Genius-Brief
Jänner–Februar 2019

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Herausgeber ist der Verein Genius-Gesellschaft für freiheitliches Denken, Wien. Von diesem wurde mit der praktischen Durchführung der Herausgabe Dr. Gerulf Stix, Ampass, beauftragt. Die Redaktion leitet Bernd Stracke, Innsbruck.
Beide sind erreichbar über verein@genius.co.at. Über die redaktionelle Linie des Mediums informiert: www.genius.co.at. Die Wiedergabe von Genius-Lesestücken ist nur mit Zustimmung der Genius-Gesellschaft gestattet. Weitere Auskünfte finden Sie ebenfalls unter: www.genius.co.at

Inhaltsangaben

Fake News und ihre „Preisträger“

Während in vielen Medien über die so genannten Fake News räsoniert wird, gibt es offizielles Lob und gutdotierte Preise für Personen, die selbst Fälschungen produzieren. In seinem Aufsatz Relotieren und Menassieren nimmt Bernd Stracke nach gründlicher Recherche die hochgelobten Preisträger Relotius und Menasse aufs Korn. Wer kann es angesichts derartiger Verfehlungen von mit Ehren überhäuften Publizisten dem Normal-Bürger da noch verübeln, wenn dieser in seinem Unmut verallgemeinernd von „Lügen-Presse“ spricht? Was wird da widergespiegelt? Welcher Spiegel spiegelt falsch?
Lesestück Nr. 01/Jänner–Februar 2019 

Große wie kleine Firmen richten sich auf ihren Weltmarkt aus

Wir befinden uns inmitten eines Prozesses, der das Ende der klassischen Volkswirtschaft bringt. Diese nüchterne Feststellung trifft Gerulf Stix in seinem Artikel Das Ende der Volkswirtschaft. Damit ist nicht gesagt, dass die Volkswirtschaften in einer Weltwirtschaft aufgehen. Doch bleibt es eine Tatsache, dass immer mehr Unternehmungen (Firmen) ihre individuellen Märkte in vielen Teilen der Welt verorten. Diese Entwicklung verschiebt so manche der gewohnten Perspektiven. Das wirklich Neue ist die weltweite Kommunikation praktisch in Echtzeit. Das Entstehen von Künstlicher Intelligenz (KI) wird diesen Prozess noch beschleunigen. Umso wichtiger ist die nachhaltige Pflege der nationalen Wurzeln.
Lesestück Nr. 02/Jänner–Februar 2019 

Demos gegen eine Regierung sind eigentlich undemokratisch

Die bei ihren Protagonisten wie bei vielen Medien so beliebten Demonstrationen auf der Straße sind in funktionierenden Demokratien kontraproduktiv. Das beleuchtet Lothar Höbelt in seinem Beitrag über Sinn und Unsinn von Demonstrationen. Sind die berüchtigten „Donnerstag-Demos“ in Wien nicht eher ein Indiz für die Insuffizienz der parlamentarischen Opposition? Wer glaubt, für eine Sache „auf die Straße“ gehen zu müssen, erweist ihr oft nur einen Bärendienst. Wirklicher Zahltag ist in Demokratien der Wahltag. Demos eignen sich selten als Wurzelboden für differenzierende Analysen.
Lesestück Nr. 03/Jänner–Februar 2019 

Spanien als neues Einfallstor für illegale Migranten

Seit in Madrid ein sozialistischer Regierungschef werkt und Italien die Häfen für Schlauchboot-Immigranten sperrt, belebt sich die Meerenge von Gibraltar als Einfallstor nach Europa. Unsere in Spanien lebende Autorin Gabi Bauer schildert die veränderte Lage dort: Die Gummiboot-Armada. Der Preis, den Sánchez für seine Madrider Minderheitsregierung der „ultralinken Partei“ Podemos bezahlen muss, ist u. a. die Anlandung der auf dem Mittelmeer aufgegriffenen Migranten direkt vor der spanischen Haustüre. Daher erstaunt es nicht, dass die sich neu formierende national-konservative Partei VOX in der sozialdemokratischen Hochburg Andalusien jüngst quasi aus dem Nichts rund 11 Prozent Stimmenanteil erreichte. Damit und in Zusammenarbeit mit der konservativen Volkspartei PP sowie den liberalen Ciudadanos wurde in Andalusien erstmals seit 36 Jahren (!) ein konservativer Regierungschef in den Sattel gehoben.
Lesestück Nr. 04/Jänner–Februar 2019 

