Auf den Spuren Tirols in Wien


Ein nicht ganz unpolitischer Reisebericht

 

Von Wolfgang Schimank

„Wien, Wien, nur du allein, sollst stets die Stadt meiner Träume sein! …“ Während ich mich im Anflug zum Flughafen Wien-Schwechat befinde, geht mir dieses weltberühmte Lied von Rudolf Sieczynski nicht aus dem Kopf. Da mir Wien sehr gefallen hat, bin ich ein zweites Mal hierher gekommen. Beim ersten Mal waren die Hofburg, die Spanische Reitschule, das Stadttheater, die Kapuzinergruft, in der fast alle Kaiser ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, die das Schicksal des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und Österreich-Ungarns bestimmt haben, der Stephansdom und Schloss Schönbrunn auf dem Programm. Dieses Mal sollen es eher die Außenbezirke und „Wien auf den Spuren Tirols“ sein.

Ich beziehe Quartier in einem der Hotels am Rennweg. Das liegt verkehrsgünstig in der Nähe des Flugplatzes und ist auch nicht weit vom Zentrum entfernt.

Die italienische Botschaft liegt ganz in der Nähe. Die Fassade des Gebäudes befindet sich in einem, diplomatisch ausgedrückt, renovierungsbedürftigen Zustand. Ist das nicht ein Symbol für den politischen und wirtschaftlichen Zustand Italiens?

Nur einige Fußminuten entfernt ist das Schloss Belvedere. Angrenzend befindet sich der Botanische Garten. Blumenfreunde können dort einen alpinen Steingarten bewundern. Im April und im Mai kann man sich dort auch der Blütenpracht der Alpenrosen (Rhododendren) und der Strauchpfingstrosen erfreuen.

In etwas weiterer Entfernung befindet sich die Karlskirche. Die grüne Kuppel und die „Minarette“ ragen majestätisch über das Blättermeer der Bäume. Es ist eine christliche Kirche, die immer schöner wird, je mehr man sich ihr nähert. Im Inneren ist sie reich verziert und vergoldet. In fast jeder Nische befinden sich Gedenktafeln, die mit den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges versehen sind. Jede Waffengattung hat ihre Nische. Anhand der Namen kann man erkennen, wie die k. u. k. Armee aus den verschiedensten Nationen zusammengesetzt war. Fast alle sind freudig für „Kaiser, Gott und Vaterland“ in den Krieg gezogen. Durch das Landlibell von 1511 von Kaiser Maximilian I. waren die Tiroler nur verpflichtet, ihre Heimat Tirol zu verteidigen. Der Tiroler Landtag musste bei Kriegsgefahr befragt werden. Dieses Prinzip wurde im Ersten Weltkrieg durch Kaiser Franz Joseph verletzt. Aber bereits Maria Theresia hatte die Tiroler Freiheiten fast unauffällig durch die Einrichtung eines Guberniums (Statthalterschaft) in Innsbruck eingeschränkt. 1915 kam es dazu, dass viele Tiroler an der Ostfront eingesetzt wurden und für die Verteidigung gegen den späteren italienischen Aggressor nur noch männliche Personen zur Verfügung standen, die jünger als 18 Jahre und älter als 60 Jahre waren. Diese kämpften aber als Standschützen mit großer Aufopferung. Der ehemalige Bergführer in den Sextner Dolomiten, Sepp Innerkofler, gelangte zu Ruhm, da er es als Kommandant der Sextner Standschützen durch militärische Bravourstücke schaffte, dass die wichtigsten Bergspitzen nicht in die Hand der Italiener fielen. Helmut Golowitsch setzte den 15- bis 17-/18-jährigen Standschützen, die trotz vieler Entbehrungen ihr Heimatland mit allergrößter Tapferkeit verteidigten, mit dem Buch „Und kommt der Feind ins Land herein …“ ein Denkmal.

Man hat den Eindruck, dass in dieser Kirche immer renoviert wird. Über einen Lift und ein wackelig erscheinendes Baugerüst kann man bis unter die Kirchenkuppel gelangen. Es ist nichts für Leute, denen sehr schnell schwindelig wird und die unter Höhenangst leiden. Wer sich trotzdem überwunden hat, wird bei Schönwetter mit einem grandiosen Blick auf Wien und die nähere Umgebung belohnt.

