Deutschland von Sinnen


Der irre Kult um Gender, Homosexuelle und Zuwanderer

Akif Pirincci, Deutschland von Sinnen, Lichtschlag in der Edition Sonderwege, Waltrop und Leipzig 2014, ISBN 978-3-944872-04-9, 276 Seiten.

 

Eine Buchbesprechung von Bertram Schurian

Akif Pirincci hat eine Liebeserklärung an sein Mutterland Deutschland, wie er es nennt, abgegeben. Das ist, mit Verlaub gesagt, schon etwas Besonderes, wenn man bedenkt, wie viel Vitriol über Deutschland in den letzten fünfzig Jahren ausgeschüttet wurde. In gewisser Weise kann man es verstehen, dass er so positiv über dieses Land schreibt, weil ihm, der in äußerst armen Verhältnissen im Jahre 1959 in Istanbul (für geschichtsbewusstere Leser: das frühere Konstantinopel) geboren wurde, und seinen Eltern in Deutschland etwas geboten wurde, was sie in der Türkei nicht sahen, nämlich eine Zukunft in Freiheit und relativem Wohlstand. Mit dreißig Jahren war Akif dann ein bekannter und wohlhabender, auf Deutsch schreibender Romanschriftsteller. Seine Eltern, die ihm diesen Start in einem ursprünglich für sie fremden Land ermöglicht hatten, leben heute als wohlbestallte Pensionäre wieder in der Türkei. Soweit so gut.

Um von hinten anzufangen: Das Buch hat kaum Quellenangaben und schon gar keine Fußnoten, was das Lesen dieses aufwühlenden Textes angenehm macht. Was die statistischen Angaben betrifft, die der Verfasser in einigen Kapiteln des Buches macht, so kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass diese wohl stimmen. Was aber macht sein Buch so aufwühlend?

Erstens ist die Sprache, die er verwendet, direkt und manchmal sogar vulgär. Für den sensiblen Leser also eine schwierige Aufgabe, sich durch diese Sätze hindurch zu arbeiten. Jedoch sind die angesprochenen Themen darum so aufwühlend, weil sie eben in aller Klarheit beim Namen genannt und einfühlsam dargelegt werden. Er kritisiert, dass in der gegenwärtigen deutschen Mainstream-Presse die von ihm angesprochenen Probleme bzw. schiefgelaufenen Entwicklungen in seinem geliebten Deutschland bewusst verschwiegen werden bzw. dem strengen Tabu der „Political Correctness” unterliegen.

Zweitens sind es die Themen. Er ist der Meinung, dass Deutschland ein sehr liebenswertes, tolerantes und offenes Land ist. Er glaubt, dass Deutschland jedoch dabei ist, seinen einzigartigen Charakter zu verlieren, indem es zu tolerant gegenüber den in seinen Augen gefährlichen Einflüssen des politischen Islams ist.

Seine Eltern seien seinerzeit aus der Türkei weggegangen, weil sie instinktiv in einer freieren Gesellschaft leben wollten als der, die sie in der Türkei antrafen. Er findet es beispielsweise merkwürdig, dass er als vom Ursprung Türke erleben muss, wie Leute, die aus den islamischen Ländern wegziehen, hier inzwischen fast wieder islamische Zustände vorfinden. Er meint auch, dass die meisten Zuwanderer aus islamischen Ländern ihre Religion eigentlich gar nicht mehr so ernst nehmen und vor allem wegen der wirtschaftlichen und kulturellen Möglichkeiten, die ihnen hier geboten werden, kommen. Die meisten Zuwanderer wollen arbeiten und weiterkommen und, so schreibt er, im Prinzip nicht die Hand aufhalten und/oder von den guten staatlichen Sozialkassen in Deutschland profitieren. Eine recht lautstarke Minderheit macht jedoch genau Letzteres und wird in diesem falschen Gehabe auch noch von gewissen deutschen Psychologen und Soziologen bestärkt.

Den Grünen werden die Leviten gelesen

Auch die Partei der Grünen übt sich darin, Zuwanderer als „kulturelle Bereicherung“ zu sehen. Pirincci allerdings sieht diese Bereicherung absolut nicht und fragt sich auch, worin diese liegen könnte. Er schreibt über die Ansichten und Meinungen der Grünen ziemlich skeptisch und verurteilt sie. Er meint schlichtweg, dass die Ansichten der Grünen Unsinn bzw. Bull-shit seien, wie er es ausdrückt. Natürlich ist ihm das Gerede von den Frauen, die angeblich das starke Geschlecht sein sollen, ein Dorn im Auge. Seit Jahrhunderten wurden die Frauen als das schwache Geschlecht bezeichnet, weil ihre Lebenserwartung durch das Kinderkriegen und die damit verbundenen Risiken ziemlich niedrig war. Dank der „Ingeniosität“ der Männer, die weitgehend für den medizinischen Fortschritt verantwortlich sind, habe sich dies zum Positiven für die Frauen geändert. Er hält in diesem Zusammenhang auch ein Plädoyer für den in seinen Augen unterdrückten und benachteiligten deutschen Mann. Der Genderwahn treibt unselige Blüten und was soll man davon halten dass Knaben auf recht subtile Art in ihrer Entwicklung zugunsten von Mädchen behindert werden.