Die „Gelbwesten“ und das „periphere Frankreich“

In Frankreich spielt sich gegenwärtig ein Aufstand der „vernachlässigten Landesteile“ (Guilluy) ab. Diesen Hintergrund analysiert Jan Mahnert, der zweisprachig aufgewachsen ist, in seinem Beitrag über die Geografie der Revolte. Wir haben es mit einer Gegenreaktion auf die von den Multikulturalisten betriebenen Auflösung der französischen Gesellschaft zu tun. Die tonangebenden Anywheres der Metropolen empfinden sich nicht mehr als Teil einer historisch gewachsenen Gemeinschaft.
Lesestück Nr. 05/Jänner–Februar 2019 

Österreichs Verpflichtung gegenüber Südtirol

Zusehends wir unsere Wahrnehmung von stromlinienförmig ausgerichteten Medien bestimmt. Wie sich das auf die österreichische Südtirolpolitik auswirkt, betrachtet Reinhard Olt unter dem Titel Politisch korrektes Schweigen am Beispiel Südtirols. Sprachschablonen und stereotype Wendungen erzeugen bestimmte Denkschablonen. Vertreter unerwünschter Meinungen mundtot zu machen, ist das Schlimmste, was in einem demokratischen Gemeinwesen geschehen kann. Die seinerzeitigen Aktionen der Südtiroler Freiheitskämpfer werden nach wie vor als aus dem „Ungeist des Separatismus“ stammend offiziell verunglimpft. Hingegen ist eine Revision der offiziellen Geschichtsdarstellung im Lichte neuerer Erkenntnisse höchst angebracht.
Lesestück Nr. 06/Jänner–Februar 2019 

Keine Demokratie ohne geistige Selbstverteidigung

„Die Bürger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse für geistige Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle wehren zu können“. Diese höchst aktuelle Aussage von Noam Chomsky findet sich diesmal in unserer Zitaten-Truhe. Weitere aktuelle Zitate von Cicero über Goethe bis Brecht und Dürrenmatt zeigen deutlich, wie kluge Köpfe zu allen Zeiten Dinge beim Namen genannt haben, die uns heute noch oder wieder zu schaffen machen.
Lesestück Nr. 07/Jänner–Februar 2019 

Auf dem Weg zu einer multipolaren Welt

Wir erleben mit, wie sich unter Präsident Trump die Rolle der USA als „Weltpolizist“ scheibchenweise auflöst. Da ist es besonders wichtig, dass der international anerkannte Experte Hans Köchler in seiner Abhandlung Internationale Beziehungen in einer multipolaren Welt die Unterschiede zwischen unipolar, multipolar und multilateral herausarbeitet. Die Welt befindet sich in einer Übergangsphase. Der Aufstieg Chinas könnte auch dazu führen, dass sich eine neue Bipolarität herausbildet. So oder so wird der Handlungsspielraum für die meisten Staaten größer werden, als er in jüngerer Vergangenheit war. Zu beachten sind dabei immer zwei Faktoren, nämlich das realpolitische Potenzial und die rechtlichen Rahmenbedingungen.
Lesestück Nr. 08/Jänner–Februar 2019 

Der innerdeutsche Ost-West-Konflikt

Die Identität eines Menschen gleicht einer mehrhäutigen Zwiebel, so schreibt unser aus Ostdeutschland (eigentlich: Mitteldeutschland) stammender Autor Wolfgang Schimank in seinem Beitrag Gibt es eine ostdeutsche Identität? Einerseits kritisiert er Schwierigkeiten bei der Kommunikation zwischen Ost- und Westdeutschen. Andererseits macht der Autor am Beispiel Chemnitz 1989 und 2018 fest, wie unterschiedlich die jeweilige Stimmungslage bei den Teilnehmern, den Medien und den Politikern war. Schimank schließt mit dem Appell, die auf beiden Seiten vorhandenen Vorurteile endlich aufzugeben und stattdessen vorbehaltlos den Kontakt zu pflegen.
Lesestück Nr. 09/Jänner–Februar 2019 

