Die Vierte Gewalt und ihre Todsünden


Medien und ihre durchsichtigen Manipulationsabsichten

 

Von Helmut Müller

Wenn er etwas zu reden hätte, würde in den Redaktionsstuben in Zukunft weniger gelogen, meinte Jörg Haider einmal. Er würde sich heute ganz schön wundern, wie viele journalistische Sumpfblüten inzwischen ihr Unwesen auf diesem Gebiet treiben. Udo Ulfkotte weiß es aus eigener Erfahrung: In den Redaktionen werde derzeit wieder gefälscht, gelogen und betrogen, als ob es dafür einen Nobelpreis gäbe. Und: Die Journalisten hätten jeden Bezug zur Realität verloren, so der Autor von „Gekaufte Journalisten“.[1] Übertreibung? Jedenfalls nichts Neues, eben nur schon wieder:

So bemerkte bereits 1885 Hermann Bahr in der Deutschen Schriftsteller Zeitung, dass die Presse alles korrumpiere. Sie treibe es immer toller, und unablässig nehme ihr Sündenregister zu. Nichts sei ihr heilig, alles entweihe sie, so der damals prominente Schriftsteller und Literaturkritiker. Klingt doch irgendwie aktuell, oder? 1902 titelte Karl Kraus in der Fackel einen Artikel mit der Überschrift Die Journaille über „die Verwüstung des Staates durch die Pressmaffia“. Ziemlich ernüchternd und deprimierend.

Stellt sich da nicht die Frage: Könnten wir es nicht immer noch mit einer Medien-Mafia zu tun haben? Vieles spricht dafür, dass die Kanaille, wie man sie auch nennen könnte, nicht ausgestorben ist. Da ich Pauschalierungen aber ablehne, möchte ich doch festhalten, dass es nach wie vor sehr viele redliche, nicht vor einer Macht oder dem Geld buckelnde Journalisten und auch solche Herausgeber gibt. Aber in manchen Redaktionen muss die Atmosphäre für moralisch integre, ihrem loyalen Gewissen verpflichtete Menschen einfach unerträglich sein.

Besonders in höheren Etagen, wo man, um ein aktuelles Beispiel zu nehmen, gemeingefährliche Angriffe und selbst Todesdrohungen etwa gegen Mitglieder der AfD zwar zur Kenntnis nimmt, aber diese gewiss nicht rechte Gewalt als Kavaliersdelikte zu betrachten scheint. Allerdings dann, wenn einem AfD-Funktionär etwas politisch Unkorrektes aus dem Munde rutscht, wird von dieser bestimmten Journaille alles versucht, die ganze Republik in moralischen Aufruhr zu versetzen.

Journalisten als Transporteure vorgefasster Meinungen

Doch immer mehr Menschen durchschauen die Manipulations- und Desinformationsabsichten der Lügenpresse. Nicht ganz so brutal wie Hermann Bahr oder Karl Kraus nähert sich die Französin Ingrid Riocreux in ihrem Buch „La Langue de Medias“ (Die Sprache der Medien) dem Thema an, wird aber doch einigermaßen deutlich, wenn sie meint, der Journalist halte für objektiv, was die verordnete Denkweise vermittle. Er transportiere, ganz im Sinne der Politischen Korrektheit und eines Einheitsdenkens, vorgefasste Meinungen und Vorurteile seiner Zeit. Außerdem habe er die Möglichkeit, etwas schlecht zu reden, jemanden etwas sagen zu lassen, jemanden sprechen zu lassen oder nicht sprechen zu lassen.

Raum für Interventionen und Manipulationen also, was aber eine gewisse Bereitschaft für Käuflichkeit oder zumindest ein in gewisser Hinsicht unsensibles Gefühlskostüm des zur Bestechung Auserkorenen voraussetzt. Doch Häme oder gar Strafe für den Journalisten, der sich nicht an gewisse Tabus und Regeln hält. So bekanntlich passiert der sympathischen und mutigen Tagesschau-Moderatorin Eva Hermann, die sich weiter als andere vorgewagt und es der daraufhin entrüsteten Gutmenschen-Mischpoche hineingesagt hat. Doch dieselbe reitet scheinbar unbeirrt weiter auf ihrem hohen Desinformations-Gaul.