Neujahrskonzert

Nun geht es zum Café Schwarzenberg am Schwarzenbergplatz auf eine Tasse Kaffee. Dabei kommen wir an der wunderschönen Villa der Botschaft Frankreichs vorbei. Wir passieren das Gebäude mit dem „Goldenen Saal“ der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Jedes Jahr findet hier das weltbekannte Neujahrskonzert statt. Dieses wird in mehr als 70 Länder übertragen. Neben bekannten und weniger bekannten Melodien der Strauß-Dynastie werden per Fernübertragung auch Balletteinlagen aus umliegenden Schlössern gezeigt. Am Schluss wird immer „An der schönen blauen Donau“, op. 314, gespielt. Und der Radetzkymarsch darf natürlich nicht fehlen. Wer das Gebäude besichtigen will, muss sich rechtzeitig anmelden, erst recht bei der Teilnahme an dieser Veranstaltung …

Das Café Schwarzenberg gibt es bereits seit 1861. Die Entstehung des Kaffeehauses allgemein wird mit dem Ende der Türkenbelagerung um 1683 in Verbindung gebracht. Seither haben sich die Wiener eine Vielfalt an Kaffee-Kreationen ausgedacht. Wenn ich nun als Tourist im Wiener Kaffeehaus zur Kellnerin unbedacht sage: „Einen Kaffee bitte!“, muss ich mit einem Aufschrei oder gar mit Arbeitsverweigerung rechnen. So bietet das Café Schwarzenberg mehr als ein Dutzend Kaffee-Kreationen an. Dazu zählen „Einspänner“, „Überstürzter Neumann“, „Omas Häferlkaffee“, „Fiaker“ usw. Das Kaffeehaus am Schwarzenbergplatz hat ein besonderes Ambiente und weckt Erinnerungen an die „gute alte Zeit“. Aber hat es die jemals durchwegs gegeben? Auf jeden Fall sind für die Wiener die Kaffeehäuser eine Institution, ein Ort des Einander-Treffens und der entspannten Konversation.

Für den Besuch von Schloss Schönbrunn und Umgebung sollte man mindestens einen Tag einplanen. Neben der obligatorischen Besichtigung der Räume, von wo aus einst Maria Theresia und Kaiser Franz Joseph fast halb Europa regierten, ist auch der Besuch der Wagenburg und ein Spaziergang durch den weitläufigen Schlosspark empfehlenswert.

Der Tiergarten ist im Vergleich zum Berliner Tierpark und zum Berliner Zoo wesentlich kleiner, hat aber einen gewissen Charme: Er hat neben einem modernen Regenwald- und Wüstenhaus auch barocke Pavillons zu bieten. Der Tiergarten Schönbrunn wurde bereits 1752 angelegt und gilt folglich als einer der ältesten Zoos der Welt. Er hat immer noch dieses Ambiente. Er ist klein, aber fein und wird mit viel Liebe gehegt und gepflegt.

Wenn man eine Mahlzeit einnehmen will, dann gibt es dort mehrere Möglichkeiten. Empfehlenswert ist der Besuch des Tirolerhofes, eine Gaststätte in Kombination mit einem Bauernhof. Man kommt dorthin über einen normalen Weg, mit der Panoramabahn oder, was Naturfreunde anspricht, über eine Kettenbrücke in Baumwipfelhöhe. Von dort aus hat man an bestimmten Aussichtspunkten einen wundervollen Blick auf den Tiergarten, teilweise auf die im Tal befindliche Stadt und auf die Prunkvillen am Stadtrand und an den Berghängen.

„Tirolergarten“ in Wien

Von Reisen in Tirol inspiriert, ließ Erzherzog Johann von Österreich (1782–1859) im Jahre 1802 in der Nähe des Gloriettenbergs in Schönbrunn ein Bauernhaus im Tiroler Stil errichten. Dort wurde dann auch Landwirtschaft betrieben. Es wurde sehr bald als „Tirolergarten“ bekannt. Es ist ein Gegenstück zur strengen barocken Form des Schlossgartens, genau wie er als Freigeist oft in Opposition zum Haus Habsburg stand. 

Johann liebte Tirol über alles. Als er 1800 das erste Mal in Tirol weilte, begann „jene unveränderliche und unerschütterliche Liebe, welche diesem Land erwiesen und die von demselben treu erwidert wurde, und welche ich mit ins Grab nehmen werde“. Er stand in Kontakt mit Andreas Hofer und Freiherr Josef von Hormayr. Er unterstützte Andreas Hofer im Kampf gegen Bayern und Napoleon. Nach der Niederschlagung des Aufstandes und der standrechtlichen Erschießung Andreas Hofers plante er einen erneuten Volksaufstand aller im Alpenbund vereinten Alpenländer. Als die Sache 1813 aufflog, verbot ihm sein Bruder, Kaiser Franz I. von Österreich, Tirol jemals zu betreten. Erst 1833 wurde dieses Verbot aufgehoben. Erzherzog Johann von Österreich starb 1859 in Graz und wurde zehn Jahre später in das gerade fertiggestellte Mausoleum bei Schloss Schenna bei Meran überführt.

1984 riss man das inzwischen baufällige Gebäude des Tirolerhofes ab. 1994 wurde ein seit 1772 bestehender Erb-Bauernhof in Brandenberg (Nord-Tirol) abgebaut und in Schönbrunn im Tiroler Garten originalgetreu wiederaufgebaut. In den Ställen des Tirolerhofes werden vom Aussterben bedrohte Tierarten des Alpenraumes, wie zum Beispiel das Tuxer Rind, das Montafoner Braunvieh, das Tiroler Steinschaf und die Pustertaler Sprinzen gepflegt. Die dortige Gaststätte bietet traditionelle Tiroler Gerichte an.

