Wie nahe ist das Ende des Finanzsystems?


Von Christa Fuchshuber

Für den Aufstieg Amerikas in den letzten hundert Jahren war – neben anderen Faktoren – das seinerzeit gewählte Geldsystem ausschlaggebend. Im Dezember 1913 übertrug der amerikanische Kongress privaten Banken[1] die Leitung des Geld- bzw. Banksystems, und zwar ohne jegliche Kontrollmöglichkeit. Die Entscheidung basierte auf einer 1912 vor dem Kongress gehaltenen Rede von J. P. Morgan, der behauptet hatte, das private Federal Reserve System (heute informell als „FED“ bezeichnet) würde für die Stabilität des Dollars sorgen. Zwischen 1. Jänner 1914 und September 2011 verlor der Dollar gegenüber dem Gold allerdings 97 Prozent seines Wertes! Im Vergleich zum Warenumlauf wurden bis 1929 von der FED – gleich heute – ungedeckte Dollars gedruckt. Damals wie heute führte dieses Vorgehen zur Blasenbildung – unter anderem im Aktienbereich.

1929 endete das Spektakel mit dem Börsenkrach, welcher jedoch nicht Auslöser für die folgende Weltwirtschaftskrise war. Der Zusammenbruch der Creditanstalt-Bankverein (CA-BV), Schottenplatz 1, Wien, erlangte traurige Berühmtheit. Das Bankhaus Rothschild[2] versuchte noch vor dem Crash, im Mai 1931 über seine Kontakte Geld in der Entente aufzubringen, was jedoch aus politischen Gründen (Mittelmächte) abgelehnt wurde. Der Zusammenbruch einer einzigen Bank, eben der CA-BV, löste dann im Dominoeffekt die Weltwirtschaftskrise aus. Der Dollar wertete ab, Gold wurde in den USA konfisziert.

Erst mit Kriegseintritt 1941 erholte sich die amerikanische Wirtschaft von der „Großen Depression“, nicht schon durch Roosevelts New Deal. 1944 wurde dann im Abkommen von Bretton Woods[3] die Nachkriegsweltordnung betreffend das Finanzsystem festgelegt. Die westlichen Länder übergaben ihr Gold zum überwiegenden Teil den USA, welche dieses in Fort Knox lagerten. Der US-Dollar wurde Weltwährung, mit der Garantie einer ca. 20prozentigen Deckung durch Gold. Den jeweiligen Nationalbanken wurde erlaubt, jederzeit im vertraglichen Verhältnis Goldtransfers zu beanspruchen. Der französische Präsident De Gaulle wollte 1971 davon Gebrauch machen, allerdings war kein französisches Gold mehr vorhanden. Der Dollar wertete abermals – unter der Leitung der privaten FED – ab. Im Klartext: Wie 1931 verlor die Mittelschicht weltweit zugunsten eines Netzwerkes[4]! Ab 1971 war der Dollar eine reine Fiat-Papierwährung, welche das fraktionale Bankensystem in Vollendung ermöglichte.

Unter US-amerikanischer Kontrolle

Bereits vor dem 2. Weltkrieg wurde unter dem Einfluss der FED die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel gegründet. Später kamen der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank dazu. Das geschäftsführende Vorstandsmitglied (Chief Executive Officer, CEO) der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)[5], also der Clearingstelle der Nationalbanken der Welt in Basel, untersteht der Amerikanerin Janet Yellen, ebenso wie der europäische NATO-General seinem amerikanischen Kollegen untersteht. Anlässlich des Rücktritts von Ben Shalom Bernanke wurde für den frei werdenden Vizeposten der FED der israelische Gouverneur der Nationalbank „eingeflogen“. Offenbar gab es niemand Geeigneten in den USA.[6] Vgl. dazu die Kommentare von Dr. Paul Craig Roberts, einem hohen Beamten unter Reagan.[7]

Die Finanzinstitutionen BIZ, IWF und Weltbank zusammen mit dem in der Ära Henry Kissinger (1972/73) eingeführten Petro-Dollar[8] zementierten neben dem fraktionalen Bankensystem den Status des Dollars als Weltwährung.[9] Dieser Umstand wurde von den Vereinigten Staaten zu Lasten aller anderen Länder, welche sich dadurch in einer Art Vasallenabhängigkeit befinden, ausgenützt. In unserer Zeit wurde dieses Vasallensystem erweitert durch FATCA.[10] Nach John Williams, Shadow Stats, liegt das Dollarvolumen außerhalb der USA heute bei ca. 12.000 Milliarden. Das entspricht etwa dem Volumen im Inland.

