Zitaten-Truhe


Durch Wissen kommt der Mensch zur Menschlichkeit;
fehlt Wissen ihm, gleicht er dem Tiere nur.
Torheit ist Handeln in Unwissenheit,
und Torheit findet nie der Wahrheit Spur.

Nur der kopflose Tropf verliert nie den Kopf.

Lebe so, dass, wenn du strauchelst, Engelshand dich führen mag zum Ziel, das dir entschwand.

Wie göttlich sind die Widersprüche im Reich der Liebe!

Über Sein und Nichtsein sei kummerlos und sorgenfrei; denn von jedem Sein, wie hoch, ist Nichtsein das Ende doch.

Verlange nicht nach Geld und Würden dieser Welt, die Würde ist ein Brunnen, und Schlangen gleicht das Geld.

Wer die Welt nicht leicht nimmt, dem macht sie Schwierigkeiten.

Der Lebensquell versiegt und wir gewahren mit Schmerz, dass wir nicht bleiben, was wir waren.

Vertrau dem Mund des Windes nicht, und wenn er noch so günstig bliese!
droht der Weltschmerz mit steter ­Erweiterung,
bleibt kein Mittel als Wein Zur Erheiterung.

Wer ins Herz dir zielt, dich zu verletzen,
find’ es, wie ein Bergwerk reich an ­Schätzen.
werfen Steine nach dir Feindeshände,
wie ein Obstbaum reiche Früchte spende.
sterbend hohen Sinns der Muschel gleiche,
die noch Perlen beut für Todesstreiche.

Du bist deine eigene Grenze, erhebe dich darüber.

Hast du, wen du liebst, gefunden, lass die Welt: Du hast genug!

Wenn du zu weich bist, wirst du zerschmettert werden; wenn du zu starr bist, wirst du gebrochen werden, wenn du zu hart bist, wirst du Wunden verursachen, und wenn du zu scharf bist, wirst du verletzen.

Und doch ist Herz bei Herz tausendmal köstlicher als Blume bei Blume!

Greif nach der Süße des Seins, nicht nach langem Bestehen.

Nur äuß’re Schönheit ohne Herz – wie reizvoll auch und rosenmundig – genügt dem feinen Sinne nicht des Manns, der wahrer Liebe kundig.

Was die Sonne nie sagt: Selbst nach all dieser Zeit sagt die Sonne nie zur Erde: „Du stehst in meiner Schuld.“ Schau, was eine solche Liebe bewirkt – sie erleuchtet den ganzen Himmel.

  • Der mystische persische Lyriker Hafis (oder Hafez) lebte um 1320–1388. Quelle der hier ausgewählten Zitate, Gedichte und Aphorismen: „Hafis, der Sänger von Schiras: Hafisische Lieder“, übersetzt von Friedrich von Bodenstedt (1819–1892), Hofmann, Berlin 1877

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Bearbeitungsstand: Freitag, 27. September 2019

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