Die Geschichte der Sprachen Deutsch–Slowenisch


Einige Hintergründe zum Kärntner Ortstafelkompromiss 2011

 

Von Heinz-Dieter Pohl

Die folgende Übersicht stellt den zeitlichen Rahmen des Kärntner Ortstafelkonflikts dar und zeigt den langen Weg bis zu seiner Lösung[1] auf:

15. Mai 1955: Unterzeichnung des „Staatsvertrages“; lt. Artikel 7 sind in den Verwaltungs- und Gerichtsbezirken Kärntens mit slowenischer oder gemischter Bevölkerung „Aufschriften topographischer Natur“ auch in slowenischer Sprache zu verfassen (BGBl. 1955, 39. Stück, Nr. 152).

20. September 1972: Die ersten zweisprachigen Ortstafeln werden aufgestellt (insgesamt waren dazu 205 Ortschaften vorgesehen – lt. Verzeichnis BGBl. 1972, 82. Stück, Nr. 270). In der Folge kam es zum so genannten „Ortstafelsturm“[2] und zur Gründung der so genannten Ortstafelkommission.

7. Juli 1976: Der Nationalrat beschließt das „Volksgruppengesetz 1976“ (BGBl. 1976, 118. Stück, Nr. 396).

14. Juni 1977: „Topographieverordnung“ (BGBl. 1977, 69. Stück, Nr. 308), auf deren Grundlage in 91 Ortschaften (mit mindestens 25 % slowenischem Bevölkerungsanteil in 10 Gemeinden) zweisprachige Ortstafeln anzubringen sind, von denen im Laufe der Zeit 77 mit solchen versehen wurden.

13. Dezember 2001: Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) fällt ein Grundsatzurteil, wonach auch in Gemeinden mit 10% slowenischem Bevölkerungsanteil binnen Jahresfrist zweisprachige Ortstafeln aufzustellen sind.

2002/2006: so genannte „Konsenskonferenzen“ (münden im „Karner-Papier“, s.u.).

12. Mai 2005: Erstmals werden wieder zweisprachige Ortstafeln in Kärnten aufgestellt.

2005/2006: Stefan Karner erarbeitet im Auftrag von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel das so genannte „Karner-Papier“, das – 50 Jahre nach Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages (s. o.) – die etappenweise Anbringung von zweisprachigen Aufschriften in insgesamt 158 Orten Kärntens bis 2010 vorsah.

29. Juni 2006: Landeshauptmann Haider spricht von einer Einigung der Regierungsparteien BZÖ und ÖVP in der Ortstafelfrage; bis 2009 sollen zweisprachige Ortstafeln in Ortschaften mit mehr als 10 % slowenischsprachiger Bevölkerung angebracht werden, wenn diese in Gemeinden mit mehr als 15 % slowenischsprachiger Bevölkerung liegen (insgesamt 141 Ortstafeln). Dazu kommt es allerdings nicht.

30. Juni/17. Juli 2006: „Topographieverordnung-Kärnten“ (BGBl. 2006, Teil II, Nr. 245 u. 263) mit gegenüber der „Topographie-Verordnung“ 1977 (s. o.) erweiterter Namensliste.

1. April 2011: Staatssekretär Josef Ostermayer und Landeshauptmann Gerhard Dörfler geben bekannt, dass man sich auf die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln in allen Orten mit mindestens 17,5 Prozent slowenischsprachiger Bevölkerung auf Basis der Volkszählung von 2001 geeinigt habe.

26. April 2011: Alle Beteiligten stimmen bei einer Verhandlungsrunde einem Memorandum zu, in dem 164 Orte in 24 Gemeinden festgeschrieben sind. In jenen Orten, in denen zweisprachige Ortstafeln aufgestellt werden sollen, soll auch Slowenisch als zweite Amtssprache anerkannt werden.

6. – 17. Juni: (Juristisch umstrittene) Volksbefragung; 68 % der teilnehmenden Wahlberechtigten stimmten für die Lösung, 32 % lehnten sie ab.

6. Juli 2011: Die „Ortstafellösung“ (im Rahmen des neuen Volksgruppengesetzes, BGBl. 2011, Teil I, Nr. 46) wird im Nationalrat fast einstimmig von allen fünf Parlamentsparteien im Verfassungsrang beschlossen und am

