Erfahrungen mit der Scharia in Berlin


Heinz Buschkowsky, „Die andere Gesellschaft“, Ullstein-Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-550-08050-0 

 

Buchbesprechung von Dietmar Baumeister

Der Autor (geb. am 31. Juli 1948 in Berlin-Neukölln) schlug nach dem Studium als Diplom-Verwaltungswirt die gehobene Beamtenlaufbahn ein und arbeitete in mehreren Senatsbehörden seiner Geburtsstadt. Er ist Mitglied im Bundesparteirat der SPD. Von 2001 war er bis zu seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen am 1. April 2015 Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln. 

Nach seinem Bestseller aus 2012 „Neukölln ist überall“ hat er jetzt mit seinem Buch „Die andere Gesellschaft“ noch einmal deutlich nachgelegt. Er selbst betrachtet sich als „politisches Frontschwein“, kritisiert die „Multi-Kulti-Romantik“ und erläutert in einer leicht schnodderigen Weise, warum der Islam für ihn nicht zu Deutschland gehört. 

Er beginnt sein Buch mit den Grundsätzen, mit denen er in sein Leben entlassen wurde:

  • Jeder Mensch ist erst einmal für sich selbst verantwortlich. (Jeder ist seines Glückes Schmied.)
  • Wenn Du etwas haben willst, dann musst Du etwas dafür tun. (Von nüscht kommt nüscht.) 
  • Der Starke hat sich um den Schwachen zu kümmern. (Wer zwei Hemden hat, gebe dem eines, der keines hat.)

Buschkowsky geht zunächst von der Tatsache aus, dass wir „Bio-Deutschen“ eine problematische Bevölkerungsstruktur haben, dass sich bei gleichbleibendem Trend die Bevölkerungszahl auf 46 Millionen verringern würde, und das mit einem Anteil der über 65-Jährigen von 45 %. Um den jetzigen Bevölkerungsstand zu erhalten, bräuchten wir demographisch in Deutschland eine Geburtenrate von 2,0 Kindern pro gebärfähiger Frau; wir schaffen aber nur 1,4. Hinzu käme, dass jedes Jahr etwa 150.000 auf Kosten der Allgemeinheit ausgebildete Akademiker unserem Land den Rücken kehren, weil sie mit ihren Einkommensverhältnissen unzufrieden sind.

Die Bevölkerungsentwicklung würde grundsätzlich für eine deutliche Zuwanderung sprechen. Jedoch sollte gefragt werden, aus welchem Kulturkreis Zuwanderer kommen. In Deutschland habe man bisher mit „Gastarbeitern“ aus europäischen Ländern, die häufig hier auf Dauer blieben, gute Erfahrungen machen können. Hier passten die Grundeinstellungen zueinander. Diese Entwicklung würde man aber nicht bei Zuwanderern aus islamischen Ländern vorfinden. Hier gäbe es grundsätzlich unterschiedliche Lebensauffassungen. In den Herkunftsländern würde die Welt bestimmt durch das Wissen und die Klugheit der Männer. Die Frauen wären wichtig für die Bewahrung der Familie, das Gebären der Söhne und die Haushaltsführung. Mädchen und Frauen hätten eine von der göttlichen Fügung gegebene dienende Funktion. Und: „Verliert eine junge Frau ihre Jungfräulichkeit, so hat sie die Ehre der Familie beschmutzt. Das Gleiche gilt nicht etwa für den jungen Mann, der sie ‚flachgelegt’ hat. Der darf das. Jungen brauchen so etwas, heißt es.“ – Die Geschlechterfrage ist für Buschkowskys Begriffe neben der Religion und der Akzeptanz des Gewaltmonopols des Staates einer der drei Grundpfeiler, aus denen sich unterschiedliche Gesellschaften und Werteordnungen entwickeln. 