Das fraktionale Bankensystem

Sehr vereinfacht ausgedrückt erlaubt das fraktionale Bankensystem, Geld aus Luft zu schöpfen. Banken wurde gesetzlich erlaubt, im Verhältnis zur Bareinlage der Sparer – im Rahmen von zwei bis zehn Prozent – Kredite von 980 bzw. 900 Prozent zu vergeben. Während die Sparer Hungerzinsen bekamen, erhielten die Bankster fürstliche Boni und hohe Kreditzinsen für die Schaffung von Geld aus dem Nichts. In Schattenbanken spekulierten diese weltweit, ohne jegliche Kontrolle, wie im Casino! So betrug 2012 der Umsatz der englischen Bankenindustrie das Fünffache des Bruttonationalprodukts Großbritanniens! Kein Wunder also, dass alle britischen Regierungen den „Finanzplatz London“ verbissen verteidigen. 2008 belief sich der Umsatz der Deutschen Bank auf das 2,4-fache Volumen des Bruttonationalprodukts der BRD! Ähnlich hoch waren die Ziffern der Großbanken in Frankreich und der Schweiz.

Es ist klar, dass so ein System auch eine bequeme Sache für Politiker jeder Couleur, insbesondere für jene mit sozialistischen Wirtschaftsvorstellungen, war. Es gefiel aber auch den Wählern. Man transferierte das Begleichen der Schulden in die Zukunft und lebte fortan in scheinbar endlosem Wachstum, in Wahrheit in Saus und Braus!

Dieses System war 1694 vom schottischen Bankier und Glücksspieler John Law erfunden worden, legte in Vorläuferform zum Fiat-Papiergeld-System – unter anderem – die Basis zum Welterfolg der Briten, welche 1897 rund ein Viertel des Globus dominierten, und war faktisch die Blaupause für die private FED 1914. Schon ab dem 12. Jahrhundert hatten die Chinesen (Song-Dynastie) ihrerseits bereits Erfahrungen mit der Papierwährung gemacht. Geschichtlich gesehen beträgt der Lebenszyklus eines Fiat-Geldes zwischen 40 und 70 Jahre. Dann endet das Experiment erfahrungsgemäß im „tödlichen“ Crash.

Das westliche Finanzsystem steht, einschließlich jenem Japans, gegenwärtig unmittelbar vor dem Zerfall. Ein Derivatevolumen[11] von 650.000 Milliarden US-Dollar, „vergiftete“ Papiere (CDOs)[12] in Höhe von 135.000 Milliarden US-Dollar und ein privater/kommerzieller Schuldenturm von 130.000 Milliarden US-Dollar drohten 2008 einzustürzen. Nur eine konzertierte, weltweite Aktion aller Nationalbanken inklusive der Volksrepublik China verhinderte vorerst ein Desaster. 75.000 Milliarden US-Dollar wurden virtuell oder in Form von staatlichen Haftungsübernahmen bzw. durch Änderungen der Bewertungsvorschriften generiert, um den Kollaps des Systems zu vermeiden. Das scheint zwar auch gelungen zu sein, aber wie 1929, 1931, 1945 ,1971 und 1998 verloren Investoren, also Sparer, sehr viel Geld. 2008 waren es geschätzte 50.000 Milliarden US-Dollar. Trotzdem aber hat die Politik das System Politik seither nicht geändert!

Die private FED, die Politiker und die Wähler, die so weitermachen wollen

Im Gegensatz zu einer vernünftigen Korrektur erhöhten sich die oben genannten Ziffern bei Derivaten auf 750.000 Milliarden US-Dollar, allerdings ohne die Interventionen der Regierungen in diesem Bereich. Schätzungen zufolge beträgt das Derivatevolumen inklusive Interventionen der westlichen Regierungen bereits über 1,000.000 Milliarden US-Dollar!

Gemeinsam mit den privaten und kommerziellen Schulden sowie der Verschuldung der westlichen Regierungen kann man weltweit von 200.000 Milliarden US-Dollar ausgehen. (Zum Vergleich: Weltprodukt 2012 = 75.000 Milliarden US-Dollar, das ist allerdings Umsatz.)