26. Juli 2011 von Bundespräsident Heinz Fischer im Rahmen eines Festaktes unterzeichnet.

Das älteste Erbe ist unsere Sprache

Jede Region hat ihre landschaftlichen und kulturhistorischen Besonderheiten. Während die Naturschönheiten im Allgemeinen nicht im Zentrum politischer Diskussion stehen – sofern nicht wirtschaftliche Interessen wie extensiver Tourismus, Energiegewinnung oder Bau von Verkehrswegen dagegen stehen – ist dies bei Kultur und Geschichte ganz anders. Zwar nehmen in unserem Bewusstsein antike Ausgrabungen, mittelalterliche Burgen oder neuzeitliche Kunstdenkmäler als kulturelles Erbe aus der Vergangenheit den ersten Platz ein, doch in der Regel wird vergessen, dass das älteste Erbe unsere Sprache ist und in der Sprache selbst das Namengut. Denn wenn man (wie in Kärnten) Namen wie Achomitz, slow. Zahomec (bzw. Zahołmec, etwa mit ‚Hinterbichl’ zu übersetzen) hört, denkt man sofort an einen der zahlreichen Ortsnamen slawischer Herkunft, die den ganzen Süden und Osten Österreichs prägen. Bei Namen wie Žihpolje, der slowenischen Bezeichnung für Maria Rain südlich von Klagenfurt, wird man zunächst überrascht sein, doch ein Blick in alte Urkunden lehrt uns, dass dieser Ort früher Sichpuchl (1200) bzw. Seichbichl (1552) hieß, was soviel wie ‚feuchter Bühel, Bichl’ bedeutet, die slowenische Namensform ist also aus dem Deutschen entlehnt und -bichl wurde erst sekundär zu -polje umgeformt.[3] Beide Namen, Achomitz und Žihpolje, legen also Zeugnis von der sprachlichen Durchmischung Kärntens auf Ebene der Toponomastik ab. Beide Sprachen, Deutsch[4] und Slowenisch, sind konstitutiv in Namengebung und Dialektologie, im deutschen Sprachgut Kärntens findet sich viel Slowenisches, im slowenischen Sprachgut viel Deutsches. Die jahrhundertelange Koexistenz beider Sprachen bzw. die Kohabitation der Sprecher im Lande ist an ihnen nicht spurlos vorübergegangen und beide Sprachen gehören zum historischen Erbe Kärntens bzw. zum „immateriellen Kulturerbe“ (wie auch der gegenseitige Lehnwortschatz beider Sprachen).[5]

Dieses „immaterielle Kulturerbe“ ist in unserem Bundesland auf Schritt und Tritt feststellbar. Die Ursprünge Kärntens reichen bis in die älteste Zeit zurück, in der Antike war das Gebiet des heutigen österreichischen Bundeslandes Kärnten Bestandteil des keltischen Königreichs Regnum Noricum, das später in der römischen Provinz Noricum aufging. Zunächst auf dem Magdalensberg, dann in Virunum auf dem Zollfeld sowie in Teurnia auf dem Lurnfeld befanden sich damals die Zentren des Gebietes. Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches wanderten ab dem 6. Jhdt. Slawen (und Awaren) ein; in der Folge kam es zur Gründung des slawischen Fürstentums Karantanien, das nach und nach unter bairische bzw. fränkische Vorherrschaft kam. Von 743 bis 907 herrschten fränkische Könige und Kaiser über das Gebiet, anschließend wurde Kärnten ein Teil des Herzogtums Baiern. 976 beginnt die Eigenständigkeit mit der Errichtung des Herzogtums Kärnten, die bis 1335 andauern sollte; anschließend wurde Kärnten habsburgisch und somit gemeinsam mit Österreich, Steiermark und Krain verwaltet.[6]

Kärnten war immer schon zweisprachig

Historisch gesehen ist Kärnten ein zweisprachiges Gebiet, denn seit seiner Begründung als Herzogtum im Jahre 976 gibt es im Lande zwei Sprachen, damals Althochdeutsch und Karantanisch, der alpenslawische Dialekt des Altslowenischen, wie er uns auch in den „Freisinger Denkmälern“ entgegentritt, dem ältesten slawischen Sprachdenkmal in lateinischer Schrift überhaupt. Spätere Sprachdenkmäler stehen der heutigen slowenischen Sprache näher als etwa mittelhochdeutsche Texte dem modernen Standarddeutsch, wie z. B. die „Klagenfurter Handschrift“.[7] Früher nannte man im deutschen Sprachgebrauch die slowenische Sprache „windisch“, diese Bezeichnung – sie ist heute obsolet geworden – ist sowohl in den Beschreibungen der Herzogseinsetzung beim Fürstenstein in Karnburg bezeugt als auch im Namen „Windisches Herzogtum“ des 16. Jhdts., im Zeitalter der Reformation, dem nicht nur die deutsche Sprache einen Martin Luther zu verdanken hat, sondern auch die slowenische Sprache einen Primož Trubar – beide waren Wegbereiter einer „reformierten“ Sprache – beide Sprachen wurden zu europäischen Kultursprachen und beide sind seit damals Kärntner Landessprachen.

