Caritas: Sie kann’s nicht lassen


Für ihr Asyl-Business stockte die Caritas gewaltig auf und hilft weiter beim Hereinwinken von „Refugees“

 

Von Bernd Stracke

Längst ist in breiten Kreisen, selbst links der politischen Mitte, größte Asylskepsis angekommen. Nicht so bei der Caritas. Im Gegenteil: Sie stockt, natürlich überwiegend mit Steuergeldern[1], ihre ohnehin schon gewaltige Hilfs-Armada weiter kräftig auf. Und versucht, ohne eine entsprechende Legitimation dafür zu besitzen, in der Öffentlichkeit Druck in Richtung eines Hereinwinkens weiterer „Refugee“-Legionen und einer großzügigen Komfortsteigerung der bereits angelandeten „Schutzsuchenden“ aufzubauen.

Andere mögen Barrieren gegen die – das Abendland lebensbedrohende – Flutung durch Eindringlinge errichten (oder zumindest über solche diskutieren), andere mögen Flüchtlings-Obergrenzen festlegen (oder zumindest über solche diskutieren), für die Caritas gilt weiterhin der Stehsatz: „Asylwerberinnen und Asylwerber sind Menschen, die aus einem anderen Land kommen und in Österreich um Schutz angesucht haben.“ Die Menschen, verallgemeinert die Caritas, „werden in ihrem Heimatland verfolgt und bedroht.“ Daher muss ihnen auf Gedeih und Verderb geholfen werden.

Wie sich die Zeiten ändern: Zunächst sorgte die 1903 gegründete Caritas Österreich[2] noch für Ausspeisungen, Kindererholungsaktionen und christliche Begräbnisse für einheimische Arme. Später kamen Pflegedienste und Familienhilfen sowie Obdachlosen- und Behindertenbetreuung hinzu. 1947 begann eine enge Zusammenarbeit mit der im Sozialministerium eingerichteten österreichischen Wohlfahrtsstelle. Auf dem Sektor der Flüchtlingshilfe wurde die Caritas 1956 zusammen mit anderen Institutionen (mit)tätig, als es nach dem Einmarsch der Sowjetarmee zur Massenflucht von Ungarn nach Österreich kam. 

Spätestens seit 1993 gilt die Caritas Österreich offiziell als Großkonzern: In diesem Jahr erhielt der damalige Caritas-Präsident Helmut Schüller den erstmals von der Wiener Wirtschaftsuniversität verliehenen Titel „WU-Manager des Jahres“, mit dem „Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens mit besonderen Managementleistungen“ ausgezeichnet werden[3]. Jury-Begründung: Für die „bravouröse Leitung des Großkonzerns Caritas“. 

Der Großkonzern wuchs ständig weiter, überproportional allerdings der Geschäftszweig „Asyl“: Für „Flüchtlings-, Integrations- und MigrantInnenarbeit“ wendete die Caritas bereits 2009 mehr als 56 Millionen Euro auf. 

In fünf Jahren mehr als verdoppelt

Im Internet findet sich eine Aufschlüsselung von Kennzahlen erst ab der Caritas-eigenen Publikation „Jahresreport 2010“. Der damalige Präsident Franz Küberl stellte sich darin im Großfoto, umringt von fünf schwarzafrikanischen Schützlingen, mit einem „Editorial“ vor. Im Report ist dann zu lesen, dass die Caritas „im Auftrag der Länder“ Asylwerber in 35 Häusern beherberge, in ebenso vielen Beratungsstellen berate und „in entlegenen Quartieren mobil“ betreue. 

Über 560 hauptamtliche Mitarbeiter standen „Flüchtlingen und MigrantInnen“ zur Seite. Für die Caritas insgesamt waren damals 12.015 hauptberufliche Mitarbeiter und über 27.000 Ehrenamtliche tätig. Die Spenden an die Caritas betrugen 60,6 Millionen Euro. Davon wurden mehr als 50 Millionen Euro für „Flüchtlings-, Integrations- und MigrantInnenarbeit“ aufgewendet. Die Höhe des eigenen Verwaltungsaufwands blieb damals ebenso intransparent wie heute.

