Mörderische Systeme


Timothy Snyder[1], Black Earth, The Holocaust as History and Warning[2], ISBN 978-1-101-90345-2, Crown Publishing Group, New York 2015. 

 

Buchbesprechung von Bertram Schurian

Der Titel diese Buches erscheint auf den ersten Blick etwas konfus, jedoch beim Weiterlesen werden der dahinter stehende Gedankengang und die Logik klarer.
Snyder geht anscheinend von der Gewissheit aus, für mich ist es nur eine Hypothese, dass Adolf Hitler von der Idee besessen war, dass Deutschland in seinen damaligen Grenzen niemals imstande sein werde, seine wachsende Bevölkerung zu ernähren. Darum seine Idee vom Lebensraum für Deutschland, der erweitert werden müsste, und zwar nach Osten, weil dies der natürliche Raum für die deutsche Ostkolonisation der Kaiserzeit war. Hitler sei nicht davon überzeugt gewesen, dass die Wissenschaft einen Beitrag zu höherer Effizienz der landwirtschaftlichen Produktion im beschränktem Raum des damaligen Reiches leisten könne und damit zu besserer und sicherer Ernährung. Er schöpfte aus seiner Erinnerung an die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, in der die Versorgungslage der Bevölkerung in Deutschland, mitverursacht durch den sogenannten Friedensvertrag von Versailles, katastrophal war. 

Aus Hitlers Sicht – so Snyder – waren Kolonien außerhalb Europas keine Lösung, obwohl das deutsche Kaiserreich Kolonien in Afrika und Asien besaß, diese aber als Folge des verlorenen Krieges an die Siegermächte abgeben musste. Die Seewege wurden zudem vom britischen Empire kontrolliert und bewacht. Es blieb also – so Snyder – nur der Blick nach Osten, und hier wurde die Erinnerung an die Ostkolonisation des Deutschen Reiches in Polen, in der Ukraine und in den baltischen Ländern wiederbelebt. Hitler sei auch felsenfest überzeugt gewesen, dass man nichts über die Zukunft wissen könne, außer über die Endlichkeit bzw. die Grenzen unseres Planeten. Ökologie sei Mangel, und Existenz bedeute Kampf um Land und damit Leben. Die unveränderliche Struktur des Lebens sei die Teilung der Lebewesen in Arten, die dazu verdammt waren, bis an ihr Lebensende zu kämpfen. Die menschliche Gattung, davon war Hitler überzeugt, sei eine dieser Arten. Die „höheren Rassen” evolvierten aus den „niederen Rassen”. Für ihn stand fest: dies sei ein Naturgesetz, ein Gesetz des „Rassenkampfes“, so sicher wie das Gesetz der Schwerkraft. Dieser Kampf sei endlos und der Ausgang ungewiss. Eine Rasse könne blühen und gedeihen, aber auch sterben und verschwinden. 

Diese Auffassung Hitlers, beeinflusst von Darwins Idee des „Survival of the Fittest”, war die Grundlage für sein Verhalten als Politiker und späterer Kanzler des Deutschen Reiches. Diese Grundlagen hatte er detailliert ausgearbeitet im zweiten Band seines Buches „Mein Kampf”. Das Buch gibt seine allgemeinen Auffassungen vom Dasein wieder. Für Hitler war aber die größte kulturelle Gruppe in Europa, Deutschlands östliche Nachbarn, die Slawen, in jeder Hinsicht „minderwertig”. Hitler meinte, dass die Slawen geborene Sklaven wären und nach einem Herren Ausschau hielten. Wir können über diese Anschauungen nur fassungslos den Kopf schütteln. 