Der südliche Verkehrsknotenpunkt in Wien zwischen U-Bahn und S-Bahn ist der Südtiroler Platz. Unter dem Eindruck der Annexion Südtirols und der Unterdrückung der zu diesem Zeitpunkt fast ausschließlich deutschen Bevölkerung durch Italien wurde 1927 der Favoritenplatz in Südtiroler Platz umbenannt. Zur Erinnerung: Laut der letzten österreichischen Volkszählung im Jahr 1910 lebten in Südtirol 89 % Deutsche, 3,8 % Ladiner und lediglich 2,9 % Italiener.

Am 14. Mai 1978 fand auf dem gleichnamigen Platz vor dem Haus Nr. 3 die Enthüllung einer steinernen Stele statt, welche an Andreas Hofer erinnern soll. Diese wurde im Auftrag des „Tirolerbundes“ errichtet.

Auf der einen Seite befindet sich ein großer Adler mit darunter stehendem Schriftzug „Andreas Hofer“. Auf der anderen Seite der Stele ist die Tiroler Landeshymne eingraviert. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die dritte Strophe der Hymne fehlt, welche lautet: „Doch als aus Kerkergittern / Im Feste Mantua / Die treuen Waffenbrüder / Die Händ‘ er strecken sah, / Da rief er laut: „Gott sei mit euch, / Mit dem verrat‘nen Deutschen Reich.“ Hat man das aus Platzgründen weggelassen oder ist das eine Auswirkung des Austro-Nationalismus? Wie dem auch sei, mit diesem Denkmal wird den Wienern ein Stück Geschichte Tirols mit seinem Ringen um Freiheit nähergebracht.

Das Schicksal der Südtiroler war den Wienern in der Vergangenheit nicht egal. So gab es am 3. Oktober 1945, am 14. Oktober 1945 und am 14. Mai 1946 Großkundgebungen für die Wiedervereinigung Südtirols mit Österreich. Wie wird heutzutage der Wiener/Österreicher über (Süd-)Tirol informiert?

Hierzu schrieb Norbert Hölzl in seinem Buch „1000 Jahre Tirol“, dass es eine Radiosendung „Tirol an Etsch und Eisack“ gab, die österreichweit ausgestrahlt wurde. Als Rudolf Nagiller die Funktion des Intendanten des Landesstudios Tirol in Innsbruck bekleidete (1986–1990), wurde mit der Begründung, Südtirol zahle nichts, die Sendung abgesetzt.

Seit 1982 gab es auch ein österreichweites Fernsehmagazin „Alpen-Donau-Adria“. Die von Günther Ziesel betreute Sendung lief 2010 ohne Angabe von Gründen aus.

Der ORF ist dazu übergegangen, die Radio- und Fernsehprogramme zu regionalisieren. Unter dem Oberbegriff „Bundesland heute“ gibt es je nach Bundesland „Burgenland heute“, „Kärnten heute“, …, „Wien heute“, „Tirol heute“ und auch „Südtirol heute“.

Nur die TV-Volksmusiksendungen „Klingendes Österreich“ (seit 1986) mit Sepp Forcher und „Mei liabste Weis“ (seit 1988) mit Franz Posch sind österreichweit geblieben. Und im Mai feierte „Mei liabste Weis’“ ihr Jubiläum in Südtirol. 

Die Zeitungen in Österreich berichten erfreulicherweise viel öfter über (Süd-)Tirol als die deutschen Medien. Sie geben vor, neutral und parteienunabhängig zu sein. Leider kommen fast ausschließlich Vertreter der österreichischen Regierungsparteien und der Südtiroler Volkspartei (SVP) zu Wort, um den Wienern/Österreichern ihre Sicht der Dinge als unumstößliche Wahrheit vorzugaukeln. Missliebige Leserbriefe werden nicht veröffentlicht. Sollten sich Herausgeber und Redakteure nicht Gedanken machen, warum die Zeitungsauflagen ständig sinken? Die Leser haben zum Glück die Möglichkeit, auf das Internet als Informationsquelle zurückzugreifen.

Kartell der Einseitigkeiten und des Verschweigens 

Trotz des Kartells der Einseitigkeiten, des Verschweigens oder des Beschönigens hat eine Befragung der Österreicher im Jahre 2014 durch das Spectra-Meinungsforschungsinstitut, dessen Auftraggeber der Südtiroler Heimatbund war, Erstaunliches zutage gefördert: So würden 89 % der Österreicher eine Wiedervereinigung Südtirols mit Österreich begrüßen. Bei den Wienern lag die Zustimmung sogar bei 92 %.