Die Scharia wird praktiziert

Zur Rechtsauffassung ein Beispiel aus Neukölln: Ein junger Mann überfährt einen anderen, der dabei zu Tode kommt. Die Untersuchungen der Polizei ergeben, dass der Autofahrer schuldlos ist. Das Fehlverhalten lag eindeutig bei dem anderen. Die Familie, die ihren Sohn verloren hat, sieht das aber nicht ein. Es wird ein Friedensrichter hinzugezogen, und im Verlauf von dessen Gerichtsverhandlung wird das Urteil gefällt: Die Familie des Autofahrers hat als Ausgleich für den Verlust des Sohnes 50.000,– € zu zahlen. Sollte die Familie dies nicht tun, müsse man darauf hinweisen, dass das Leben in einer Großstadt gefährlich sein könne. Diese Begebenheit zeigt, dass die Zugereisten ein völlig anderes Denken und Rechtsempfinden haben als die Deutschen und dass sich tatsächlich eine Parallelgesellschaft entwickelt. 

Dazu auch folgendes Beispiel: Eine Schießerei in Berlin-Neukölln. Es gibt Verletzte. Monate später erscheinen bei der Gerichtsverhandlung die damaligen Kontrahenten und erklären dem Richter, dass es gar nichts mehr zu verhandeln gebe. Sie hätten sich untereinander geeinigt. Weitere Aussagen verweigern sie. Ein muslimischer „Friedensrichter“ – ein erfahrener und in der Gemeinschaft respektierter Mann – hatte sich der Angelegenheit bereits angenommen.

Buschkowsky weist anhand vieler weiterer Beispiele auf die Unterschiede unserer Rechtsauffassung zu jener der Scharia hin und auf die daraus folgende Kollision mit unseren demokratischen Bürger- und Menschenrechten. Der Schutz und die Förderung des Individuums, die Unverletzlichkeit der Würde und Freiheit eines jeden Menschen sowie die Ächtung jedweder Form von Gewalt kenne die Scharia nicht. Polygamie, Zwangsheirat, Selbstjustiz im Namen der Ehre oder ähnlicher Dinge wären bei uns schlicht strafbare Handlungen und verboten. Wer diesen archaischen Bräuchen nach wie vor huldige, habe den Zug in eine moderne demokratische und liberale Gesellschaft verpasst. Mit diesen Grundgedanken sieht er sich in Übereinstimmung mit anderen Persönlichkeiten, die ihre Bedenken gegen diese Entwicklung in Büchern veröffentlicht haben, z. B. Ralph Ghadban, Necla Kelek oder der (ermordeten?) Jugendrichterin Kirsten Heisig aus seinem Amtsbezirk.

Buschkowsky verweist auch auf den Koran, Sure 29:46: „Unser Gott und Euer Gott ist einer. Ihm sind wir ergeben.“ Auch wenn man diesem Satz zustimmen möchte, dann müsse man doch sehen, dass viele Zuwanderer die Urzeit des Islams vor 1.400 Jahren anstrebten; das werde bei uns heute in manchen Moscheen gepredigt.

Sein Buch ist trotz der Problematik der Sache angenehm und teilweise sogar amüsant zu lesen. Es sollte ihm eine gute Verbreitung gegeben sein, um uns (und insbesondere manchen blauäugigen Traumtänzern, manchmal auch „Gutmenschen“ genannt) zu verdeutlichen, was auf uns zukommen kann, wenn wir eine Zuwanderung unkontrolliert und ohne sinnvolle Begleitung geschehen lassen.

Nachsatz von mir: Uns gegenüber wohnte eine türkische Familie mit Sohn und Tochter im Alter unserer Kinder. Der Vater lehnte die Grundschule ab, der Sohn solle auf eine Koranschule. Nachdem der Vater mit besoffenem (?) Kopf in einem Teich ertrunken war, bat uns die Mutter, bei der Aufnahme ihrer Kinder in die Grundschule zu helfen. Wir haben bei den Hausaufgaben geholfen. Der Sohn hat nach mittlerer Reife und Fortbildung eine gute Berufskarriere gemacht, ist mit einer deutschen Frau verheiratet und hat zwei Söhne, die das Gymnasium besuchen. Frau und Söhne sprechen kein Türkisch. So kann eine Integration gelingen. – Die Tochter ist später in die Türkei zurückgekehrt.

Bearbeitungsstand: Freitag, 27. November 2015

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