Kärnten war also immer schon zweisprachig, allerdings ist der Personenkreis der zweisprachigen Einwohner im Laufe der Zeit kontinuierlich, seit rund 100 Jahren sprunghaft kleiner geworden. Schon vor 400 Jahren stellte im Zeitalter des Humanismus M.G. Christalnick fest: „es haben sich die die windischen Khärndter mit den deutschen Khärndtern also gewaltiglich vereinigt, das aus ihnen beyden einerley volck ist worden“. Dieses „einerlei Volk“ hörte in der zweiten Hälfte des 19. Jhdts. auf zu existieren und man könnte in Anlehnung an Genesis 3,7 (nachdem Adam und Eva vom Baum die verbotene Frucht gegessen hatten: „dann wurde ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren“) feststellen: im 19. Jhdt. wurde den neuzeitlichen Karantanen plötzlich klar, dass sie zwei Sprachen sprechen, womit auch in Kärnten der sprachorientierte Nationalismus mit allen seinen unangenehmen Begleiterscheinungen Einzug hielt und schließlich den Rahmen zum (deutschen) „Kärntner Abwehrkampf“ bzw. zum (slowenischen) „Kampf um die Nordgrenze“ lieferte. Eine Spätfolge davon – allerdings in abgeschwächter Form – war der „Kärntner Ortstafelkonflikt“, der mit dem „Ortstafelsturm“ von 1972 seinen Höhepunkt erlebt hat und schließlich im Jahre 2011 durch die „Ortstafellösung“[8] im Rahmen des „Volksgruppengesetzes 1976“[9] eine Lösung gefunden hat. Ähnlich, wie schon in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie die Bahnstationen im gemischtsprachigen Gebiet zweisprachig beschriftet waren, gibt es in Kärnten (wiederum seit 1976) zweisprachige Namensaufschriften; seit 2011 beträgt die Anzahl der mit zweisprachigen Ortstafeln zu versehenden Ortschaften 164, was sich auf Ortstafeln und Wegweisern sowie bei einigen Bus- und Bahnstationen niederschlägt.

Die Kärntner Namenslandschaft

Wir haben also in den deutschen wie in den slowenischen Namen altes und auch gemeinsames Erbe vor uns, sie sind Teil unserer Geschichte. Sie zu vergessen würde einen schweren Verlust bedeuten, beide Namensformen, die deutsche und die slowenische, sind eng miteinander verbunden und deren Geschichte ist unteilbar. In gemischtsprachigen Gebieten hat jedes geografische Objekt zwei Namen, wie sie eben in der jeweiligen Sprache üblich sind.

Zur historisch gewachsenen Kärntner Namenlandschaft sind zunächst ganz allgemein folgende Tatsachen festzustellen:

(1) einen Teil der Namen haben Baiern und Slawen von der keltisch-romanischen Vorbevölkerung übernommen; so reichen Ortsnamen wie Federaun10 oder Bergnamen wie Spitz-egel11 in die romanische Zeit zurück, Bergnamen wie Koschuta[12] oder der Name Kärnten13 selbst stellen eine Verbindung zum keltoromanischen Substrat her, schließlich reichen Gewässernamen wie Drau und Lavant in eine noch frühere (also vorkeltische und vorromanische) Zeit zurück und sind Zeugen der Indogermanisierung des alpinen Raumes – für unsere ältesten Vorfahren war die Drau der ‚Flusslauf’ schlechthin und die Lavant ein ‚weißglänzender’ Fluss.14 Zu diesen Namen gehören also v.a. die Gewässernamen, die überhaupt das älteste toponomastische Material repräsentieren; alle großen Flüsse Kärntens gehören hierher, aber auch die Tauern15 oder das Jaun- und Gitschtal16 und einige Siedlungsnamen (z.B. Villach).17

(2) die übrigen Namen (der größte Teil) sind bairischer, also deutscher, und slawischer, also slowenischer Herkunft (wobei der prozentuale Anteil von Namen deutscher und slawischer Herkunft recht verschieden ist). Die ersten Kärntner im engeren Sinn des Wortes benannten beispielsweise (slow.) Gorje bzw. Goricˇe / (dt.) Göriach bzw. Goritschach und Görtschach nach deren Lage ‚die auf dem Berg bzw. Bichl wohnen’ und Bistrica/Feistritz nach einem reißenden Bach. Slowenische Namensformen wie Pliberk (= Bleiburg) oder Bekštanj (= Finkenstein)18 sind aus dem Deutschen bezogen. Die Ortsnamen gewähren somit Einblick in die Siedlungsgeschichte, einmal waren bei der Namengebung Deutsche, ein anderes Mal Slowenen aktiv,19 die Namen gingen von Mund zu Mund, d.h. von einer Sprache zur anderen, und oft wurden Objekte auch übersetzt, z.B. dt. Aich = slow. Dob (‘Eiche’) oder Moos ~ Blato (‘Moor, Morast usw.’). Die Motive zur Namengebung waren in beiden Sprachen stets die gleichen, auch wenn manche Örtlichkeiten unabhängig voneinander verschieden benannt worden sind wie z.B. dt. Hart ‚Sumpfwald’ ~ slow. Breg ‚Ufer, Abhang, Rain’ oder Maria Elend (nach der Marienkirche) ~ Podgorje (‘Unterbergen’). Solche Fälle widerspiegeln bloß verschiedene Gesichtspunkte, aber keine im Prinzip abweichenden Benennungsmotive, so entsprechen zwei weitere Hart semantisch slow. Dobrava (‘Au-, Sumpfwald’) bzw. slow. Locˇilo (= mundartlich ło- bzw. Vocˇilo, umgeformt aus *mocˇilo ‚feuchter Ort, Sumpfwiese’). Slow. Breg hat auch gleichbedeutende deutsche „Partner“ namens Rain, einmal ist es auch direkt ins Deutsche entlehnt worden: Frög. Verschiedene Namen können sich auch aus abweichenden Funktionen von Ortschaften ergeben, so heißt dt. Feldkirchen (urkundlich 11./12. Jhdt. Ueldchiricha ‚Kirche im Feld’) auf Slow. Trg ‚Markt’ – die heutige Stadt und frühere Marktgemeinde war eben der Marktplatz für die slowenischen Bauern der südlichen Nachbarschaft.