Wenn man als Tourist pflastermüde geworden ist, empfiehlt sich eine Exkursion ins Grüne, in den Wienerwald. Während meines Wanderurlaubs in den Sextner Dolomiten hatte ich einen Fernsehbericht des ORF über den Wienerwald gesehen.

Der Lainzer Tiergarten mit der Hermesvilla ist ein beliebtes Naherholungsgebiet der Wiener. Es ist das letzte Stück des ursprünglichen Wienerwaldes. Es war ein Jagdrevier der Habsburger. Teile des Waldes sollten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgeholzt werden, um die klamme Staatskasse zu füllen. Insbesondere dem Einsatz von Josef Schöffel[1], dem damaligen Bürgermeister von Mödling, zugleich deutschnationaler Abgeordneter im Reichsrat, ist es zu verdanken, dass wir heute noch ausgedehnte Eichen- und Buchenwälder vorfinden. Manche Bäume sind bis zu 400 Jahre alt.

Der Lainzer Tiergarten ist 2.450 Hektar groß, komplett ummauert und durch sechs Tore öffentlich zugänglich. Er weist bis zu 500 Meter hohe Anhöhen auf. In den Wäldern leben Rehe, Hirsche, Damwild, Wildschweine und Mufflons. Er liegt am westlichen Stadtrand, in der Nähe der S- und U-Bahnstation Hütteldorf.

Kaiser Franz Joseph ließ die Hermesvilla ursprünglich als Jagdschloss errichten. Da er im Laufe der Zeit immer weniger Lust auf Jagd hatte, wurde dieses Schloss für seine Frau Elisabeth eingerichtet. Ziel war es, die rastlose Kaiserin an Wien zu binden. Dieser Versuch misslang. Elisabeth von Österreich-Ungarn mied seit 1860/61 permanent den Wiener Hof. Seit ihr Sohn Rudolph sich das Leben nahm, war sie zudem schwermütig und machte sich viele Gedanken um den Tod. Am 10. September 1898 endete ihre Odyssee am Genfer See durch das Attentat eines italienischen Anarchisten.

Das Schloss befindet sich in einem renovierungswürdigen Zustand. Die Räume wirken teilweise überladen und etwas dunkel. Trotzdem ist es ein niedliches Schloss, das es verdient, auch von künftigen Generationen bewundert zu werden.

Das Schloss befindet sich ungefähr eine halbe Spazierstunde vom Lainzer Tor entfernt. Auf dem leicht ansteigenden Weg zum Nikolaitor passiert man Wiesen und Wälder. Im April und Mai sind große Teile des Waldbodens mit einem weißen Blütenteppich des Bärlauchs bedeckt, und man kann eine leichte Prise Knoblauchduft riechen. Nach einer weiteren halben Stunde lichtet sich der Wald und die Stadt Wien liegt dem Wanderer plötzlich zu Füßen. Auf einer Bergwiese, die mit Tischen und Bänken versehen ist, kann man eine Brotzeit einlegen und hat einen wunderbaren Blick auf Wien. Diese Stelle wird „Wiener Blick“ genannt. Das Nikolaitor ist nun nicht mehr weit entfernt. Ich ärgere mich, dass ich kein einziges Wild gesehen habe. Doch plötzlich huscht eine Wildschweinfamilie in einer Entfernung von cirka 50 Metern an mir vorbei. Es waren vielleicht sechs Frischlinge, die hinten und vorne von ihren Eltern eskortiert wurden. Gut erholt und zufrieden mit dem Naturschauspiel erreiche ich das Nikolaitor und trete den Heimweg an.

Die Votivkirche ist eine der schönsten Kirchen Wiens und eine der bedeutendsten neugotischen Sakralbauwerke der Welt. Am 18. Februar 1853 entging der junge Kaiser Franz Joseph knapp einem Attentat. „Zum Dank für die Errettung Seiner Majestät“ erfolgte im gesamten Reich eine Spendenaktion. Ungefähr 300.000 Menschen folgten dem Spendenaufruf. Die zu bauende Kirche sollte eine „Votivgabe“ (ein Dankgeschenk) aller Völker des Reiches sein. In dieser sollten alle ihre geistige und politische Heimat finden.

Erwähnenswert ist die „europaweite Ausschreibung“ dieses Projektes. Letztendlich gab es 75 Entwürfe von Architekten aus dem Habsburger Reich, Deutschland, Frankreich und England… Nach 23-jähriger Bauzeit wurde die Votivkirche am 24. April 1879, anlässlich der Silberhochzeit des Kaiserpaares, eingeweiht. Diese Kirche ist mit 99 Metern hinter dem Stephansdom die zweitgrößte Kirche Wiens. Sie beherbergt sechs Altäre/Kapellen und drei Orgeln. Sehenswert ist auch der Sarkophag des Grafen Niklas von Salm. Dieser wehrte als Befehlshaber des Heeres 1529 erfolgreich die Belagerung Wiens durch die Türken ab.