Aber seither hat sich etwas sehr Dramatisches ereignet. Trotz aller möglichen und unmöglichen Interventionen reagiert das Finanzsystem nicht mehr, wie das die Kritiker des Systems übrigens seit langem prognostizierten. Jener Prozentsatz an jährlichem Zuwachs, welcher für den Systemerhalt notwendig ist, lässt sich nicht mehr erwirtschaften. Seit Kriegsende gab es in den Vereinigten Staaten an die sieben Rezessionen. Auslöser war stets ein Wirtschaftsrückgang unter zwei Prozent der jährlichen Zuwachsrate. Mit Zinssenkungen, virtuellem Geld bzw. staatlichen Interventionen wurde das System jahrelang über Wasser gehalten. Die aktuelle Politik der EZB unter Draghi veranschaulicht das.

Man stelle sich eine aufsteigende, lineare Linie vor – seit 1945. Diese Linie wird von periodischen Wirtschaftszyklen nach unten und oben durchbrochen, wobei der oberhalb der linearen Linie liegende Teil unseren wirtschaftlichen Zuwachs darstellt. Damit wurde eben die Linie seit 1945 permanent angehoben, unsere Wirtschaft mit Ablaufdatum boomte.

Das Ende der Fahnenstange ist erreicht

Seit 2008 durchbrechen die Zyklen nicht mehr die lineare, früher ansteigende Linie, welche für den Erhalt des Systems unumgänglich ist. Damit hat das Fiat-Geldsystem das Ende der Fahnenstange erreicht, nur noch die Maschinen der Intensivstationen halten es am Leben. Tag für Tag beginnt der Schuldenturm weltweit mehr zu bröckeln.

Der Bevölkerung wird dieser Umstand verheimlicht, und eine von den Netzwerken gekaufte Mainstream-Presse spielt mehr oder weniger brav mit. Systematisch werden Daten „frisiert“ bzw. Begriffsinhalte stillschweigend geändert, um Vergleiche mit früheren Jahren zu manipulieren, z. B. Verbraucherpreisindex.[13]

Nun, anscheinend kann die FED über ihre Großbanken nicht alles beeinflussen.

Jeder, der möchte, kann sich im Internet den Baltic Dry Index, Containerauslastung der Weltwirtschaft (80 Prozent) oder den weltweiten Verlauf der Rohstoffumsätze in den betreffenden Charts ansehen. Weder den Dry noch die Rohstoffentwicklung können die weltumspannenden Netzwerke nachhaltig beeinflussen. Höchstens der kürzlich erfolgte Wechsel der Finanzindustrie von sogenannten „sicheren“ Staatspapieren in die Veranlagung von Rohstoffen („Hard Assets“)[14] hebt deren Notierung etwas an. Der Schweizer Erich von Greyerz erklärte kürzlich den Zusammenhang zwischen „sicheren“ Staatspapieren, welche unter anderem als unterlegte Vermögenswerte der Hebelung, der Spekulation an der Börse dienen, und die kommende Konsequenz daraus. Seit 2008 befindet sich der Zyklus der Weltwirtschaft auf Talfahrt! Die Titanic hat bereits den Eisberg gerammt. Noch wird auf dem Deck getanzt, die Musik spielt, allerdings schon etwas leiser.

Dem aufmerksamen Betrachter sind die Zeichen seit 2008 nicht entgangen. Für das Training einer EU-Eingreiftruppe (12.000 Mann) – gegen allenfalls revoltierende Staatsbürger – baute man in Deutschland ein Camp einer potemkinschen Stadt. An deren Fassaden übt die Einsatztruppe für jenen Tag, an dem der Bevölkerung klar wird, dass sie alle papierwerten Ansprüche verloren hat. 5.000 Soldaten proben in der Schweiz Maßnahmen für den von Gewalt begleiteten Zerfall Europas.[15] In offizieller Sprachregelung heißt das freilich Vorbeugung gegen Terrorismusgefahr.