Auch in seit Jahrhunderten rein deutschsprachigen Gebieten finden wir solche Namenpaare: sowohl in der Gem. Großkirchheim als auch in der Gem. Bad Kleinkirchheim ist in den Ortsteilen Zirknitz bzw. Zirkitzen das slowenische Wort für ‚Kirche’ (alt cirkev, heute cerkev) enthalten. Manchmal ist die slowenische Übersetzung früher überliefert als die heutige Namensform wie z.B. 993 Podinauuiz (entspräche Spodnja vas) für heutiges Niederdorf (Bezirk St. Veit an der Glan).

Es ist allerdings konsequent zu unterscheiden zwischen:

(I) (a) etymologisch deutschen Namen:
Aich, Bleiburg, Feldkirchen, Finkenstein, Hart, Ludmannsdorf, Maria Elend, Neuhaus an der Gail, Rain

(b) etymologisch slowenischen Namen:
Achomitz, Feistritz, Ferlach, Frög, Globasnitz, Goritschach, Göriach, Görtschach, Gösselsdorf, Wellersdorf

(c) Übersetzungsnamen, also Namen, die sowohl zu (a) als auch zu (b) zu zählen sind:
Aich ~ Dob, Moos ~ Blato, Müllnern ~ Mlinare/Mlincˇe | -dorf ~ vas/-vs

(d) verschieden benannten Objekten:
Hart ~ Breg, Maria Elend ~ Podgorje, Maria Rain ~ žihpolje

(e) etymologisch weder slawischen noch deutschen Namen (die aber dennoch meist übers Slowenische ins Deutsche gelangt sind):
Villach, Jauntal, Drau, Lavant;[20]

(II) (f) im Deutschen gebrauchten Namensformen,

(g) im Slowenischen gebrauchten Namenformen,
wobei sich zwischen I und II kaum eine klare und eindeutige Beziehung herstellen lässt. Betrachten wir zunächst einige Beispiele:[21]

(II) (f) — (II) (g)
Achomitz — Zahomec 
Aich — Dob
Bleiburg — Pliberk
Drau — Drava
Feistritz — Bistrica
Feldkirchen — Trg
Ferlach — Borovlje
Finkenstein — Bekštanj
Frög — Breg
Globasnitz — Globasnica
Göriach — Gorje
Goritschach — Goricˇe
Görtschach — Goricˇe
Gösselsdorf — Goselna vas
Hart — Breg, Locˇilo, Dobrava
Jauntal — Podjuna
Lavant — Labotnica
Ludmannsdorf — Bilcˇovs
Maria Elend — Podgorje
Maria Rain — žihpolje
Moos — Blato
Müllnern — Mlinare, Mlincˇe
Neuhaus a.d.G. — Pod Turjo
Rain — Breg
Villach — Beljak
Wellersdorf — Velinja vas

Diese Aufstellung zeigt deutlich, dass es – unbeschadet der Etymologie – im Deutschen und Slowenischen jeweils eigene Bezeichnungen bzw. verschiedene Namensformen für ein und dasselbe geografische Objekt gibt, wobei die semantischen Hintergründe bei der Ortsnamengebung weitestgehend übereinstimmen.