Links davon wird in einer Nische der Gefallenen des Ersten Weltkrieges gedacht, die bis 1916 an der Ostfront kämpften und dann für die Verteidigung des südlichen Tirols verantwortlich waren. Auf der Gedenktafel steht:

„DIE LETZTEN KAISERSCHÜTZEN AUS DEM
VÖLKERRINGEN 1914 – 1918 IHREN TOTEN
KAMERADEN DER KAISERSCHÜTZEN – RGT.
NR. I – TRIENT, NR. II – BOZEN, NR. III – INNICHEN.
GETREU IHREM WAHLSPRUCH
„SIEG ODER TOD IM ALPENROT“
STARBEN
502 OFFIZIERE UND ÜBER 15.500 MANN
FÜR DAS VATERLAND“

Der Wahlspruch mag den Leser von heute etwas erschrecken. Er sollte sich aber bewusst sein, dass die Menschen in jeder Zeitepoche von einem bestimmten Zeitgeist befangen waren und sind.

An der Verteidigung Tirols waren auch Freiwillige aus Kärnten, aus dem Salzburger Land und aus Bayern beteiligt.

In diesem Zusammenhang sei an das k. u. k. Salzburgisch-Oberösterreichische Infanterie-Regiment „Erzherzog Rainer“ Nr. 59 erinnert. Es wurde am südlichsten Punkt der österreichischen Verteidigungslinie, am Monte Cimone, eingesetzt. Die berühmte Salzburger „Edelweiß-Division“ war die letzte Truppe Österreich-Ungarns, die nach der Kapitulation am 4. November 1918 durch Bozen zog und der Bevölkerung zurief „Haltet aus, Bozener!“

Das nächste Ziel ist die Minoritenkirche. Dabei passiere ich das Bundeskanzleramt und das Außenministerium Österreichs. Die Minoritenkirche wurde 1224 erbaut und nach einem Stadtbrand 1275 wiederaufgebaut. Das Gebäude ist im gotischen Baustil und in französischer Kathedralarchitektur errichtet und entsprechend dem Selbstverständnis des Franziskanerordens eher schlicht gehalten. Es wurden im Laufe der Zeit Gebäudeteile angebaut. Aufgrund der Beschädigungen durch die Belagerung der Türken in den Jahren 1529 und 1683 und den nachfolgenden Reparaturen änderte sich das äußere Antlitz dieser Kirche. Seit 1784 ist sie Eigentum der Italienischen Kongregation und italienische Nationalkirche.

In der Minoritenkirche ist ein großes Mosaik „Das letzte Abendmahl“ zu bewundern, eine Kopie des Freskos im Mailänder Kloster „Santa Maria delle Grazie“, welches Leonardo da Vinci schuf. Links und rechts vor der Kapelle stehen Figuren, die Ottokar II. Przemysl (1232–1278) und Leopold VI. (1176–1230) darstellen sollen.

Margarete „Maultasch“

Im Chor der Minoritenkirche ist Margarete von Tirol-Görz (1318–1369), die letzte Regentin eines freien und unabhängigen Tirols, beigesetzt. Margarete – in Tirol mit dem Zusatzwort „Maultasch“ versehen – hatte einen Geheimvertrag mit Herzog Rudolph IV. abgeschlossen. Falls sie eines Tages keine Erben vorweisen kann, fiele Tirol an Habsburg. Im Gegenzug machte Rudolph IV. seinen Einfluss beim Papst geltend, um den Kirchenbann von Tirol zu nehmen, die Scheidung der Ehe mit Johann Heinrich von Böhmen und die zweite Ehe mit Ludwig von Brandenburg aus dem Hause der Wittelsbacher zu genehmigen. Als im Jahre 1361 ihr Mann und 1363 ihr Sohn (Graf Meinhard III.) verstarben, ist der für nicht möglich gehaltene Fall eingetreten, dass sie ohne Erben dastand. 

Norbert Hölzl geht in seinem Buch „1000 Jahre Tirol“ davon aus, dass beide von Rudolph IV. vergiftet worden sind. Diese These ist bei Wissenschaftlern äußerst umstritten. Prof. Mark Mersiowsky greift in seinem Buch „Tatort Tirol“ die Vergiftungstheorie auf, während Prof. Julia Hörmann von Thurn und Taxis (Nichte des ehemaligen Landeshauptmanns Wendelin Weingartner) diese zurückweist. Derlei Vorwürfe, so schrieb sie mir, seien „im Mittelalter fast Standard und meistens erfunden“. Wie dem auch sei, letztendlich gelangte dadurch im Jahre 1363 Tirol an die Habsburger. Um in Tirol keine Missverständnisse bezüglich der neuen Machtverhältnisse aufkommen zu lassen, musste Margarete ihre Heimat für immer verlassen. Ihr Leibgedingsitz war nun Wien. Ein Stadtteil Wiens ist nach ihrem Namen benannt (Margaretengrund). Wer die grandiose Landschaft in Tirol kennt, der kann sich vorstellen, wie sehr sie sich nach ihrer Heimat sehnte. Sie fand in der Minoritenkirche ihre letzte Ruhestätte. Rätselhaft ist mir, wie es sein kann, dass Margarete von Tirol-Görz als eine bedeutende Persönlichkeit ihrer Zeit so sang- und klanglos verschwinden kann. Es gibt weder eine Figur noch einen Grabstein von ihr. Der Gesamttiroler Schützenbund hat in der Kapelle eine Gedenktafel anbringen lassen.

