Zitaten-Truhe


Gesellschaftsveränderer

„Die Angst vor Veränderung der Gesellschaft durch Veränderung der Schule brachte der bayerische Kultusminister Hans Maier auf die Formel: ,Früher war die Parole der radikalen Linken: Revolution der Erziehung. Jetzt lautet sie: Erziehung zur Revolution`.“

  • Zitat gefunden bei Georges Hoyan, Hohes Haus oder Politik in Anekdoten, Paul Neff Verlag, Wien – Berlin 1976, Seite 191

Zum Kapitalismus

„Die Gesellschaftsveränderer bezweifelten allerdings, daß es ihnen gelungen war, ihre Vorstellungen zu verwirklichen. Nachdenklich meinte der ehemalige Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein Jochen Steffen, ein Exponent des linken Flügels seiner Partei: ‚Wenn sich etwas als äußerst dauerhaft erwiesen hat, dann ist es der Kapitalismus in seinem ‚letzten Stadium‘…‘.“

  • Zitat gefunden ebenda auf Seite 191

Zum Wohlfahrtsstaat

„Die Problematik der Finanzierbarkeit des Wohlfahrtsstaates wurde offenbar, als in Schweden zwei prominente Künstler, der Filmregisseur Ingmar Bergmann und die Schriftstellerin Astrid Lindgren in Konflikt mit den Steuerbehörden ihres Landes gerieten. Bergmann, den die Polizei wegen des Verdachtes der Steuerhinterziehung von einer Probe weggeholt und stundenlang verhört hatte, verließ das Land mit einem Wort von August Strindberg auf den Lippen: ,Paß auf, Teufel, wir treffen uns in meinem nächsten Stück!`.

Astrid Lindgren dagegen, Autorin der beliebten Kindergeschichte ,Pippi Langstrumpf`, setzte sich hin und verarbeitete ihre Erlebnisse mit dem schwedischen Finanzministerium zu einem Märchen. Es spielte im Lande Monismanien, es gab darin einen Reichssteuermeister und eine Marginalsteuer und vor allem eine Fee Pomperipossa, die, weil sie nie Schulden gemacht und auch auf keine anderen steuersparenden Einfälle gekommen war, 102 Prozent Steuern zahlen sollte. ,Da begann`, so endete das Märchen, ,Pomperipossa zu weinen: Du liebe Sozialdemokratie, schluchzte sie, meiner Jugend schönster Traum, was hast Du nur aus uns Menschen gemacht?`.“

  • Zitat gefunden ebenda auf Seite 191/192

Wirtschaftswachstum

„Jahrelang hatten Regierende und Regierte gleichermaßen geglaubt, daß eine stetig wachsende Wirtschaft auch einen ständig steigenden Wohlstand und damit eine sichere und sorgenfreie Zukunft für alle garantiere. Mit Erdölschock, Inflation, Arbeitslosigkeit, Krisen, Reformangst und Steuerdruck erinnert die Politik der siebziger Jahre aber an die Mahnung, die der aus Österreich stammende und in England lebende Philosoph Sir Karl Popper ausgesprochen hatte: ,Jeder Versuch, den Himmel auf Erden zu schaffen, produzierte bisher noch immer die Hölle…`.“

  • Zitat gefunden ebenda auf Seite 192

 

Eine nicht ganz von Ironie freie Nachbemerkung: Alle hier zitierten Anekdoten sind einem Büchlein entnommen, das immerhin schon 1976 erschienen ist. Gleichwohl fühlt man sich bei den angesprochenen Themen in unsere Gegenwart versetzt. Da denkt man unwillkürlich an einen noch viel länger zurück liegenden Spruch der alten Lateiner: Nil novi sub sole! Auf gut Deutsch also: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Oder doch?

G. S.

Bearbeitungsstand: Montag, 29. Juli 2013

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