Einander entsprechende Typen lassen sich jedoch auch morphologisch, also in der Wortbildung, feststellen, so wurde der auf Einwohnernamen (meist von topografischen Bezeichnungen) beruhende slow. Namentypus auf -je in der Form des Lokativs (slow. -jah) in Deutsche mit -ach entlehnt,[22] wie z.B. Borovlje ‚Ferlach’ = ‚Leute am Föhrenwald’, Gorje ‚Göriach’, Goricˇe ‚Goritschach bzw. Görtschach’ = ‚die auf dem Berg bzw. Bichl wohnen’.[23] Diesem Typus entsprechen (hinsichtlich der Wortbildung) im Deutschen die Ortsnamen auf -ern.[24] Dieser geht auf den Dativ Plural zurück, so bedeutet z.B. Müllnern eigentlich ‚bei den Müllnern = die bei der Mühle wohnen’ (slow. Mlinare und Mlincˇe) oder Pichlern ‚bei denen, die am Bichl = Bühel wohnen’.[25]

Auch die (dt.) -dorf-/(slow.) -vas-Namen26 entsprechen einander, bei diesen handelt es sich meist um Ableitungen von Personennamen, also dem Namen jener Person, die mit der Gründung des Dorfes in irgendeiner Weise verbunden ist; sie liegen in der mittelalterlichen Großkolonisation (vor 1100) begründet und stellen einen althochdeutschen Benennungstyp mit seiner slow. Entsprechung dar. Die sind alle nach demselben Muster gebildet: im Deutschen sind sie Komposita, im Slow. bestehen sie aus dem Personennamen + Possessivsuffix (meist -ja, Femininum zu maskulinen Bildungen auf -ji) + vas~ves ‚Dorf’ (Femininum) wie z.B. slow. Velinja vas, dt. Wellersdorf, ohne erhaltenes -j- z.B. Žitara vas, dt. Sittersdorf. In einigen slow. Namen ist das zweite Glied ves mit dem ersten zu einem Wort verbunden, z.B. Bilcˇovs ‚Ludmannsdorf’.[27] Gelegentlich ist slow. ves auch urkundlich fassbar, z.B. in Gösselsdorf, 1050 Goslauuis, d.i. altslow. *Goslja vьsь ‚Dorf des *Gos-l-’.[28] Heute heißt dieser Ort slow. Goselna vas; ein weiterer früher Beleg ist das bereits genannte Podinauuiz ‚Niederdorf’.

Hof- und Familiennamen

Als besonderes Charakteristikum Kärntens werden auch die zahlreichen Hof- und Familiennamen (ursprünglich Lagenamen) auf -nig(g) < slow. -nik (< slaw. -ьnikь) gesehen, die in den dem zusammenhängenden slowenischen Sprachraum vorgelagerten (heute) deutschsprachigen Gebieten Kärntens, Osttirols, des Salzburger Lungaus und der Steiermark weitaus häufiger sind als im slowenischen Kerngebiet selbst; sie können als „nordslowenisch“ bezeichnet werden. Dieses Wortbildungselement ist auch heute noch produktiv, in der slow. Toponymie begegnet es vor allem in Hofnamen und (häufig davon abgeleiteten) Familiennamen sowie in Bergnamen.[29] Dass dieses Suffix gerade im dt-slow. Durchdringungsgebiet in Österreich besonders häufig ist, spricht für die gegenseitige Beeinflussung beider Sprachen, wobei die slow. -nik-Namen semantisch genau den dt. Namen auf -er entsprechen, z. B.:

  • Moser ~ Blatnik (zu Moos ‚Moor, Sumpf’, slow. blato) > Blatnig, Wlattnig usw.
  • Ebner ~ Ravnik (zu Ebene, slow. raven) > Raunig usw.
  • Wald(n)er ~ Lesnik (zu Wald, slow. les) > Lesnig, Liesnig usw.
  • Gasteiger ~ Klancˇnik (zu mittelhochdeutsch gaˉsteig ‚steiler bzw. jäher [= mundartlich gacher] Weg, Anstieg’, slow. klanec ‚Steile; steiler Weg, Hohlweg’) > Glantschnig(g), Glanznig, Quantschnig usw.
  • Bacher ~ Potocˇnik (zu Bach, slow. potok) > Pototschnig, Petutschnig(g) usw.
  • Rauter ~ Laznik (zu Raut, slow. laz ‚Rodung’) > Laßnig, Lassnig usw.

Die meisten dieser slow. Namen auf -nik verfügen also über ein bedeutungsgleiches dt. Pendant auf -er. Dies kann man als Ergebnis einer Parallelentwicklung unter den Bedingungen weit verbreiteter Zweisprachigkeit sehen, indem beide Sprachgemeinschaften einen gemeinsamen korrespondierenden semantischen Typus mit jeweils eigenem Sprachmaterial geschaffen haben. Später konnte das slow. -nik-Suffix auch mit dt. Wörtern kombiniert werden, wodurch es zu dt.-slaw. Mischbildungen (v. a.) im Bereich der Hofnamen gekommen ist, z. B. Kogelnig (zu Kogel) oder Freithofnig (zu alt Freithof ‚Friedhof’). Umgekehrt konnte auch dt. -er an slow. Namen auf -nik treten, so entstand z. B. slow. Ravnikar ‚Ebner’, dt. Raunikar, Raunegger usw.