Ukraine

Hitler meinte wohl hauptsächlich die Ukrainer, die ein sehr fruchtbares Land besiedelten. Es sei eine schreiende Ungerechtigkeit, dass ein kulturell höher stehendes Volk auf engstem Raum und wenig fruchtbarem Boden existieren solle, während eine „amorphe Masse”, die bisher nichts zur Zivilisation beigetragen habe, über einen der fruchtbarsten Böden der Welt verfüge. Hitler war weiters der Meinung, dass kulturell „niedriger stehende Völker” nicht imstande wären, einen Staat zu bilden und sich selbst zu regieren. Die UdSSR war für Hitler der Ausdruck einer „jüdischen Weltsicht“, und im Kommunismus sah er „ein jüdisches Täuschungsmanöver“ für die Slawen, damit sie die „jüdische Herrschaft“ als die ihre akzeptieren. Hitler interpretierte die bolschewistische Revolution als ein „jüdisches Projekt“. In dieser Auffassung war er angeblich, jedenfalls laut Snyder, nicht allein. Auch Winston Churchill und Woodrow Wilson seien ähnlicher Ansicht gewesen, zumindest anfangs. Das wäre zu hinterfragen. 

Ein Londoner Korrespondent der „Times” sah die Juden als „treibende Kraft einer weltweiten bolschewistischen Verschwörung“. Man vergleiche dazu die Seite 19 des Buches von Snyder; wer der dort zitierte Korrespondent ist, wird nicht angegeben. Hitler dachte demnach, dass Deutschland zur Weltmacht aufsteigen könne, wenn es die osteuropäischen Juden ausschalte und ihre sowjetische Zitadelle übernähme. Denn ein Sieg des Bolschewismus würde zu einer Zerstörung des deutschen Volkes und Staates führen. Andererseits würde die Eliminierung der sowjetischen Juden zu einem sofortigen Zusammenbruch der UdSSR führen. Die Zerstörung der Sowjetunion würde es der „richtigen Herrenrasse” erlauben, die „richtigen Untermenschen” für die „richtigen Gründe“ verhungern zu lassen. 

Laut Snyder war die bis hierher verkürzt vorgetragene Argumentation Hitlers dessen Leitfaden für die weitere politische Entwicklung in Europa. Wenn Deutschland zur Weltmacht aufsteigen wolle, müsse es zuerst die staatlichen Organe und Strukturen in den zu erobernden Ländern vernichten. In der Hauptsache sei es dabei, so Snyder, um die totale Vernichtung der Juden in diesen Gebieten gegangen. Was dann auch auf entsetzliche Weise geschah und als Völkermord zu bezeichnen ist. 

Polen

In Polen selbst gab es nach der Wiederentstehung des polnischen Staates als Folge des Ersten Weltkrieges, der neben der starken Minderheit der Deutschen auch ukrainische und andere Minderheiten enthielt, einen großen Anteil an polnischen Bürgern jüdischer Herkunft. In Polen gab es auch einen starken, klerikal unterstützten Antisemitismus. Dies führte laut Snyder dazu, dass polnische Regierungen ein großes Interesse daran hatten, u. a. wegen der schlechten Wirtschaftslage, einen Großteil ihrer jüdischen Mitbürger nach Palästina emigrieren zu lassen. Die zionistische Bewegung hatte in Polen einen mächtigen Befürworter ihrer Ambitionen für einen eigenen Staat Israel. Viele zukünftige Führungskräfte in Israel erhielten in Polen ihr militärisches Training. Laut Snyder war der allgemein vorhandene Antisemitismus in Deutschland dagegen weniger stark ausgeprägt als in Polen oder in der Sowjetunion. 

Der Stalin-Hitler-Pakt 1939

Der Molotow-Ribbentrop-Pakt mit den geheimen Zusatzabkommen, der am 23. August 1939 auf Initiative von Stalin zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion geschlossen wurde, war für ganz Europa ein riesiger Schock und leitete zwischen den beiden ideologischen Gegenpolen, Stalin und Hitler, eine intensive Zusammenarbeit ein. Welche Folgen diese intensive Zusammenarbeit für die involvierten Völker hatte, wird von Snyder ausführlich geschildert und an Hand von Einzelschicksalen dramatisch illustriert. 