Warum die „Offene Gesellschaft“ als Beutegut betrachtet wird

Hier also wird die Debatte um die Frage, wie die „Offene Gesellschaft“ (Popper) richtig zu interpretieren sei, eröffnet. Siegfried Waschnig legt in seinem Debattenbeitrag Die Offene Gesellschaft als politische Beute dar, wie der Kampf um die jeweilige Deutungshoheit die ideologischen Kontrahenten verwirren kann. Ideologien werden von Menschen gemacht. Oft aber muss ein Name oder ein Begriff für alles herhalten, was andere oder ein späterer Zeitgeist im Zuge einer lang anhaltenden Diskussion in die ursprüngliche Aussage hinein interpretieren. Waschnig ermahnt schließlich die „Rechten“, sich geistig auch auf „fremde Beute“ zu stürzen, um in einschlägigen Debatten nicht den Kürzeren zu ziehen.
Lesestück Nr. 10/Jänner–Februar 2019 

Ein Insider übt fundamentale Kritik an 12 Jahren Berliner Politik

In seinem Buch „Deutschland im Umbruch“ geht Willy Wimmer, der u. a. 33 Jahre lang CDU-Abgeordneter im Deutschen Bundestag war, mit der deutschen Politik hart ins Gericht. Unser Autor Bertram Schurian bespricht hier dieses Buch unter der Überschrift Prägnante Kritik an der Ära Merkel. In seiner Buchbesprechung nennt Schurian einige markante Angelegenheiten, die Wimmer scharf hinterfrägt, ohne irgendwelche Beschönigungen.
Der daraus resultierende Pessimismus wirkt auf den Leser des Buches ansteckend. Doch sollte sich dieser davon nicht abhalten lassen, der Realität ins Auge zu schauen.
Lesestück Nr. 11/Jänner–Februar 2019 

AUFGEBLENDET
Kickl hat Recht!

Die Emotionen schwappen allseits über. Was aber hat Kickl wirklich gesagt? Hier seine Aussage, wie sie in den Medien wiedergegeben und bis hin zu Rücktrittsaufforderungen massiv kritisiert wurde: „Ich glaube immer noch, dass das Recht der Politik zu folgen hat und nicht die Politik dem Recht.“ Diese Feststellung Kickls wird durch die an den Universitäten gelehrte Geschichte des Rechts voll und ganz gestützt. Zu allen Zeiten in der menschlichen Geschichte waren es politische Entscheidungen, die der Einrichtung von Regeln für das Zusammenleben voran gegangen sind. Daraus erst haben sich Gesetze entwickelt. Und aufgrund dieser Gesetze wurde dann Recht gesprochen. Bis zu unseren heutigen komplexen Gesetzgebungsverfahren ist sehr viel Zeit vergangen. Tatsächlich hat es viele Jahrhunderte gedauert. Das Prinzip, wonach die Politik dem Recht voran geht, galt zu allen Zeiten und hat sich bis heute nicht geändert. Kickl hat also Recht.
Wer sich hingegen über Kickl entrüstet, weil dieser gesagt habe, die Politik stehe über dem Gesetz, der hat sich schlicht und einfach falsch informiert. Kickl hat stets gesagt, dass die Politik dem Recht vorangeht, und das ist richtig.
 
Auch heute noch gibt es gläubige Theologen, die hartnäckig die These verfechten, dass „alles Recht von Gott“ ausgehe. Und die ursprünglich herrschenden Cäsaren und Monarchen, die ihre Abstammung auf Götter zurück führten oder sich später als „von Gottes Gnaden“ berufen wähnten, haben durch ihre jeweiligen politischen Entscheidungen, die oft persönliche Akte – mitunter auch Willkürakte – waren, auf diesem Wege entweder Recht gesprochen oder Gesetze geschaffen, auf deren Basis sodann Rechte entstanden sind. Es war ein sehr langer politischer Meinungskampf, an dem sich viele unterschiedliche Kräfte beteiligt haben, bevor es überhaupt zu unserer heutigen Rechtsetzung durch ein parlamentarisches Gesetzgebungsverfahren kam. Unbeschadet dessen geht der politisches Meinungsstreit weiter, wie das alle demokratischen Wahlen beweisen.
 