2011 posierte Küberl für sein Editorial in der mittlerweile „Jahresbericht“ genannten Caritas-Broschüre mit einer Schülerin aus Weißrussland und erklärte die Caritas-Philosophie so: „Vereinfacht gesagt heißt Caritas, sich für andere einzusetzen, mit anderen zu teilen, für andere zu beten, ein Stück seines Herzens weiterzuschenken. In diesem Sinne, so bin ich überzeugt, trägt die Caritas auch zur Herzensbildung bei.“ Asylwerbern standen 32 Häuser zur Verfügung, 27 Beratungsstellen setzten sich für Flüchtlinge ein, zuzüglich mobiler Betreuung für Asylwerber „in entlegenen Quartieren“. 

2012 zeigt die Caritas-Publikation ihren Präsidenten Küberl mit zehn Kindern in Haiti. In der Flüchtlings- und Migrantenhilfe waren bereits 635 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt, die Zahl der Häuser für Asylwerber wuchs auf 37 an, und die Zahl der Flüchtlings-Beratungsstellen betrug 25.

2013 lächelte der neue Caritas-Präsident Michael Landau gleich zweimal von der Editorial-Seite: Einmal umringt von vier syrischen Flüchtlingskindern, einmal händeschüttelnd mit seinem Vorgänger Küberl. Die Zahl der für Flüchtlings- und Migrantenhilfe tätigen Hauptamtlichen war auf 767 angewachsen. Asylwerbern standen bereits 45 Häuser zur Verfügung, und Flüchtlinge konnten sich in 28 Beratungsstellen informieren (zuzüglich mobiler Asylwerberbetreuung „in entlegenen Quartieren“).

2014 ziert das Editorial der mittlerweile zum „Wirkungsbericht“ mutierten Caritas-Selbstbeweihräucherung ein offenbar auf einer „Projektreise“ im Senegal entstandenes formatfüllendes Foto, das einen lächelnden Caritaspräsidenten Michael Landau zeigt. Neben ihm findet auf dem Foto, im Gegensatz zu früher, nur noch ein einziges afrikanisches Kind Platz. Der Editorial-Text rühmt den „guten Grundwasserspiegel der Solidarität“ und dankt 40.000 freiwilligen Helfern. In der Flüchtlings- und Migrantenhilfe waren bereits 804 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt, und für Asylwerber waren bereits 82 Häuser eingerichtet. Flüchtlinge konnten sich in 31 Beratungsstellen informieren. Im Budgetposten „Asyl, Migration und Integration“ (Heime, Startwohnungen, mobile Notquartiere) scheinen Aufwendungen von mehr als 68 Millionen Euro auf. 

Im Klartext: Innerhalb von nur fünf Jahren hat sich die Zahl der hauptamtlichen Caritas-Flüchtlingshelfer von 560 auf 804 erhöht und bei der Zahl der Flüchtlingshäuser kam es zu mehr als einer Verdoppelung von 35 auf 82. Und das wohlgemerkt vor Ausbruch der gigantischen Flüchtlingsinvasion von 2015![4] Jedenfalls hat die Caritas bis August 2015 nach eigenen Angaben 17.000 geflohene Menschen betreut. Für 5.000 davon wurden Grundversorgungsplätze zur Verfügung gestellt, knapp 12.000 werden mobil in Unterkünften anderer Gastgeber versorgt. Landau fasste zusammen: „Die Caritas betreut damit knapp ein Drittel aller Asylwerber in Österreich. Aber das ist nichts, worauf wir uns ausruhen können. In den nächsten Wochen und Monaten wird man rund 1200 weitere Grundversorgungsplätze bereitstellen.“

„Grundwasserspiegel der Solidarität“ 

Landaus Editorial-Zitat betreffend den „guten Grundwasserspiegel der Solidarität“ findet sich im Übrigen wenig später wörtlich in der Kronenzeitung wieder. Landau, rätselhafterweise eine der im Massenblatt am häufigsten abgebildeten Personen, wird in einem Krone-Bericht über die Asylsituation am Wiener Westbahnhof (wir alle kennen die Internet-Bilder von devastierten, fäkalisierten, zugemüllten Waggons und Bahnhofslokalitäten) wie folgt zitiert: „Viele Menschen haben gespürt, dass in den vergangenen Tagen ein Stück europäische und österreichische Geschichte geschrieben wird. Europa steht an einem Scheideweg. Leben oder Tod – welches Europa wollen wir?“, fragte er (Anm.: Landau) und forderte „sichere und legale Zugänge zum Asylverfahren sowie einen Schulterschluss von Bund, Ländern, Gemeinden und Zivilgesellschaft.“