Diese intensive Zusammenarbeit endete jedoch spätestens am 22. Juni 1941, als die Deutsche Wehrmacht einen Angriffskrieg gegen die Sowjetunion begann. Die Gründe hierfür werden von Snyder nicht erläutert. Es gab und gibt jedoch gewichtige Stimmen, die behaupten, dass die Wehrmacht einen Präventivschlag gegen die Rote Armee ausführte, die drauf und dran gewesen sei, Deutschland zu überfallen. Jedenfalls das Gemetzel, das folgte, und wie es ausgeführt wurde, wird von Snyder sehr detailliert geschildert. 

Der „Mythos vom jüdischen Bolschewismus“ wird von Snyder durchgehend als Erklärung für die „Aggression” der Wehrmacht und der Einsatzgruppen gegenüber den Völkern im Osten bemüht. Anscheinend definiert er den Mythos als Mär, als sagenhafte Erzählung, letztlich wohl als Hirngespinst. Dass dies nicht bloß ein Mythos war, sondern möglicherweise aus zu beobachtenden Umständen keimte, belegt die Tatsache, dass die erste Regierung von Sowjetrussland (Rat der Volkskommissare) unter der Leitung von Lenin aus ungefähr 80 % jüdischstämmigen Russen, zugleich Mitglieder der Kommunistischen Partei, bestand. Nach dem Tode von Lenin im Jänner 1924 und der vollständigen Machtübernahme des Politbüros vier Jahre später durch Stalin, der bekanntlich aus Georgien stammte, änderte sich dieser Zustand. 

Auch die Mitteilungen der katholischen und russisch-orthodoxen Kirche über die Behandlung ihrer Mitglieder, ihres Eigentums, der Kirchen und Klöster durch die sowjetrussische Regierung lassen im Übrigen keine Zweifel daran aufkommen, wie brutal die sowjetische Regierung gegen ihre eigenen Bürger im eigenen Land vorging. Die NS-Regierung nützte diese Tatsachen wie auch die anfängliche Unterstützung durch die katholische Kirche in dieser Sache für ihre Zwecke weidlich aus. Das Ergebnis war schrecklich. 

Mythos und Wirklichkeit

Nach meinem Verständnis erheben Mythen Anspruch auf Geltung für die von ihnen behauptete Wahrheit, was sie häufig so gefährlich macht. Merkwürdigerweise verabsäumt es Snyder, eine sehr wichtige Quelle über das Funktionieren des Sowjetstaates überhaupt zu nennen, wie das etwa Alexander Solschenizyn tut, der in seinen Büchern, u. a. „The Gulag Archipelago“, das System beschreibt, wie er es selbst erlebt und überlebt hat. Snyder sieht den „Mythos vom jüdischen Bolschewismus“ als Leitmotiv für Hitlers späteres Handeln als Führer des Deutschen Reiches. Detailliert wird dargelegt, wie die deutschen und sowjetischen Autoritäten in ihren eroberten Gebieten handelten, mit starker Betonung des entsetzlichen Schicksals der jüdischen Bürger der betroffenen Länder. Detailliert wird geschildert, wie „effizient“ die deutschen Einsatzgruppen und der sowjetische NKWD in ihren jeweiligen Herrschaftsbereichen vorgingen und wie sie Kollaborateure aus den jeweiligen Gebieten für ihre Zwecke benützten. Snyder stellt wiederholt fest, dass der NKWD „ausgefeiltere“ und „effizientere“ Methoden zur Unterjochung des nicht genehmen Teils der eigenen Bevölkerung anwandte als die deutschen Einsatzgruppen, die oft genug ziemlich „amateurhaft” gehandelt haben sollen. Die Grausamkeit der sowjetischen Methoden trieb viele Einheimische in die Arme der Deutschen. Beide Mordmaschinen arbeiteten, je länger es dauerte, umso „effizienter“. Ein scheußliches Wort. 

In diese Schilderungen werden auch die Geschichten von vielen Einzelpersonen, die den verfolgten jüdischen Mitbürgern entweder halfen oder sie umgekehrt an die jeweils herrschende Partei verrieten, gewoben. Fest steht, dass am Ende des Krieges alle Beteiligten genug Gründe dafür hatten, ihr Verhalten in den verschiedenen Abschnitten des Krieges zu kaschieren bzw. besser darzustellen, als es der Wirklichkeit entsprach. Und diese Wirklichkeit war wirklich schrecklich. 