Chinesische Exporte in die USA werden vielfach durch amerikanische Staatsanleihen bezahlt. Die USA sind nahezu bankrott. 2013 flogen Henry Kissinger und Henry Paulson (ehemals bei Goldman Sachs beschäftigt) nach China zum Präsidenten Xi Jinping, um dort ein Geschäft abzuschließen, bei dem sich die Amerikaner offenbar verpflichteten, das Gold für die Asiaten auf Produktionsniveau je Unze zu halten. London war der bevorzugte Umschlagplatz. Von dort wurden die Barren in die Schweiz geliefert, in Kilo-Barren umgegossen und z. B. nach Hongkong versandt. Der Goldpreis wird so über Too-big-to-fail-Banken mit nackten Shorts auf Produktionsniveau gehalten. Kontrollinstanzen schauen weg! Man denke dabei in Österreich nur an die Hypo Alpe Adria. Solche Art von „Aufsicht“ sollte einem normalen Staatsbürger passieren – der sähe sich schnell vor einem Gericht!

Zypern galt als Probelauf für den kommenden, kürzlich in Australien von der G20 beschlossenen Bail-in. Ein Bail-out, wie 2008, ist nicht mehr möglich.

Weitere Momentaufnahmen

Aus der Tagespresse erfährt man die gesetzliche Änderung zur (Nicht)-Sicherung der Einlagen der ganz einfachen Sparer ab Sommer 2015. Frankreich führte letzthin die Devisenbewirtschaftung (!) ein, der Staatsbürger darf daneben noch 1500 € in bar[16] abheben; Goldtransfers durch das Land müssen der Behörde gemeldet werden! Geldtransfers über die Grenze sind limitiert! Was hat die Politik nur alles den Wählern versprochen? Längst haben die Finanzmächte sämtliche Regierungen im Griff. Bekanntermaßen ist die Lebensdauer einer Währungsunion – geschichtlich erwiesen – begrenzt. Bisher hat keine Währungsunion je überlebt. Das hielt aber die Politik nicht davon ab, eine besondere EU in Form einer Währungsunion zu gründen!

Vor einem Jahr wurde die österreichische Schließfachregelung geändert. Früher war ein richterlicher Beschluss für die Öffnung erforderlich, heute ist es der Finanz jederzeit erlaubt, bei begründetem (?) Verdacht und nach vorheriger Befragung in Schließfächer Einsicht zu nehmen.

Im Jänner 2014 sorgte sich der oberste General der Schweiz um seine Bevölkerung im Falle eines partiellen Internetausfalls durch Hacker. Das Militär kann die Schweizer Bevölkerung erst nach drei Wochen flächendeckend mit Wasser und Lebensmitteln versorgen. Im Jänner 2015 ergab eine Schweizer Katastrophenübung erneut, dass auf Dauer unter Umständen nur ca. 33 Prozent der E-Wirtschaft funktionieren würden.

Von in anderen Bereichen angerichteten Hackerschäden im Internet ganz zu schweigen! Unsere 24-Stunden-Versorgung bräche zusammen, das Festnetz wegen Überlastung detto.

Auch meldete die J. P. Morgan-Bank (Too big to fail), dass via Internet über 80 Millionen Kundendaten von ihrem Server gestohlen wurden. Na ja, nur unsere Tiroler Kommunen mit unserem PR-Andreas-Hofer an der Spitze glauben, dass kein Hacker die Wasser- bzw. Stromversorgung lahm legen kann. Unsere Berge sind für diese klarerweise einfach zu hoch …

Blauäugigen empfehle ich, sich den ZDF-Beitrag in YouTube: Der Dritte Weltkrieg läuft leise durch die Hintertür …[17] anzusehen.

Jim Rickards, ein ehemaliger CIA-Mann und Bestsellerautor, rechnet damit, dass der kommende Crash[18] den 6-fachen Umfang von 2008 haben wird. Dazu auch seine weiterführenden Beiträge in: The Daily Reckoning[19].

Die von der FED gefürchtete Deflation – ebenso von der EZB mit ihrem Weltbank-Goldman Sachs und Rockefeller-Mann Draghi an der Spitze gefürchtet – grassiert nicht nur in der EU, sondern auch in Japan, USA, Großbritannien und anderen Staaten. Mit virtuellen Geldspritzen wird der Zusammenbruch des Systems verlangsamt bzw. werden faule Staatspapiere von der FED, der EZB, der Bank of England und der Bank of Japan aus dem Verkehr gezogen. Gerade kürzlich wurde vom theoretischen „Nachfolgemodell“ der Deutschen Bundesbank, der EZB unter Draghi, der Beschluss gefasst, in Jahresfrist 1,1 Billionen Euro zur Stützung des Systems zu generieren! Es werden Schrottpapiere, vor allem von den südlichen Ländern zwecks Stützung von deren Schuldenpolitik aufgekauft .