Dabei hatte sich kürzlich die Tagesschau-Mutter ARD damit entblößt, dass sie im Rahmen der Wahlberichterstattung aus Österreich eine Rede des Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer wohl absichtlich sinnentstellend zusammengeschnitten hatte. Im Anschwärzen desselben Politikers hat sich ja auch der ORF versucht, aber zumindest hat man ihm seine „Jugendsünden“ nicht vorgehalten.

Journalisten machen das in einem konkreten Fall nicht von sich aus, sie folgen politisch, ideologisch oder ökonomisch motivierten Vorgaben der Chefredaktion bzw. des Herausgebers oder Sendeverantwortlichen. Interventionen von außen, na klar auch. Dass sich aber ein Kanzler, für alle erkennbar, mit dem Boulevard ins Bett legt, ist eher ein österreichisches Phänomen oder das einer Bananenrepublik.

Interventionen gehören zum Alltag

Soweit es Interventionen anbelangt, taugt die „Beichte“ des ehemaligen Chefredakteurs der österreichischen Gratiszeitung Heute, Wolfgang Ainetter, ganz gut als Beleg. Dieser behauptet ja, die Herausgeberin und Gattin des Krone-Miteigentümers, Eva Dichand, habe in ihrem der Stadt- und der Bundesregierung nahestehendem Blatt kritischen Journalismus verboten. Politische und ökonomische Interventionen gehörten zum Alltag, sprich: zum „polit-medialen Filz“, so der jetzt bei Bild gelandete Journalist. Wissen wir doch längst, Herr Ainetter, passierte oder passiert ja auch anderswo. Nicht bei Bild auch?

Selbst im Mutterland der Demokratie sollen manche Regierungsentscheidungen nicht von den Premierministern Thatcher, Blair oder Cameron, sondern vom Medienmogul Rupert Murdoch getroffen (empfohlen?) worden sein. Zu einem Murdoch-Skandal kam es, als ruchbar wurde, dass Journalisten eines seiner Blätter zu ihren „Stories“ durch Abhören von Mobiltelefonen und Bestechung von Polizisten gekommen waren.

In Deutschland wiederum ist es ein offenes Geheimnis, dass vor allem die den „Mainstream“ repräsentierenden Leitmedien politische „Newcomer“, die die nationale Karte ziehen oder das transatlantische Machtkartell infrage stellen, mit Diffamierungen eindecken und in diesem Zusammenhang laufend desinformieren. Eine Methode der Diffamierung und Desinformation besteht darin, Aussagen von Personen, die es, wie im Fall Norbert Hofer, zu diskreditieren gilt, aus dem Kontext zu reißen, zu verstümmeln oder falsch wiederzugeben.

Ansonsten jede Menge „Infotainment“ als Manipulation der „dummen“ Masse und Vergehen gegen den ursprünglichen Auftrag: Diese objektiv zu informieren, umfassend zu bilden und die Regierenden zu kontrollieren, das wäre Journalismus, der den Namen verdient. Zu dem Thema Vierte Gewalt, die sich gelegentlich schon anmaßt, die Erste zu sein, gibt es auch eine Schrift von mir.[2]

Wir haben es indessen nicht nur mit dem berühmten Filz zu tun, sondern speziell auch mit der maßgeblichen „Mainstream“-Journalisten innewohnenden moralischen Selbstgenügsamkeit. Da heißt es dann, Objektivität sei weniger wichtig als politisch korrekte „Rechtschaffenheit“. Wobei an und für sich das Markenzeichen „linksliberal“ schon Nachweis genug ist, um im Medien-Alltag unantastbar mit hoher Gage[3] zu lustwandeln und dabei Andersdenkende, meist politische oder ideologische Gegner, diskreditieren oder Stimmung gegen ein Land , und sei es das eigene, machen zu dürfen.