Wie schon zuvor in seinem Buch „Bloodlands – Europe between Hitler and Stalin” hat Snyder ein umfangreiches Notenregister geschaffen und genaue Angaben über die Herkunft seiner primären und sekundären Quellen gemacht. Alle Aussagen sind gut unterbaut und fügen sich in die Logik seiner Erzählung. Snyder verwendet immer das Wort „Nazi Germany”, wenn er das Deutsche Reich meint. Die Sowjetunion wird jedoch mit ihrem offiziellen Namen angegeben. Obwohl er die deutsch-russische Zusammenarbeit zwischen September 1939 und Juni 1941 erwähnt, wird der Grund für diese Zusammenarbeit einander feindlich gesinnter Ideologien nicht erwähnt, während die Ursache für den Bruch dieser Zusammenarbeit ein ziemlich eindeutiger war. 

Eine Merkwürdigkeit ist, dass bei Zahlenangaben praktisch nur von Brüchen bzw. Viertel oder Prozenten gesprochen wird, jedoch nie die Basiszahlen angegeben werden, woraus man Prozente ableiten bzw. die Größenordnungen bestimmen könnte. Die Opferzahl der von Stalin künstlich erzeugten Hungersnot in der Ukraine (Holodomor), also in einem der fruchtbarsten landwirtschaftlichen Gebiete und der einstigen Kornkammer Europas, wird mit ca. 3,3 Millionen angegeben. Die Diskrepanz zwischen ukrainischen Quellen, die von mehr als 6 Millionen Opfern reden, ist doch etwas zu groß, um glaubhaft zu wirken. Überhaupt scheint mir die ziffernmäßige Unterbauung mancher Behauptungen zu sehr von politischen Dogmen beherrscht zu sein. Beispiele wären hier der russische Ökonom Kondratieff, der Initiator und Ausführer der Neuen Ökonomischen Politik nach 1920, der von Stalin wegen seiner Aussagen und Wirtschaftsdaten kaltblütig ermordet wurde. Oder die Unterdrückung der demographischen Daten der Sowjetunion durch Stalin, die ihm seine eigene Statistik-Behörde lieferte, in den dreißiger und vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Auch bei den Angaben über die ermordeten jüdischen Bürger Europas reicht die Spannweite von mindestens 4 Millionen bis höchstens 6,3 Millionen. 

Weitere Völkermorde

Auf Snyder’s Buchtitel wird der Völkermord an den jüdischen Bürgern Europas nicht nur als Geschichte, sondern auch als Warnung für zukünftige Entwicklungen angekündigt. Er bringt hier als Beispiel den Massenmord der Hutus an den Tutsis in Ruanda unter den Augen der UNO-Truppen. Er meint, der auslösende Faktor für den Genozid an den Tutsis wäre hier auch die Knappheit an urbarer landwirtschaftlicher Nutzfläche für die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung gewesen, aber auch die Bevorzugung einer Bevölkerungsgruppe gegenüber der anderen durch die Kolonialverwaltung der Belgier. Das Beispiel des Völkermordes an den jüdischen Bürgern hat hier definitiv keine Rolle gespielt und auch nicht den Mord an ca. 4 Millionen Bürgern in den darauffolgenden Jahren in der Demokratischen Republik Kongo (Zaire bzw. Kinshasa) verhindert. 

Als Beispiele dafür, wie wichtig staatliche Strukturen zur Verhinderung des Völkermordes an den jüdischen Mitbürgern waren, werden Estland und Dänemark genannt. Die Besetzung Dänemarks durch die Deutsche Wehrmacht beließ die staatlichen Strukturen Dänemarks intakt, und der dänische König Christian blieb im Amt. Dadurch konnten die meisten jüdischen Bürger Dänemarks vor den Einsatzgruppen gerettet werden und nach Schweden entkommen. Die Zerstörung Estlands, erst durch die Sowjetunion und dann infolge der späteren Besetzung durch deutsche Truppen, machte es hingegen möglich, dass praktisch alle jüdischen Bürger Estlands ermordet werden konnten. Eine Tragödie. Snyder wiederholt mit Nachdruck, wie wichtig erst die Zerstörung der staatlichen Strukturen eines besetzten Landes gewesen sei, um dann die dort lebenden jüdischen Bürger zu töten. 