Peinliche und dilettantische österreichische Politiker

Obwohl das Bundeskanzleramt und das Außenministerium Österreichs nur einen Steinwurf von der Minoritenkirche entfernt sind, dürften die dort tätigen Minister und das ihnen unterstellte Personal wenig wissen, was diese Kirche mit Tirol zu tun hat. Wetten können abgeschlossen werden. Geschichtsunkenntnis, Arroganz und Dilettantismus gegenüber den gewieften italienischen Staatsvertretern scheinen die Konstanten in Österreichs Südtirol-Politik zu sein.

1946 bei den Verhandlungen zum Pariser Abkommen wurde Karl Gruber durch den Tiroler De Gasperi[2] und 1960 bei der Südtirol-Debatte vor der UNO Kreisky[3] durch Segni regelrecht vorgeführt. Als Figl 1956 bei einem Staatsbesuch in Rom war, befand er das Problem mit Südtirol als „unendlich geringfügig“. In den 1980er-Jahren nutzte Italien den Umstand aus, dass Österreich unbedingt in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) wollte.

Am 3. Mai 2014 erteilte Außenminister Kurz auf der SVP-Landesversammlung in Meran allen, die eine Angliederung Südtirols an Österreich oder einen Freistaat wollen, eine Absage und bezeichnete sie als „Ewiggestrige“. Eine Grenzverschiebung wäre abenteuerlich. Herr Kurz hätte am 3. Oktober 2015 in Berlin anlässlich des 25. Jahrestages der Wiedervereinigung Deutschlands eine Festrede halten müssen, bei der er die von der SVP kopierten Phrasen mit einbaut. Auf die Reaktion der deutschen Öffentlichkeit wäre ich gespannt …

Sportminister Klug äußerte sich in der „Kronen Zeitung“ am 8. Juni 2014 in Bezug auf die Fußballweltmeisterschaft 2014, er sei für Italien, mit der atemberaubenden Begründung, schließlich habe seine Familie Südtiroler Wurzeln. Haben ihn seine Verwandten nicht gesagt, dass eine Mehrheit der Südtiroler nichts mit Italien zu tun haben will? Klug war Klugs Aussage auf keinen Fall. So stolpern Österreichs Politiker von einer Peinlichkeit zur anderen, zum Leidwesen der Südtiroler!

Wenn die Vertreter von ÖVP und SPÖ in Bozen eine Zwischenstation machen, hört man immer wieder die Floskel, Südtirol sei für sie eine „Herzensangelegenheit“. In Wirklichkeit fühlen sich die Südtiroler von ihnen verraten und verkauft. Der Verfassungsrechtler, Menschenrechtsexperte und Nationalratsabgeordnete Felix Ermacora beschrieb in seinem Buch „Südtirol – die verhinderte Selbstbestimmung“ eine Episode, die symptomatisch für Österreichs Südtirol-Politik ist: „Als ich im Parlament in meiner Abschiedsrede im Sommer 1990 erklärte, man solle die Selbstbestimmung Südtirols nicht am Horizont verschwinden lassen, würde ich keinen Beifall erhalten haben, hätte nicht wenigstens ein freiheitlicher Abgeordneter in die Hände geklatscht.“

Für einen Abstecher auf den Wiener Zentralfriedhof habe ich einen ganzen Tag eingeplant. Denn wer mit der Bahn vom Flughafen Schwechat in das Zentrum Wiens fährt, kommt dort unweigerlich vorbei und kann sich eine ungefähre Vorstellung von der Größe machen. Dieser gehört mit einer Fläche von ungefähr 2,5 Quadratkilometern und 330.000 Grabstellen mit rund drei Millionen Verstorbenen zweifellos zu den größten Friedhöfen Europas. Er ist durch seine weitläufige parkähnliche Anlage, durch seine Jugendstil-Bauwerke und seine Ehrengräber eine attraktive Sehenswürdigkeit. Da fällt mir das Lied von Georg Kreisler ein: „Der Tod, das muss ein Wiener sein!“ Es scheint so, als hätten sich die Wiener in einem besonderen Maße mit dem Ableben befasst. Hier ruhen friedlich Menschen der verschiedensten Religionen, die sich möglicherweise zu Lebzeiten heftig bekriegt haben. Im Zweiten Weltkrieg wurden durch Fliegerbomben ungefähr 3.000 Grabstellen zerstört.