Übrigens hat er auch eine ziemlich plausible Erklärung auf Lager, warum die islamischen Länder relativ gegenüber uns in ihrer Entwicklung zurückgeblieben sind.

Weiters kann Pirincci nicht verstehen, warum sich ein so intelligentes Volk wie die Deutschen die Energiewende von den Grünen habe einreden lassen. Seine Argumentation, warum ihnen das gelungen ist, sei die Manipulation mit der Angst der Deutschen; Angst, ja, wovor eigentlich? Das ihnen der Himmel auf den Kopf fällt?

Die öffentlichen Rundfunkanstalten sind in seinen Augen eine staatlich sanktionierte Abzocke der deutschen Normalbürger und Steuerzahler. Sie, die öffentlichen Rundfunkanstalten, liefern seiner Einschätzung nach schlechte Qualität zu einem hohen Preis und bieten unzähligen „unfähigen Soziologen“ gut bezahlte Posten in einem geschützten Sektor der Wirtschaft. Und Politikern die Möglichkeit privilegierter Einflussnahme auf die Volksmeinung! Diese Kritik gilt cum grano salis auch für Österreich, doch das ist eine andere Geschichte. Alle anderen Themen, die der Buchautor behandelt, möge der geneigte Leser sich selbst zu Gemüte führen, wenn er das Buch lesen und kaufen will.

Sehr interessant war die Reaktion der Mainstream-Presse auf diese Neuerscheinung im Bücherwald. So mochte der Buchautor dem ZDF ein Interview geben, das ursprünglich auf eine halbe Stunde angesetzt war, in letzter Minute auf 15 Minuten gekürzt wurde und schließlich bei sage und schreibe 7 Minuten endete, wobei wirklich alle kontroversen Punkte herausgestrichen worden waren. Auch wurde das ins Internet gesetzte Interview nach zwei Tagen wieder vom Netz genommen. So sieht die Realität der Meinungsfreiheit in Deutschland aus!

Auch Thilo Sarrazin kann hiervon ein Lied singen. Ihm erging es mit seinem neuesten Buch „Der neue Tugendterror“ genau so. Warum werden die Thesen von Sarrazin, der die Furcht aussprach, dass durch die Massenimmigration von Volksgruppen mit einem niederen IQ einerseits und die Kinderarmut bei den Eliten in Europa andererseits der allgemeine IQ der Population auf Dauer sinkte, nicht ernst genommen und unvoreingenommen objektiv untersucht?

Wenn irgend jemand etwas Neues bzw. etwas bringt, was auch nur eine kleine Kontroverse mit der herrschenden Meinung verursachen könnte oder generell „politisch inkorrekt“ ist, wird es von der tonangebenden Elite im Lande, die die Political Correctness total verinnerlicht hat, unterdrückt bzw. dem werten Publikum einfach nicht präsentiert. Die Wahrheit, oder was anders Denkende unter der Wahrheit verstehen, kann dem Bürger anscheinend nicht mehr zugemutet werden. Obwohl die Freiheit der Meinungsäußerung im Grundgesetz garantiert wird, sieht die Realität im heutigen Deutschland leider anders aus. In Österreich ist die Lage nicht viel anders.

Die Buch-Rezensionen in der Presse, insbesondere diejenigen im Magazin „Der Spiegel“ und in der Wochenzeitung „Die Zeit“, sagen mehr über die Doppelzüngigkeit der Mainstream-Presse in ihrer Argumentation aus, denn als Versuch, die Behauptungen und Argumente im Buch von Pirincci zu widerlegen. Anscheinend getraut man sich nicht, einen auf türkischem Boden geborenen Neudeutschen, der eine Liebeserklärung an sein neues Heimatland Deutschland abgibt, anzugreifen.

Die Reaktionen im Ausland auf das Buch von Pirincci und die Diskussionen über seinen Inhalt in Deutschland kann mit dem englischen Fragesatz zusammengefasst werden: „Has Germany gone nuts?“

Bearbeitungsstand: Freitag, 30. Mai 2014
 
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