Wenn zuletzt am Tiroler Brenner der ÖVP-Plan den Weg strikt in Richtung „Grenzen dicht“ wies – bei Erreichen einer Obergrenze von rund 100.000 Asylwerbern soll künftig niemand mehr ins Land gelassen werden und jene, die über der Obergrenze liegen, sollen in „Transitzonen“ an der Grenze gebracht werden – kontert Caritas-Direktor Michael Landau schon prophylaktisch: „Das wären Elendszonen.“ 

Völlig d’accord mit der Caritas ging übrigens Papst Franziskus, als er kürzlich auf der griechischen Insel Lesbos meinte, Europa müsse auf die Migrationskrise mit Lösungen reagieren, die „der Menschheit würdig“ seien. Allerdings ortete der Heilige Vater nirgendwo Landaus „Grundwasserspiegel der Solidarität“, sondern eine „dichte Wolke der Gleichgültigkeit, die die Herzen und Seelen verdüstert“. Der Papst nahm dann bekanntlich zwölf syrische Muslime in seinem Flugzeug mit nach Italien. Mit keiner Silbe ging das Kirchenoberhaupt auf die schweren Konsequenzen muslimischer Migration auf dem europäischen Kontinent für die Europäer ein. Stattdessen warnte er davor, dass „Barrieren Trennungen schaffen, statt den wahren Fortschritt der Menschen voranzubringen“. Sprach’s und reiste, es den „gewöhnlichen“ Europäern überlassend, mit den Folgen der „Zunahme der Zivilisation der Liebe“ zurechtzukommen, zurück in seine praktisch migrantenfreie Vatikanstadt. Die zwölf syrischen Muslime werden nämlich von Italien beherbergt, nicht vom Vatikan …

Neo-Bundeskanzler als Caritas-Zuarbeiter

Als einer der eifrigsten Caritas-Zuarbeiter der Asyl-Flutung entpuppte sich bei dieser Gelegenheit der damalige ÖBB-Generaldirektor und Neo-Bundeskanzler Christian Kern, der jahrelang mit millionenteuren öffentlichen Inseraten in der bereits zitierten Kronenzeitung versuchte, das grauenhaft daniederliegende Image der milliardenschwer verschuldeten Staatsbahn zu polieren. Mit mehr oder weniger Erfolg. Kern veranlasste jedenfalls die Beförderung von fast 300.000 Flüchtlingen in 674 Sonderzügen und 1.335 Bussen und organisierte 70.000 Übernachtungen für Asylanten in ÖBB-Gebäuden[5]. Strafjuristen halten Kerns Vorgangsweise wegen mutmaßlicher Schlepperei als eindeutig anklagewürdig. Folgerichtig wäre es wohl auch nicht weit danebengedacht, zu fordern, die Staatsanwaltschaft möge auch die involvierten Akteure der Caritas unter die Lupe nehmen.

Weder von Landau noch von Kern waren indes Reaktionen auf aktuelle Zahlen des deutschen Bundeskriminalamtes zu vernehmen, wonach den Ermittlern 369 Hinweise auf ein gezieltes Einschleusen von Terroristen des Islamischen Staates – zum Teil nachweislich quer durch Österreich – nach Deutschland vorliegen. Lediglich in einem Bruchteil davon, nämlich in 40 Fällen, gelang den Behörden die Einleitung von Ermittlungsverfahren gegen die Terrorverdächtigen. Die anderen 329 Fälle haben sich entweder nicht bestätigt oder dem Bundeskriminalamt gelang es nicht, Identität und Aufenthalt der Dschihadisten zu ermitteln. Die unkontrollierte Einreise von 800.000 vorwiegend muslimischen Männern erweist sich nicht erst seit dem Kölner Sex-Mob als ein riesiger sicherheitspolitischer Offenbarungseid. Auch die Terroranschläge von Paris und Brüssel belegen die kausalen Zusammenhänge zwischen „Flüchtlingen“ und Terroristen. Das seit Monaten stattfindende gezielte Einschleusen islamistischer Mörder wurde und wird vom politischen und medialen Mainstream ja nicht nur energisch bestritten, sondern gar als böse rechte Hetze diffamiert.