Andererseits tötete die Sowjetunion massenhaft ihre eigenen Bürger, wie beispielsweise die sogenannten Kulaken und viele, viele andere auf Grund von bloßen Unterstellungen. Wer gegen die Sowjetherrschaft war und sich dagegen auflehnte, war praktisch zum Tode verurteilt oder landete in einem Straflager, was häufig einem Todesurteil gleichkam.

(Exkurs von mir: Auch Holland wurde von der Deutschen Wehrmacht besetzt. Hier wurden die staatlichen Strukturen nicht zerschlagen, aber Königin Wilhelmina zog es vor, mit ihrer Familie nach England auszuweichen. Juliana, ihre Tochter, ging mit Prinz Bernhard und den drei Kindern nach Kanada, um dort das Ende des Krieges abzuwarten. Hitler war also gezwungen, einen Statthalter in Holland einzusetzen. Dieser Statthalter Dr. Arthur Seyss-Inquart sorgte dafür, dass Hitlers Politik der Judenverfolgung ausgeführt werden konnte. Seyss-Inquart konnte dabei auf detaillierte Stadtpläne der verschiedenen Gemeinden in Holland zugreifen, auf denen genau eingezeichnet bzw. angegeben war, ob die Besitzer bzw. Bewohner jüdischen oder anderen Glaubens waren. Ebenfalls eine Tragödie.) 

Zum Schluss frage ich mich, ob ein Historiker sein Wissensgebiet nicht verlässt, wenn er einen so gewaltigen Bogen spannt, wie Snyder es in diesem an und für sich lesenswerten Buch getan hat. Inwiefern dies seinem Ruf als Historiker abträglich sein kann, lasse ich dahingestellt. Bis zum heutigen Tag habe ich jedoch erst zwei Rezensionen über Snyders Buch gelesen. Eine von Jörg Baberowski in der Wochenzeitung „Die Zeit”, die recht interessant ist, und in der er sich auch fragt, welcher Konnex zwischen dem Klimawandel und dem Völkermord an den Juden bestehen könnte, bzw. welche Intentionen Putin verfolgt, und in welchem Zusammenhang dies mit Völkermord zu sehen sei.
Die zweite Rezension fand ich im „The Economist”. Diese Rezension urteilte ziemlich kritisch über „Mr. Snyder’s flawed, but powerful book”.[3]

Ganz anders jedoch eine polnische Reaktion auf einen polnischen Professor von der Princeton Universität, Jan T. Gross, der u. a. behauptete, dass die Polen während des Zweiten Weltkrieges mehr jüdische Mitbürger getötet hätten als die Deutschen. Gegen diesen Professor wurde ein Gerichtsverfahren wegen Verleumdung des polnischen Volkes in Warschau angestrengt. (Quelle: Artikel in „Die Welt” vom 15. September 2015 von Pawel Ukielski mit dem Titel „Welche Schuld könnte die Polen treffen?”) 

Allgemeine Schlussfolgerung nach Lektüre dieses Buches: Unsere Geschichte lebt, wird durch neue Einsichten manches Mal belebt und ist jederzeit für Kontroversen gut, wodurch sich Geschichtsbilder im Lauf der Zeiten auch wandeln können. 

Anmerkungen

[1] Timothy Snyder ist Professor an der Yale University mit den Forschungsschwerpunkten Osteuropäische Geschichte und Holocaustforschung. Für seine geschichtswissenschaftlichen Arbeiten erhielt er mehrfach Auszeichnungen, darunter 2003 den George Louis Beer Prize der American Historical Association.

[2] Black Earth. Der Holocaust und warum er sich wiederholen kann. C. H. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-68414-2

[3] Übersetzt etwa: Fehlerhaftes, aber starkes Buch.

Bearbeitungsstand: Montag, 1. Februar 2016
 
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