Namenpflege als kulturpolitische Aufgabe

Jede Kulturlandschaft – nicht nur die österreichische, alpine, uns vertraute, sondern wohl weltweit – widerspiegelt also in ihrem Namengut Geschichte und Gegenwart, diese in der Hinsicht, dass das Namengut in der (den) jeweiligen dominanten Sprache(n) festgehalten ist, jene in der Weise, dass im Namengut ältere sprachliche Zustände erhalten sind. Dies gilt in gleicher Weise für einsprachige und zwei- bzw. mehrsprachige Gesellschaften.

Die Pflege dieses Namenguts sollte keine volkstumspolitische, sondern eine kulturpolitische sein, die – auf Kärnten in Österreich bezogen – das Ortsnamengut slowenischer bzw. alpenslawischer Herkunft in Österreich ganz allgemein ins öffentliche Bewusstsein bringt. Zu diesem Zweck könnte ich mir neben den zahlreichen Naturlehrpfaden, Kulturwanderwegen und Eisen- oder Barockstraßen auch ein vergleichbares allgemein bildendes namenkundliches Objekt vorstellen. Dies habe ich in meinem Vortrag Namen und Tourismus schon vor einiger Zeit vorgeschlagen[30] und ich sehe in der Ortstafellösung von 2011, der dieser Sammelband gewidmet ist, einen entscheidenden Schritt in diese Richtung.

 
em. Univ.-Prof. Dr. Heinz-Dieter Pohl, Klagenfurt, ist mehrfach ausgezeichneter Sprachwissenschafter

Benützte und weiter führende Literatur

Altdeutsches Namenbuch (ANB), bearbeitet von Isolde Hausner und Elisabeth Schuster. Die Überlieferung der Ortsnamen in Österreich und Südtirol von den Anfängen bis 1200. Wien 1989 ff.

Ein Kärnten. Die Lösung. Klagenfurt, Verlag Heyn – Amt der Kärntner Landesregierung (Volksgruppenbüro) 2012, S. [darin mein Beitrag Zweisprachige Ortstafeln als Zeugen gemeinsamer Geschichte und Kultur, S. 123–130]

Kranzmayer, Eberhard, Ortsnamenbuch von Kärnten I–II. Klagenfurt 1956–1958.

Pohl, Heinz-Dieter: Unsere slowenischen Ortsnamen – Naša slovenska krajevna imena. Klagenfurt/Celovec, Hermagoras/Mohorjeva 2010.

Pohl, Heinz-Dieter: 164 Kärntner Ortschaften. Kommentiertes deutsch-slowenisches Ortsverzeichnis der zur Aufstellung von zweisprachigen Ortsfafeln vorgesehenen Ortschaften. In: Kärntner Jahrbuch für Politik 2011, 121141.

Snoj, Marko, Etimološki slovar slovenskih zemljepisnih imen. Ljubljana 2009.

Zdovc, Pavel, Slovenska krajevna imena na avstrijskem Koroškem / Die slowenischen Ortsnamen in Kärnten. Wien–Klagenfurt 1993 (Razširjena izdaja / Erweiterte Auflage Ljubljana 2010).

 
Zum Kärntner Namengut im Internet s. unter:

http://members.chello.at/heinz.pohl/Namengut.htm
http://members.chello.at/namenforschung/ON_Start.htm

Abkürzungen
(ohne Sprachbezeichnungen, bei denen nur …isch fehlt)

BGBl. — Bundesgesetzblatt
dt., Dt. — deutsch, Deutsch
s. — siehe
slow., Slow. — slowenisch, Slowenisch

Anmerkungen

[1] Diesem Thema ist auch der Sammelband „Ein Kärnten…“ gewidmet (s. Literaturverzeichnis).

[2] Dieser wird von Eugen Freund im Sammelband „Ein Kärnten…“ (S. 134ff.) anschaulich beschrieben.

[3] Bei žihpolje handelt es sich um den Einwohnernamen des Ortes, der slow. als *Žihpol (< dt. Sichpuchl) anzusetzen ist (der Anklang an slow. polje ‚Feld‘ ist rein zufällig).

[4] Genauer: Bairisch (in Kärnten werden nämlich südbairische Mundarten gesprochen).

[5] Dazu s. im Internet unter http://members.chello.at/heinz.pohl/Sprachkontakt_K.htm.]