Der Italiener und Politiker Mario Monti ist Goldman-Sachs-Berater. Der Gouverneur der Bank of England, Marc Carney,[20] arbeitete bei Goldman Sachs und Beppe Grillo, EU-Abgeordneter, italienischer Politiker, hat – so wird kolportiert – ein Naheverhältnis als Berater zu J. P. Morgan. Diese Fakten sprechen für sich.

Es bleibt dem Leser überlassen, sich auszumalen, welche Auswirkungen in einer globalisierten Welt der Zusammenbruch eines Systems im 6-fachen Volumen von 2008 hätte. Kleine Gedankenstütze: Der Crash einer einzigen Bank, des CA-Bankvereins legte im Mai 1931 in den USA mehrere tausend Banken flach! Diese Erfahrung war wohl auch einer der Gründe, weshalb man den Bankrott der Hypo Alpe Adria durch Notverstaatlichung vorerst verhinderte.

Griechenland als Menetekel

Die Welt starrt gespannt auf die Entwicklung in Griechenland. Dabei handelt es sich nur um einen Nebenschauplatz! Berechtigt stellt sich die Frage, wer in welchem Auftrag und zu wessen Haftung das enorme Kreditvolumen an Griechenland vergeben hat? Wer hat wo kontrolliert? Gerechnet vom Bruttoinlandsprodukt von 230 Milliarden € „haftet“ Griechenland aktuell mit 329 Milliarden €. Fast scheint es so, als hätten Kreditgeber ein vermessenes Interesse, das Land durch Anhäufung von Schulden in den Abgrund zu stürzen. Schulden, welche bei Uneinbringlichkeit nicht den Bonibankern, sondern einer ahnungslosen EU-Allgemeinheit verrechnet werden! Doch alles sehr, sehr merkwürdig?

Auch sollte daran erinnert werden, dass Goldman Sachs beim Eintritt der Griechen in die EU deren Bilanzzahlen per Swaps geschönt hat. Das Statistische Büro in Brüssel hat dieses erst 2010 (?) aufgedeckt![21]

Jene Ein-Prozent-Elite[22], welche uns fernab jeglicher „Demokratie“ gängelt, bereitet sich im Hintergrund auf eine erneute Machtübernahme vor. Entscheidend ist einzig und allein: „Macht über Geld“![23] Und hier schließt sich auch der Kreis des fraktionalen Bankensystems und aller seiner untergeordneten Organisationen. Deshalb auch der kommende Bail-in oder die bargeldlose Gesellschaft. Nach Italien hat jüngst erst Frankreich per Dekret Barzahlungen von mehr als 1.000 € verboten. Für die Machterhaltung der Elite ist das ungedeckte Geldwesen unumgänglich. Dazu Amschel Mayer von Rothschild (1773–1855): „Give me control of the nation’s money and I care not who makes its laws.“

Wie die letzte öffentliche Diskussion zwischen Christine Lagarde (IWF) und Janet Yellen (Chefin der privaten FED) wegen Zinserhöhung beweist, verschieben sich allerdings die Machtverhältnisse in den oberen Netzwerken. Das konnte man auch der Diskussion über den Beitritt Chinas zum IWF entnehmen. Laut Jim Rickards wird der Internationale Währungsfond voraussichtlich jene Institution sein, welche beim kommenden weltweiten Kollaps[24] mit Sonderziehungsrechten inflationistisch interveniert – und zwar im Hintergrund. Rickards vergleicht den Auslöser des weltweiten Zusammenbruchs mit Schneeflocken in einem Lawinenhang.

Die tektonischen „Platten“ Deflation und Inflation reduzieren dabei drastisch die papierwerten Hoffnungen. Der Verfall von Vermögenswerten und Zinserhöhungen gibt Schuldnern dann den Rest. Am Ende soll es zur Währungsreform in den verbliebenen großen Blöcken kommen. Auf der Strecke bleibt die Bevölkerung, welche ihre erworbenen Ansprüche im Chaos versinken sieht. Für den Normalbürger gibt es aus der weltweiten Verschuldung wenig Entrinnen. Verarmte Bürger, welche von den Almosen der politischen Obrigkeit abhängig sein werden, nehmen in „Dankbarkeit“ den kommenden Überwachungsstaat an, welcher vorgibt, scheinbar für diese zu sorgen!

