Ungereimtes – gereimt


Euro-Leid und Euro-Lyse

Der Rettungsschirm, zwar aufgestockt, ist
selber in Bedrängnis – weil im Konzept
bereits verbockt aus Panik vorm Verhängnis.

Denn das, worum es letztlich geht, ist nicht
geborgter Glitzer, es ist vielmehr die
Bonität der Tripel-A-Besitzer.

Und steht da einer unter Druck, kommt
schnell ein A abhanden – doch auch beim
Schirm ist ruckezuck das Tripel-A zuschanden!

Was könnte sonst der Ausweg sein, wie
raus aus Sumpf und Nebel? Da fiel wem
Archimedes ein, der Grieche mit dem Hebel:

Der meinte einst ja klipp und klar, er könnt’
per Hebel eben die ganze weite Welt sogar
aus ihren Angeln heben.

Und wenn sie auszuhebeln ist, so scheint
man nun zu denken, dann klappt es wohl,
mit Hebel-List sie wieder einzurenken!

Nur leider hat’s zu kurz gefunkt: Der Alte
sagte nämlich, Bedingung sei ein fester
Punkt, denn ohne den wär’s dämlich.

Ob so, ob so, als Fakt besteht bei dem, was
grad im Gange: Am kürzern Hebelarm
gerät erst recht man in die Zange!

Was also tun fürs Tripel-A am Rande
des Infarktes? Probiert’s mal in Amerika,
dem Hort des freien Marktes:

Ihr könntet dort auf einen Streich – statt
euch das Haar zu raufen – mit Hebel-Milliarden
gleich die A-Verkäufer kaufen!

Ihr Hebler aber macht jetzt gar den Schirm
zur „Feuermauer“ – ihn, der verstockt
verdoppelt war! Gibt’s ärgere Kalauer?

Schafft besser ihn zur Prosektur, den Balg,
den ruinösen – es kann doch Euro-Lyse nur
vom Übel uns erlösen!

Bearbeitungsstand: Sonntag, 27. November 2011
 
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