So, als hätte man sich abgesprochen

Gelegentlich helfen ausländische Kollegen mit: Da zeigt im Zuge der letzten Wahl in Österreich das ZDF dann ein braunes Hakenkreuz-Schnitzel, sieht Libération das Alpenland am Rande des Chaos, warnt Radio Europe 1, Österreich sei eine Gefahr für Europa, sieht El País die Fremdenfeindlichkeit sich schon wie ein Gift in Österreich ausbreiten usw. Kurz und gut: Durch die etablierte „Mainstream“-Szene weht ein vereinter Wind gegen den „bösen Rechtspopulismus“, in Wirklichkeit gegen ein EU- und einwanderungskritisches Land wie Österreich. So, als hätte man sich abgesprochen, und so, als hätten ihnen ihre österreichischen Kollegen die passende Munition geliefert.

Diese gewisse Medienhatz mutet beinahe schon wie eine Kriegshetze an, und man erinnert sich unter anderem weit zurück, als die italienische Presse 1914 sich bemühte, die gar nicht kriegslüsterne eigene Bevölkerung von der Notwendigkeit eines Krieges gegen die bisherigen Verbündeten zu überzeugen.[4] Auch wir Heutigen wollen keinen Krieg, weder inner- noch außerhalb unserer Grenzen, und doch werden wir auf einen solchen eingestimmt.

Tatsächlich gewinnt man immer mehr den Eindruck, es werde längst ein zumindest unerklärter Kalter Krieg geführt. Nicht nur am global-strategischen Schachbrett, und durchaus mit Unterstützung gewisser Medien. So auch gegen die nationale Selbstbestimmung, gegen die Familie, gegen das angestammte Volk, gegen Europas Identitäten und Kulturen. Im Zeitalter des Internets, wo durch dieses ein breiteres Informationsangebot herrscht, und wo auch andere Meinungen zugelassen werden, ein für eine globale Elite vielleicht nicht mehr ganz so leicht zu gewinnender Krieg.

Es ist immerhin beeindruckend, wie gleichgeschaltet (Vorsicht! dieses Wort haben auch die Nationalsozialisten verwendet) vor allem die so genannten Qualitätsmedien sind. Es verwundert aber eigentlich nicht, sind sie doch im Besitz von einigen wenigen Konzernen oder Familien und hängen an ein und demselben Strang: dem des globalen Kapitals. Dem wir alle dienen.

P. S.: Im Übrigen würde ich zum jetzigen Zeitpunkt die staatliche Presseförderung wie sie in Österreich üblich ist, abschaffen; sie schränkt die Unabhängigkeit einer Zeitung von Anfang an ein.

Anmerkungen

[1] Udo Ulfkotte: „Gekaufte Journalisten“, gebunden, 336 Seiten, Kopp-Verlag, 22,95 Euro 

[2] Helmut Müller: Die Vierte Gewalt – Medien und Journalismus unter die Lupe genommen, Eckartschrift 189, Wien 2008, 112 Seiten, 7,80 Euro                     

[3] Der Chefredakteur eines bekannten Nachrichtenmagazins soll bei gutem Geschäftsgang ungefähr so viel verdienen wie der Wiener Bürgermeister, und ein bestimmter Top-Kommentator einer linksliberalen Tageszeitung nicht gar so viel weniger. 

[4] Sven Knoll: Die Kriegshetze der italienischen Presse 1914–1915, Regionalratsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit, 2015,61 Seiten, E-Mail: regionalrat@suedtiroler-freiheit.com

Weiterführendes zum Thema

ARD verstümmelt Rede: https://youtu.be/mF_C3dGDNnY

Gekaufte Journalisten: https://youtu.be/3ZLgW3hgRBY

Beim Lügen erwischt: https://youtu.be/VgHPHHAxVH4

Eva Hermann vor dem Tribunal der Heuchler: https://youtu.be/v5a02uRbaqQ

Bearbeitungsstand: Freitag, 29. Juli 2016

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