Gerade die Entstehung der Republik Österreich (ursprünglich: Deutschösterreich – ein Name, den die Siegermächte im Friedensdiktat verboten haben) zeigt deutlich, wie intensiv die Politik dem geltenden Recht voraus geht. Die vom freiheitlichen Abgeordneten Franz Dinghofer in seiner Eigenschaft als Präsident der Provisorischen Nationalversammlung vor dem Parlament am 12. November 1918 ausgerufene Republik Deutschösterreich erhielt erst mit dem Bundesverfassungsgesetz vom 1. Oktober 1920 ihre im Wesentlichen auch gegenwärtig geltende Verfassung. Aufgrund politischer Bestrebungen kam es 1929 zu einer großen Verfassungsreform. Mit ihr wurden u. a. überhaupt erst die noch heute gegebenen Hauptkompetenzen für das Amt des Bundespräsidenten geschaffen.
Als Vater der österreichischen Bundesverfassung gilt Hans Kelsen (1881–1973). Er führte als entscheidende Neuerung die „Volkssouveränität“ ein. Artikel 1 der Kelsen-Verfassung lautet: „Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.“ Die Volkssouveränität löste alle früheren Begründungen für die grundlegende Quelle allen Rechts ab. Dieses politisch entstandene Verständnis für die Rechtsentstehung gilt bei uns auch heute. Das Volk als Souverän wählt frei seine Vertreter in den Nationalrat. Dieser beschließt im Auftrag des Volkes zusammen mit dem Bundesrat sämtliche Gesetze. Mit ihrer Veröffentlichung erst entsteht das Recht. Die Richter haben über behauptete Rechtsverletzungen anhand der Gesetzeslage zu urteilen.
Als Alt-Parlamentarier bekenne ich, Gerulf Stix, mich ohne Wenn und Aber zu dieser Rechtsbildung nach den Regeln, die das Volk als Souverän gebilligt hat. Wenn es künftig mehr Gesetze durch unmittelbare Volksabstimmungen, die im Sinne freiheitlicher Wünsche die türkis-blaue Koalitionsregierung zugesagt hat, ab 2020 geben wird, so entspricht das dem Prinzip der Volkssouveränität.
Und die Politik? Sie geht im oft harten Wettstreit unterschiedlichster Meinungen ständig weiter. Sie ist es, die nach Mehrheiten trachtet, um Gesetze abzuändern, zu verbessern oder neue Gesetze zu schaffen. Dadurch entsteht dann wiederum eine neue Rechtslage. Tatsächlich geschieht das laufend so. Das Recht folgt somit der Politik.
 
Ein Wort zur Rolle der Gerichte. Dass Richter als neutrale Instanzen über Rechtsverletzungen zu befinden haben, ist allgemeiner Konsens. Leider gibt es bei manchen Gerichten eine Tendenz, sich teilweise Kompetenzen des Gesetzgebers, also der demokratisch gewählten Parlamente, anzueignen. Vor allem manche Höchstgerichte neigen zu dieser undemokratischen Anmaßung. Die Genius-Lesestücke berichteten darüber (1). Im Lichte dieser unerfreulichen Entwicklung nehmen sich die kritischen Aussagen der Präsidentin der Richtervereinigung zu Bundesminister Kickl ziemlich merkwürdig aus. Mehr ist an dieser Stelle nicht dazu zu sagen. Festzuhalten bleibt hingegen, dass es eben eine Aufgabe der Politik ist, die bestehende Gewaltentrennung und somit den Rechtsstaat zu verteidigen.
 