Bis heute interessiert es kaum, wer und welche Netzwerke[25] für die Entstehung und Kontrollen der 200.000 Milliarden weltweiter Verschuldung zuständig waren, wobei das viel gefährlichere Derivatevolumen von 750.000 Milliarden – das Steckenpferd der Banker – gekonnt-gewollt negiert wird. Ein kaum zu fassendes Desinteresse, welches auf fast allen nationalen Ebenen anzutreffen ist – nicht nur bezüglich Griechenlands! Reportagen der Mainstream-Presse erinnern – mit löblichen Ausnahmen – an die Symbolik der drei Affen: „Nichts sehen, nichts hören, nichts reden!“ Vor kurzem kommentierte der englische Telegraph den Jahresbericht 2015 der BIZ, Basel, der Nationalbank der Nationalbanken weltweit:

The world will be unable to fight the next global financial crash as central banks have used up their ammunition trying to tackle the last crises, the Bank of International Settlements has warned.

The so-called central bank of central banks launched a scatching critique of global monetary policy in its annual report. The BIS claimed that central banks have backed themselves into a corner after repeatedly cutting interest rates to shore up their economies.

Im Klartext: Allesamt sind sie mit ihrem „Latein“ am Ende; sie haben unser Wirtschaftssystem mit sehr großer Wahrscheinlichkeit an die Betonwand gefahren!

 
Mag. Christa Fuchshuber lebt nach Studium in Wien sowie Auslandsaufenthalten und Reisen durch fast alle Erdteile in Tirol

Anmerkungen

[1] Michael Grandt, Federal Reserve 100 Jahre Lüge – Kopp Verlag.

[2] The House of Rothschild: Money’s Prophets 1798–1848, Niall Ferguson

[4] Tragedy and Hope 101: The Illusion of Justice, Freedom, and Democracy. – 2014 by Joseph Plummer. Tragedy and Hope: A History of the World in Our Time – 2014, by Carroll Quigley

[5] Adam LeBor. The Tower of Basel,The Shadowy History of the Secret Bank that Runs the World. 2014.

[9] https://www.youtube.com/watch?t=20&v=oBg_7dGkonQ The Petrodollar is collapsing, and it’s one of the biggest opportunities in the world now [PODCAST]

[10] FATCA steht für „Foreign Account Tax Compliance Act“ und ist die Kurzbezeichnung für einen Teil eines im Jahr 2010 in Kraft getretenen US-Gesetzes, mit dem verhindert werden soll, dass in den USA steuerpflichtiges Geld in ausländische Steueroasen geschaffen wird.

[11] Derivate sind abgeleitete Finanzgeschäfte, welche realen Vermögenswerten gegenüber stehen.

[13] Beispiel: Die Tiroler Hypo hatte durch ihre Auslandsgeschäfte 2008 massive Verluste. Der Landtag unter der Leitung des Landeshauptmannes Platter ließ jedoch nur das Jahr 2009 untersuchen! Zwischen 2004 und 2012 wurde die Bank von A2 auf Baa2 abgewertet.

[16] Dient unter anderem dazu, den gefürchteten Banken-Run zu verhindern! Dazu http://marketsanity.com/bill-holter-this-is-how-people-will-lose-everything/ zeigt Interview des republikanischen Abgeordnete Paul Kanjorsky (auf 5.10 Minuten), welcher den elektronischen Banken-Run auf Money-Market-Fonds 2008 und die desperate Haltung der FED beschreibt!

[17] Der 3. Weltkrieg läuft leise durch die Hintertür; YouTube

[24] Countdown to Financial Collapse – A Conversation with G. Edward Griffin. https://www.youtube.com/watch?v=piC3d2vB8uo&feature=iv&src_vid=SLxVnvCQiUQ&annotation_id=annotation_2736347651

[25] The lost Century, by Egon von Greyerz: https://goldswitzerland.com/the-lost-century/#more-15136

Bearbeitungsstand: Mittwoch, 29. Juli 2015
 
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