[6] Zum Namen Kärnten s. Anmerkung 13; der Name der Steiermark leitet sich vom Namen der oberösterreichischen Stadt Steyr her, von wo aus das Geschlecht der Traungauer bzw. der Grafen von Steyr über seine Besitzungen in der späteren Steiermark herrschte und so dem Lande den Namen vermittelte (der Name Steyr selbst beruht auf einem Gewässernamen). Der Name Krain (slow. usprünglich Kranj, heute Kranjska) kommt nicht – wie immer wieder behauptet – von slaw. krajina ‚Grenzland’, sondern von kelt.-latein. Carnium (wie auch die benachbarte, zu Italien gehörige Landschaft Carnia) mit einer ähnlichen Lautentwicklung wie slow. kras ‚Karst‘ (< italien. carso) oder slaw. kralj ‚König’ (zum Namen Karl des Großen). Urkundlich erscheint die Namen gebende Stadt Kranj (dt. Krainburg) 670 als Carnium und 973 in der Bezeichnung via Chreinariorum, ab 1050 finden wir Kreine, Chreina usw., 1291 Chrainburch; der Name beruht auf kelt. *karno- ‚Spitze, Anhöhe, Hügel, Steinhaufen’. Das Land Kranjska (Krain) selbst ist 670 als Carniola, 973 als Chreina marcha (‘Mark Krain’) belegt. Näheres s. Snoj 2009, 210f.

[7] Diese besteht aus einem beidseitig beschriebenen Blatt (Pergament), darin ein siebenzeiliges „Vaterunser“ (Text I), dann das damals noch dreizeilige „Ave Maria“ (Text II) sowie abschließend ein zwölfzeiliges „Glaubensbekenntnis“ (Text III) in recht altertümlicher slowenischer Sprache mit deutscher Orthografie. Das 1880 in den Beständen des Geschichtsvereines für Kärnten entdeckte Blatt wurde früh durch Edition und Faksimile einem breiteren Interessentenkreis vorgestellt. Neben den in München verwahrten „Freisinger Denkmälern“ aus dem 10. Jahrhundert und der „Sitticher Handschrift“ (Stiški rokopis, auch „Laibacher Handschrift“ nach dem Aufbewahrungsort) mit Beicht- und Eidesformeln gilt dieses Blatt als eine der ältesten erhaltenen schriftlichen Quellen der slowenischen Sprache. Näheres s. Pohl 2010, 116ff. (Text und Kommentar mit Foto).

[8] BGBl. 46/2011.

[9] BGBl. Nr. 396/1976 in der Fassung von BGBl. I Nr. 52/2009.

[10] Federaun (slow. Vetrov oder Betrov) bedeutet etwa ‚Brachland’ und ist zu roman. *veter-one zu stellen, zu latein. vetus, veteris ‚alt’ (woraus furlan. vieri ‚Brachland, unkultiviertes Land’ in Namen wie Vieri bzw. Vieris) + augmentatives -one (wie auch im furlan. Namen Vedronza).

[11] Egel zu latein. aculeus ‚Stachel’ im Sinne von ‚spitzer Berggipfel’ (wie französ. aiguille).

[12] Teil der Karawanken, slow. Schreibung Košuta, eigentlich ‚Hirschkuh’ (von den Kelten wurde der von ihnen übernommene Name der Karawanken später mit kelt. karvos ‚Hirsch’ volksetymologisch in Zusammenhang gebracht, was offensichtlich nachgewirkt hat).

[13] Der Name geht auf ein kelt. Wort für ‚Stein, Fels’, etwa *karant-, zurück und ist vom Mons carentanus (983 in monte Carentano, heute) ‚Ulrichsberg’ ausgegangen, der mit seinem markanten felsigen Gipfel als ‚Steinberg’ zu interpretieren ist; an seinem Fuße (am Rande des Zollfeldes) auf einem kleinen felsigen Plateau lag die (althochdeutsche) *Charantapurch ‚Kärntenburg’, belegt 1201 als Chaerenpurch, heute Karnbúrg (slow. mundartlich Karempúrg, schriftsprachlich Krnski Grad, alt Koroški Grad), nicht zu verwechseln mit dem kleinen Weiler Karnbérg nördlich des Ulrichsberges. In seinem Umfeld lag der Sitz des slaw.-karantanischen Fürsten.

[14] Drau < indogerman. * drouos ‚Flusslauf’ (latein. Dravus, dt. alt/mundartlich Traa, Trage usw., slow. Drava); Lavant < indogerman. *albhant- ‚weißer Fluss’ (über altslow. *labant- > dt. [láfant], slow. Labotnica, mundartlich łábota).

[15] Tauern ‚Gebirge; Pass, für den Viehtrieb geeigneter Gebirgsübergang’, Sammelbegriff für einen Teil der Zentralalpen, ursprüngliche Bedeutung ‚Berg’ (Substratwort, vorröm. bzw. roman. *taur- ‚Berg’), erst später ‚Pass’. Ein zweites Tauern beruht auf dem gemeinslaw. Wort tur- ‚Bodenschwellung, ableitiger Hügel’ (neben anderen Bedeutungen), das im Slow. in Namen wie turje mit der Bedeutung ‚stark ableitiger Hügel’ erscheint. Dieses liegt u.a. dem Namen (Ossiacher) Tauern, slow. (Osojske) Turje, und dem Turia-Wald, slow. Turje zu Grunde; dazu kommt noch die einen abgekommenen Bergnamen enthaltende slow. Benennung Pod Turjo (wörtlich ‚unter dem Tauern’) für Neuhaus an der Gail.