Bundespräsident Van der Bellen hat Minister Kickl gerügt, denn „der Innenminister hat, wenn ich ihn richtig verstanden habe, die Europäische Menschenrechtskonvention infrage gestellt... Das geht natürlich gar nicht.“ Die Konvention sei – so Van der Bellen lt. „Presse“ vom 26. Jänner 2019 – Grundkonsens der Zweiten Republik: „Daran wird nicht gerüttelt.“ Abgesehen von der nicht nachvollziehbaren Meinung, dass die zwar 1958 ratifizierte, aber erst 1964 in den Verfassungsrang erhobene EMRK zum „Grundkonsens der Zweiten Republik“ gehöre, hat Kickl die EMRK nie infrage gestellt.
Im Übrigen ist die Geschichte der Allgemeinen Menschenrechte selbst eine sehr bewegte  (2). Sie in allen Einzelheiten darzulegen, würde hier zu weit führen. Natürlich spielen die Menschenrechte in die Immigrationspolitik, die die Bundesregierung ändern will, mit hinein. Doch gibt es seit Jahrzehnten politische Meinungsverschiedenheiten über Ausmaß und Grenzen der Allgemeinen Menschenrechte. Hier nur ein Beispiel: In den bisher bestehenden Menschenrechten gibt es kein Recht auf beliebige Zuwanderung! Anhänger eines Weltbürgertums wollen aber, dass auch dieses individuelle Recht auf freie Zuwanderung in jedes von der Person gewünschte Land in die Menschrechte aufgenommen wird. Anhänger der staatlichen Territorialhoheit lehnen eine solche Erweiterung entschieden ab. Sie fürchten, dass sämtliche Staaten dann nicht mehr über ihr eigenes Territorium bestimmen können. Bei dieser Frage handelt es sich klar um einen politischen Meinungsstreit, der bis dato nicht entschieden und somit auch kein Teil der Rechtsordnung ist. Und das Recht folgt eben der Politik.
 
Daher ist die politische Arbeit der gegenwärtigen Bundesregierung so wichtig. Wenn Kickl im Zusammenhang mit der Migrationsproblematik u. a. das Asylrecht ändern will, dann ist sein politisches Bestreben legitim. Das in Österreich geltende Asyl-Gesetz stammt aus dem Jahr 2005. Es kann vom Nationalrat jederzeit mit Mehrheit geändert werden, was auch schon mehrmals geschehen ist. Klarerweise ist dabei das Dubliner Abkommen zur Gestaltung des Asylrechts aus dem Jahr 1990 zu beachten. Österreich ist dieser Vereinbarung zwischen Staaten später beigetreten. Aber dieses Dubliner Übereinkommen ist ein völkerrechtlicher Vertrag und kann daher wie jeder Vertrag abgeändert werden. Wiederum ist die Politik herausgefordert. Indem Kickl sich darum politisch bemüht, handelt er korrekt.
Die Genfer Flüchtlingskonvention der Vereinten Nationen (UNO) von 1951 muss ebenfalls beachtet werden. Sie ist letztlich ebenso wenig sakrosankt wie der unter Federführung der UNO entstandene Migrationspakt, dem Österreich jüngst erst – wie andere europäische Länder auch – nicht beigetreten ist. Die Migrationspolitik befindet sich ständig im Fluss.
 
Für uns Europäer geht es dabei um die pure Selbsterhaltung aller europäischen Völker. Ganz in diesem Zeichen steht die Migrationspolitik der türkis-blauen Bundesregierung in Wien. Der politische Kampf gegen die Auflösung Europas durch globale Wanderungsbewegungen tobt überall in Europa. Unser Land bildet da keine Ausnahme. Aber der demokratische Rechtsstaat in Österreich ist durch diesen politischen Kampf sicherlich nicht gefährdet. Dass praktisch sämtliche politischen Gegner den Innenminister Kickl sozusagen zu ihrem Lieblingsfeind erkoren und sich bis zur Selbstblamage einiger unter ihnen auf seinen Sturz eingeschossen haben, ist offenkundig. Wie weit diese Treibjagd gehen kann, beweisen die haltlosen Vorwürfe gegen Kickl in einer Sache, in der er bei objektiver Beurteilung einfach Recht hat.
 
Anmerkungen

 

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Die nächste Ausgabe für die Monate März–April 2019 wird am 1. April 2019 heraus kommen.

Bearbeitungsstand: Freitag, 1. Februar 2019

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ideologie der Menschen-
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GENIUS-EDITION, Band 3
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