sündenfall, den sogar die BRD beging. Doch der Euro wurde stärker, der US-Dollar immer schwächer.

Das Erdbeben der von den USA ausgehenden großen Finanzkrise brachte dann auch das labile Gleichgewicht der Gemeinschaftswährung ins Wanken, die finanzpolitisch unhaltbare Lage Griechenlands ließ sich nicht mehr zukleistern, der bislang sehr gute Kurs des Euro auf den Devisenmärkten begann zu fallen, das Drama nahm seinen bekannten Verlauf.

Obwohl in Artikel 104 b des Maastricht-Vertrages direkte Finanzhilfe für einen Mitgliedstaat ausdrücklich verboten ist, bekam Griechenland letztlich doch von der EU Finanzhilfe. Der bekannte „Rettungsschirm“ (EFSF) wurde aufgespannt und nach Griechenland auch Irland unter seinen Schutz gestellt. Ergänzend sei hier angemerkt, dass bezüglich des „Rettungsschirmes“ jüngst erst wieder fast 200 namhafte deutsche Volkswirte laut ihre ökonomischen Bedenken dagegen geäußert haben. (Vgl. „Die Presse“ vom 26. Februar 2011)

Was der Autor in dieser Verquickung penibel schildert, lässt per Saldo keinen anderen Schluss zu als den, dass die Rettung Griechenlands durch die EU eine höchstpolitische Entscheidung gegen alle ökonomischen und auch gegen klare juridische Regeln war. Damit steht diese EU-Entscheidung – getragen von allen Mitgliedern der Währungsunion der 17, also ganz im Sinne eines Staatenbundes! – in einer Reihe mit den zahlreichen durch und durch politischen Entscheidungen in heiklen Währungsfragen, wie sie die Geschichte des Geldwesens zur Genüge kennt. Zum xten Male erweist sich, dass immer, wenn es hart auf hart geht, Währungspolitik eben primär Politik und nur sekundär Ökonomie ist.

Merkel und die EZB wurden „aufgeweicht“

Gegen den anfänglich massiven Widerstand Deutschlands gelang es Sarkozy, Frau Merkel nach und nach umzustimmen. Auch die Europäische Zentralbank, deren ursprüngliches Vorbild die strikt auf Stabilität ausgerichtete Deutsche Bundesbank war, wurde weich geklopft. Ihr französischer Präsident Trichet ließ sich entgegen seinen früheren Aussagen nun doch zum Ankauf fragwürdiger Staatsanleihen bewegen, was die Glaubwürdigkeit der EZB erschütterte. Eckert schreibt: „Die nächsten Jahre werden viel Streit darüber bringen, welches Konzept – Transferunion, Wirtschaftsregierung, ‚robusterer‘ Stabilitätspakt, politisch abhängige Zentralbank – bei einer Reform der Eurozone zu bevorzugen ist. Denn selbst der 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm gibt den Defizit-Ländern nur eine Atempause, sich zu reformieren. Mehr nicht.“

Die Zukunftsaussichten für den Euro-Raum wägt der Verfasser unter Berücksichtigung vieler Varianten ab. Doch das Ergebnis seiner Betrachtungen bleibt unwägbar, die Zukunft ein einziges großes Fragezeichen. Knackpunkt ist und bleibt die nicht bloß europaweite, sondern praktisch weltweite Riesenverschuldung der meisten Staaten. Für das Jahr 2011 wird die Staatsverschuldung allein der Industrienationen auf mehr als 50 Billionen Dollar geschätzt!

Wie soll dieser Schuldenberg abgebaut werden? Es gibt letzten Endes nur zwei Wege, nämlich Inflation oder Teilenteignung der Gläubiger. Natürlich kann es auch eine Kombination von beidem geben. Mildernd können Produktionssteigerungen aus entweder ungenützten Produktionskapazitäten oder Produktivitätssteigerungen wirken. Aber das Kernproblem der immensen Staatsverschuldung ist nicht weg zu deuteln.[2]

Gold

Über viele Seiten seines Buches befasst sich Eckert mit den „Perspektiven für einen neuen Goldstandard“. Wer sich speziell für diese Frage interessiert, findet hier in kompakter Form einerseits die Geschichte des Goldes als Währungsmetall und andererseits sämtliche Argumente dafür wie dagegen. Und wieder wird offenkundig, wie sehr es hier um höchstpolitische Entscheidungen gegangen ist und auch künftig gehen wird. Bemerkenswert ist folgende Zahl: Das von den Ländern der Währungsunion gehortete Gold würde bei heutigen Preisen (!) die gegebene Geldmenge M3 in der Eurozone von rund 9 Billionen Euro gerade einmal zu 3,5 % decken! Das stimmt nachdenklich. Übrigens besitzt die FED mit 8.134 Tonnen den größten Goldschatz auf der Welt. Auf Platz 2 aller staatlichen Goldbesitzer rangiert die Deutsche Bundesbank mit rund 3.400 Tonnen.

Eckert sieht gewisse Aussichten für so etwas wie einen „privaten Goldstandard“ und wertet das vorsichtig positiv. Er lässt aber die Frage offen, ob sich bei der gegenwärtigen Entwicklung des Goldpreises nicht vielleicht doch schon eine Blase aufbaut. Was aber mehr oder weniger alle Staatsregierungen betrifft, so sieht der Verfasser keine realistische Chance für eine Wiedereinführung einer Golddeckung in welcher Form auch immer. Zu groß sind die finanzpolitischen Hürden, zu groß auch die sozialpolitischen Risiken.

Geldpolitik ist Weltpolitik

Im abschließenden Teil III seines Buches macht sich der Verfasser nochmals Gedanken über „die neue Weltordnung der Währungen“. Den Wechselkurs zwischen amerikanischer und chinesischer Währung wertet er als die „Demarkationslinie“ im Kampf um die Weltgeltung. Eine zweite Demarkationslinie ortet er inmitten der EU: „Dieses merkwürdige Gebilde zwischen Staatenbund und Bundesstaat kann auch weiterhin einen defensiven Machtblock im internationalen Gefüge bilden.“ Das tatsächliche Schicksal wichtiger Industrieländer, die „zwischen Staatsbankrott oder Hyperinflation“ hin und her gebeutelt werden, kann zu unkalkulierbaren Weichenstellungen führen. Wie sich auch immer die Verhältnisse entwickeln, die Papiergeldwährungen stehen vor der größten Herausforderung in ihrer bisherigen Geschichte. Und da sieht Eckert sogar gewisse Chancen für jene Länder, denen es gelingt, dank Rohstoffreichtum oder anderer realer Qualitäten ein plausibles Verhältnis zwischen Realwirtschaft und Geldumlauf erstens wieder herzustellen und zweitens aufrecht zu erhalten. Beispielsweise könnte dank des Rohstoffreichtums Russlands der Rubel auf die Gewinnerseite rutschen.

Sein Fazit lautet: „Wer die Macht über die Währung hat, kann Wohlstand umverteilen, ohne eine einzige Division zu mobilisieren. In diesem Sinne ist Geldpolitik Weltpolitik.“

Dem ist zuzustimmen.

Anmerkungen

[1] Vgl. Gerulf Stix, Europa mitten im Weltfinanzkrieg, Genius-Brief Mai–Juni 2010.

[2] Vgl. Joachim Koch, Die Welt strudelt in die Schuldenfalle, Genius-Brief Mai–Juni 2010.

Bearbeitungsstand: Samstag, 1. Juni 2013

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