[16] Jauntal (slow. Podjuna), Teil des Flusslaufes der Drau, der Name beruht auf der kelt.-röm. Siedlung *Iuenna auf dem Hemmaberg; dieser Ort ist entweder nach einer kelt. Gottheit benannt, etwa Jounat, er kann aber auch auf einem indogerman. *uenā (‘mit Sand, Kies usw. durchmischtes Wasser’, zur Wurzel *e- ‚vermengen’ ähnlich wie bei Iuvavum, dem lateinischen Namen von Salzburg) beruhen. – Gitschtal, urkundlich erstmals 1267-68 als Gutschtal belegt, enthält eine palatalisierte Form von keltoroman. kukka ‚Bergkopf, Gipfel’ (vgl. in Salzburg Gitzen, urkundlich 1169 Guts) und bedeutet etwa ‚Tal zwischen den Berggipfeln’ (am oberen Ende des Tales liegt die Ortschaft Weißbriach, Einwohnername zu slaw. vysprь ‚auf der Anhöhe’).

[17] Nach traditioneller Ansicht war ein Praedium (‘Landgut’) Namen gebend, etwa keltoroman. *Biliacum, zum kelt. Personennamen *Bilios o. ä. Inschriftlich ist aber nur Bilachinium belegt, Name einer Zollstation im Kanaltal bei Camporosso (dt. Saifnitz, slow. žabnice), rund 25 km südwestlich von Villach. Daher wird neuerdings wieder erwogen, den Namen mit latein. villa zu verknüpfen; die italien. Namensform lautet Villàco, die furlan. Vilàc. Beide Deutungen stimmen lautgeschichtlich mit der slow. Bezeichnung Belják, 1789 Bilak, mundartlich Bljak überein.

[18] Beide „höfische Burgennamen“, Bleiburg (urkundlich 1228 Pliburch) entweder < *Blıˉ(de)burg ‚die liebliche Burg’ oder nach dem ehemaligen Blei-Bergbau, Finkenstein nach dem Wappentier.

[19] Die Bezeichnungen deutsch bzw. Deutsche werden hier ausschließlich im Sinne von ‚Angehörige der deutschen Sprachgemeinschaft’ verwendet, analog steht slowenisch/slawisch bzw. Slowenen/Slawen hier ausschließlich im Sinne von ‚Angehörige der slow. Sprachgemeinschaft’ bzw. ‚eine slaw. Sprache sprechend’.

[20] S. Anmerkungen 14, 15 und 17.

[21] Sofern die betreffende Ortschaft als zweisprachig gilt (gemäß BGBl. wie Anmerkungen 8 und 9), ist sie durch Fettdruck hervorgehoben.

[22] Dieser Typus umfasst gekürzte gemeinslaw. Bildungen auf -jane bzw. -’ane. Im Lokativ ist -an- schon früh ausgefallen und diese Namen wurden fast immer in dieser Form (also mit -ach) ins Deutsche entlehnt.

[23] Wobei die dt. Namensform Görtschach früher (spätestens um 1300) entlehnt wurde als Goritschach.

[24] Dieser Typus entspricht Einwohnernamen wie z.B. Wiener, Kärntner, Villacher, wozu der Dativ Plural -ern (den Wienern usw.) lautet.

[25] Die slow. Übersetzung des Namens Pichlern wäre Goricˇe, doch ein solches Namenpaar kommt nicht vor (denn Goricˇe wurde entlehnt, s. oben Anmerkung 23).

[26] Slow. mundartlich meist ves (so früher auch amtlich; die schriftsprachliche Form vas gilt jetzt auch für die amtlichen Namensformen).

[27] In beiden Sprachen von zwei verschiedenen Personennamen auszugehen, die dt. Namensform ist urkundlich 1142 erstmals als Ludwigestorff ‚Ludwigsdorf’ (später umgeformt) belegt, die slow. 1446 als Wulendorf, dem ein slaw. *bylь bzw. *bylьcь ‚Herr, Edelmann, Besitzer’ zugrunde liegt.

[28] Wahrscheinlich Kurzform zu einem dt. Personennamen (eventuell auch zu einem mit slaw. Gosti- ‚Gast’ beginnenden Personennamen).

[29] Z. B. Auernig ‚Ahornberg’ (zu slow. javor ‚Ahorn’), O(i)sternig ‚Spitzberg’ (zu slow. oster ‚spitz’), Sadnig ‚der hintere (Berg)’ (zu slow. zadnji ‚hinterer’) usw.

[30] Auf dem Symposion „Weiße Berge, blaue Seen und eine Rose“ – 100 Jahre Tourismus in Kärnten (27./28. Juni 2002, veranstaltet vom Geschichtsverein für Kärnten, publiziert in Carinthia I 193 (2003) 605–612.

Bearbeitungsstand: Freitag, 30. November 2012
 
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