Als der Zentralfriedhof im Jahre 1874 eröffnet wurde, lag dieser ganz weit außerhalb von Wien. Ein Trauerzug benötigte bis zum Friedhof eine geschlagene Stunde. Besonders im Winter und bei extremer Witterung gab es Schwierigkeiten mit dem Transport der Toten. Zudem war der Friedhof kahl und trostlos. Er wurde von den Wienern nicht angenommen. Um die Attraktivität zu steigern, fasste 1881 der Gemeinderat den Entschluss, eine Ehrengräberanlage zu errichten. Dorthin sollen fortan die Persönlichkeiten der Zeitgeschichte von anderen Friedhöfen Wiens verlegt werden. Alle von diesem Zeitpunkt an verstorbenen Berühmtheiten Österreichs sollen möglichst dort ihre letzte Ruhestätte finden. Um 1900 herum begann man mit der Errichtung von Bauten im Jugendstil. Waren die Begräbnisse der Nichtadeligen aufgrund der Verfügungen von Kaiser Joseph II. eher schlicht gehalten, so versuchte das aufstrebende wohlhabende Bürgertum ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dem Adel in nichts nachzustehen. Sowohl die Trauerfeiern als auch die Grabstätten wurden immer prunkvoller. In Wien hat man noch heutzutage ein besonderes Verhältnis zum Tod. Die Teilnahme am Zu-Grabe-Tragen von Angehörigen von Staatsoberhäuptern, Künstlern und Popstars wird von den Wienern in einem besonderen Maße wahrgenommen, um ihnen die letzte Ehre zu erweisen. In diesem Zusammenhang spricht der Wiener von der „schönen Leich“. Die sehr große Teilnahme an den Trauerprozessionen von Nachfahren der Habsburger Monarchie, so scheint es mir, wird zum stillen Protest gegen das jetzige ungeliebte Establishment mit seiner „Freunderlwirtschaft“. Kaiser Franz Joseph ist tot! Es lebe Kaiser Franz Joseph! Er ist irgendwie bei den Wienern, bei den Österreichern immer noch präsent, als schaute er noch heute über ihre Schultern, mit einem passenden Spruch auf den Lippen…

Hofer-Familiengrabstätte

Meine erste Anlaufstelle auf dem Wiener Zentralfriedhof ist die Hofer-Familiengrabstätte, in der Andreas Hofers Sohn Johann beigesetzt ist. Die Grabstätte befindet sich in der Gruppe 21, Reihe 1, Grab 4. Um dort und anderswo hinzufinden, ist es ratsam, sich einen Lageplan vom Friedhof zu besorgen. Die Gebeine des Sohnes, Johannes von Hofer[4], wurden per Beschluss des Gemeinderates vom 30. September 1907 vom Schmelzer Friedhof in Wien auf den Zentralfriedhof umgebettet. Sein Grab wurde zum Ehrengrab erklärt. Im Laufe der Zeit wurde es immer mehr vernachlässigt. Durch zwei Zeitungsartikel im Jahre 2005 erfuhr der Andreas-Hofer-Bund Tirol (AHBT) vom beklagenswerten Zustand der Grabanlage. Durch eine groß angelegte Spendenaktion wurde die Renovierung ermöglicht. Die Hälfte der Kosten übernahm der AHB. Die andere Hälfte wurde aus Spendengeldern von Persönlichkeiten aus dem gesamten Tirol, wie zum Beispiel Herwig van Staa, Luis Durnwalder, Wendelin Weingartner, Eva Klotz, Sepp Mitterhofer und Günther Minatti getragen. Am 14. August 2007 erfolgte die Fertigmeldung. Die Grabanlage befindet sich nun in einem sehenswerten Zustand. Wie mich der Andreas-Hofer-Bund nach meinem Wien-Besuch informierte, gibt es noch ein einfaches Grab von einem Enkel von Andreas Hofer. Für die Kosten der Grabpflege kommt das Land Tirol auf. Bis zum Jahre 2017 ist die Finanzierung gesichert.

Nun begebe ich mich zur Gruppe 32A, der sogenannten „Komponisten-Gruppe“. Dort sind auch die Gräber der bekannten Komponisten Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, die der Strauß-Dynastie und Franz von Suppé zu sehen. Für Mozart wurde hier ehrenhalber ein Grabdenkmal errichtet. Er wurde bekanntlich hoch verschuldet in einem Massengrab auf dem Sankt Marxer Friedhof bestattet.