Van der Bellen: Kirchen-Wiedereintritt wegen Caritas? 

Einen eher unerwarteten Unterstützer erhielt übrigens neuerdings die sich als „soziale Hilfsorganisation der römisch-katholischen Kirche“ definierende Caritas: Ausgerechnet der aus der Kirche ausgetretene und dem Punkt 3.6, Seite 49 f, des Parteiprogramms der Grünen („wesentlicher Bestandteil der Selbstbestimmung der Frau ist die Straffreiheit bei Schwangerschaftsabbruch“)[6] nicht widersprechende Alexander Van der Bellen verriet am 15. Mai, also eine Woche vor der Präsidentschafts-Stichwahl der „Presse“, einen Wiedereintritt in die Kirche zu erwägen. Als Grund für diese Saulus-Paulus-Wende nannte Van der Bellen „die Arbeit der kirchlichen Hilfsorganisationen Caritas und Diakonie“.[7]

Anmerkungen

[1] Vgl. „Die Geschäfte der Caritas“, Genius Mai–Juni 2015, und „Die Caritas und die Flüchtlings-Industrie“, Genius Juli–August 2015. 

[2] Jeder der neun Diözesen in Österreich ist eine Caritas-Institution unterstellt, die ausschließlich dem Diözesanbischof (und nicht der Caritas Österreich) untersteht. Im Zuge der Neuordnung der Zuständigkeiten in der Bischofskonferenz wurde vor wenigen Tagen der Feldkircher Bischof Benno Elbs mit den Caritas-Agenden betraut. Gemeinsam mit den Caritas-Direktoren und den Generalsekretären der Caritas Österreich ist Elbs auch Teil der Direktorenkonferenz. Er übernahm die Funktion vom Linzer Bischof Manfred Scheuer. Elbs war bislang für die Referate Weltreligionen und Laientheologen verantwortlich. Sein Credo: „Wir alle sind Brüder und Schwestern, wir alle sind Kinder desselben Gottes. Christliche Identität bedeutet als Erstes dem Nächsten begegnen, der schwach ist.“

[3] Weitere Träger des „Manager-des-Jahres“-Titels waren Casino-General Leo Wallner (1998) und „Tausender“-Staatssekretärin Brigitte Ederer (2006).

[4] Eine Genius-Anfrage betreffend die Vergleichszahlen aus 2015 war bis Redaktionsschluss unbeantwortet geblieben. Insgesamt gab es 2015 in Pfarren und Caritas-Einrichtungen 13.882 hauptberufliche und rund 40.000 ehrenamtliche Mitarbeiter.

[5] Brisante Detailinformationen sowie Dokumentations-Bildmaterial hat Dr. Andreas Unterberger in seinem viel beachteten Blog zusammengetragen: www.andreas-unterberger.at/2016/05/der-schlepper-als-neuer-bundeskanzlerij/#sthash.0xaQQj5Q.dpuf

[6] Von den Katholischen Nachrichten kath.net im Präsidentschaftswahlkampf am 27. April befragt, ob „das Leben des Menschen (…) zu Beginn (Abtreibung) (…) ausreichend geschützt sei, wich Van der Bellen allerdings aus: „Im Bereich der sozialen Unterstützung von Frauen in schwierigen Situationen gibt es sicher noch weiteren Ausbaubedarf.“ Vgl.: http://www.kath.net/news/54965

[7] Zusatz-O-Ton Van der Bellen: „Allerdings erst nach der Wahl, weil sonst würde es furchtbar opportunistisch aussehen.“ Vgl. http://diepresse.com/home/politik/bpwahl/4989261/Van-der-Bellen-will-als-Praesident-auch-in-Laendern-residieren

Bearbeitungsstand: Montag, 30. Mai 2016
 
Genius – Gesellschaft für freiheitliches Denken, Verein mit Sitz in Wien. ZVR 127778490
A-1010 Wien, Kärntner Straße 10/5, Telefon +43/0/664 3003 701, EMail: verein@genius.co.at
Wiedergabe von Genius-Lesestücken nur mit Zustimmung der Genius-Gesellschaft