Ich schaue mir noch die Grabstellen von den Schauspielern Theo Lingen und Hans Moser (beide Gruppe 32C) und von den Sängern Udo Jürgens (Gruppe 33G) und von Johann Hölzel, eher unter dem Namen „Falco“ bekannt, an (Gruppe 40). Sicherlich gibt es auch noch andere interessante verstorbene Persönlichkeiten, denen man seine Aufmerksamkeit schenken könnte. Für mich ist aber der Tagesbedarf gedeckt. Ich tauche gern wieder in das quirlige Leben Wiens ein. Bei einer Tasse Kaffee im altehrwürdigen Café Schwarzenberg am Schwarzenbergplatz lasse ich alles noch einmal Revue passieren.

Zum Abschluss meiner Wien-Exkursion begebe ich mich zum Heurigen von Hans Sirbu auf ein Glas Wein. Diese Lokalität ist nördlich von Grinzing und Heiligenstadt. Es ist der höchstgelegene Heurige Wiens am Hang des Kahlenberges. Von dort aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Weinanbauflächen, auf die Donau und auf Wien. Dieses Fleckchen Erde würde den Südtiroler wohl am meisten an seine Heimat erinnern.

Wien ist die einzige Hauptstadt der Welt mit einer nennenswerten Weinproduktion. Innerhalb der Stadtgrenzen gibt es eine ungefähr 660 Hektar große Rebfläche. Das sind immerhin 1,6 % der Gesamtfläche Wiens. Das Weinanbaugebiet liegt im Süden und Nordwesten von Wien. Bekannte Orte sind Grinzing, Heiligenstadt, Neustift am Walde, Salmannsdorf und Sievering.

Löss-, Schiefer- sowie Schotterböden und das pannonische Klima bieten ideale Bedingungen für eine Vielfalt von Rebsorten. Sie sind die Grundlage für die Herstellung hochwertiger Weißweine wie Chardonnay, Grüner Veltliner, Riesling, Weißburgunder und Welschriesling und exzellenter Rotweine wie Blauburger, Blauer Burgunder, Blauer Zweigelt, Cabernet Sauvignon und St. Laurent. Eine Wiener Spezialität ist der „Gemischte Satz“, eine Mixtur aus weißen Rebsorten.

Mit dem Heurigen verbindet man Wiener Gemütlichkeit, Schrammelmusik und Wienerlieder. „Ich muss wieder einmal in Grinzing sein“ oder die „Reblaus“ vom unvergessenen Hans Moser fallen mir dabei ein. Die Wirtsleute bieten verschiedenste Musikgenres an. Wer den ganzen Rummel nicht will, der findet sicherlich einen für ihn passenden Heurigen in einen der verwinkelten Gassen Grinzings, Nussdorfs oder anderswo. In Wien gibt es viele Möglichkeiten, aktiv oder passiv für seine Entspannung zu sorgen.

Laut einer Vergleichsstudie zur Bewertung der Lebensqualität in 221 Metropolen der Welt nahm Wien seit 2010 den Spitzenplatz ein.[2] Das wirkt sich natürlich auch auf die Zufriedenheit der Wiener aus. So leben einer anderen Untersuchung zufolge 95 % der ansässigen Bevölkerung gerne in Wien.

Mit der Hoffnung, dass die Wiener trotz ihrer Zufriedenheit die Südtiroler nicht vergessen und in ihrem Kampf um Selbstbestimmung beistehen, trete ich den Heimflug nach Berlin an.

Anmerkungen

[1] Der Journalist, Politiker, Heimat- und Naturschützer Josef Schöffel (1832–1910) war Bürgermeister von Mödling und Abgeordneter im Reichsrat. Bekannt wurde er als „Retter des Wienerwaldes“, als er 1872 durch eine journalistische Initiative verhinderte, dass ein Viertel der Waldfläche des Wienerwalds an einen Holzhändler zur Schlägerung verkauft wurde. Sowohl der Schöffelplatz in Hadersdorf als auch die Schöffelgasse im 18. Bezirk sind nach ihm benannt.

[2] Alcide De Gasperi bzw. Degasperi, 1881–1954, stammt aus Pieve Tesino bei Trient, das in der Monarchie zu Tirol gehörte. Er war ein erst österreichisch-ungarischer und später italienischer Staatsmann und Politiker.

[3] Zur Ehrenrettung von Bruno Kreisky möchte ich erwähnen, dass er sich von allen Außenministern Österreichs am wenigsten vor Konflikten mit Italien gescheut und das meiste für Südtirol herausgeholt hat.

[4] Das die Nobilitierung Andreas Hofers begründende Adelsdiplom wurde erst 1818 dem Sohne Hofers, Johann, ausgefertigt. Die Erhebung Andreas Hofers in den Adelstand erfolgte aber schon am 15. Mai 1809 durch ein von Kaiser Franz ausgefertigtes Handbillet. Da aber wegen der Kriegsereignisse das Hofdekret nicht nach Tirol befördert werden konnte, bleibt ungeklärt, ob Andreas Hofer von seiner Erhebung in den Adelsstand überhaupt Kenntnis erlangte.

[5] Studie „2013 Quality of Living Survey“

Bearbeitungsstand: Montag, 30. Mai 2016
 
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